Pallade Veneta - Sprachzertifikate trotz fehlender Kenntnisse - Razzia in Baden-Württemberg und Hessen

Sprachzertifikate trotz fehlender Kenntnisse - Razzia in Baden-Württemberg und Hessen


Sprachzertifikate trotz fehlender Kenntnisse - Razzia in Baden-Württemberg und Hessen
Sprachzertifikate trotz fehlender Kenntnisse - Razzia in Baden-Württemberg und Hessen / Foto: Michaela STACHE - AFP/Archiv

Sprachzertifikate sollen gegen Geld manipuliert worden sein: In Baden-Württemberg und Hessen sind 210 Einsatzkräfte der Bundespolizei am Dienstag zu einer Razzia bei Sprachschulen ausgerückt. Sie durchsuchten außerdem Wohnungen und weitere Geschäftsräume im Raum Stuttgart, Heilbronn und Frankfurt am Main, wie die Polizei zusammen mit den Staatsanwaltschaften Stuttgart und Heilbronn mitteilte. Es gibt demnach 15 Hauptbeschuldigte.

Textgröße ändern:

Sie werden verdächtigt, Sprachzertifikate an Zugewanderte verkauft zu haben, welche für ein echtes Zertifikat nicht gut genug Deutsch sprechen. Für verschiedene Aufenthaltstitel und für eine Einbürgerung müssen Ausländer Sprachkenntnisse nachweisen, die entsprechenden Zertifikate können sie in Sprachschulen erwerben. Diese Nachweispflicht "bot offenbar Raum für ein gewerbsmäßiges Geschäftsmodell", wie die Ermittler erklärten.

Sie gehen von weit mehr als 100 Fällen aus. Die Beschuldigten sollen bis zu 3000 Euro pro Zertifikat verlangt haben. Verschiedene Vermittler mit unterschiedlicher Muttersprache, vor allem aus den Balkanstaaten, sollen Kooperationen mit Sprachschulen eingegangen sein. Diese sollen Nachweise trotz fehlender Sprachkenntnisse ausgestellt haben.

Beispielsweise hätten Prüflinge ihre Examen an den Schulen abgelegt, wie die Ermittler ausführten. Die schriftlichen Prüfungen seien dann nachträglich korrigiert und an ein Prüfungsunternehmen weitergeleitet worden, welches die Zertifikate erteilten.

Bei der Razzia am Dienstag wurden Geld und andere Vermögenswerte in Höhe von 224.000 Euro beschlagnahmt, außerdem 28 Mobiltelefone, 44 Datenträger, Prüfungsunterlagen und mehr als 100 Aktenordner. Die Beweismittel sollen nun ausgewertet werden. Die Ermittler vermuten ein "einträgliches Geschäftsmodell" hinter den mutmaßlichen Manipulationen. Vermögenswerte in Höhe von 169.100 Euro sollten den Profiteuren entzogen werden.

A.Tucciarone--PV

Empfohlen

Frachter-Kollision: Russischer Kapitän von britischer Justiz für schuldig befunden

Fast ein Jahr nach dem Zusammenstoß zweier Schiffe in der Nordsee ist der russische Kapitän eines der beiden Frachter von einem Gericht in Großbritannien für schuldig befunden worden. Das Gericht verurteilte den Kapitän am Montag wegen fahrlässiger Tötung eines philippinischen Besatzungsmitgliedes, dessen Leiche nie geborgen wurde. Der Kapitän zeigte bei der Verurteilung keine Regung, das Strafmaß soll am Donnerstag bekannt gegeben werden.

Gericht hebt Einreiseverbot gegen früheren Guantanamo-Häftling auf

Ein früherer Häftling im US-Gefangenenlager Guantanamo auf Kuba darf einem Urteil vom Montag zufolge wieder nach Deutschland kommen. Der aus Mauretanien stammende Mann hat inzwischen die niederländische Staatsbürgerschaft, wie das Oberverwaltungsgericht Münster am Montag ausführte. Dadurch sei ein früheres Einreise- und Aufenthaltsverbot erloschen. Der Fall ist aber noch nicht komplett abgeschlossen - es kann noch Revision beim Bundesverwaltungsgericht eingelegt werden.

Sohn von Norwegens Kronprinzessin Mette-Marit wegen neuer Vorwürfe festgenommen

Kurz vor dem Beginn seines Prozesses wegen Vergewaltigungsvorwürfen ist der Sohn der norwegischen Kronprinzessin Mette-Marit erneut festgenommen worden. Wie die Polizei am Montag in Oslo mitteilte, wurde der 29-jährige Marius Borg Hoiby am Sonntagabend "wegen des Verdachts auf Körperverletzung, Bedrohung mit einem Messer und Verstoß gegen ein Kontaktverbot" in Gewahrsam genommen. Angaben zu dem oder den mutmaßlichen Opfern machte die Polizei nicht.

30.000 Euro Geldstrafe für AfD-Abgeordneten Halemba in Würzburg

Das Amtsgericht Würzburg hat den bayerischen AfD-Landtagsabgeordneten Daniel Halemba wegen Nötigung und leichtfertiger Geldwäsche zu 30.400 Euro Geldstrafe verurteilt. Von den Vorwürfen der Volksverhetzung und versuchten Nötigung sprach das Gericht den 24-Jährigen dagegen am Montag frei, wie ein Gerichtssprecher sagte. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Textgröße ändern: