Pallade Veneta - Mit Auto in Meisterfeier des FC Liverpool gerast: Angeklagter bekennt sich schuldig

Mit Auto in Meisterfeier des FC Liverpool gerast: Angeklagter bekennt sich schuldig


Mit Auto in Meisterfeier des FC Liverpool gerast: Angeklagter bekennt sich schuldig
Mit Auto in Meisterfeier des FC Liverpool gerast: Angeklagter bekennt sich schuldig / Foto: Paul ELLIS - AFP/Archiv

In einer unerwarteten Kehrtwende hat sich der Mann, der im Mai in Liverpool mit seinem Auto in eine feiernde Menge von Fußballfans gerast war, vor Gericht schuldig bekannt. Der 54-jährige Brite Paul Doyle, der die Anschuldigungen bislang zurückgewiesen hatte, räumte am Mittwoch alle 31 Anklagepunkte ein. Die Staatsanwaltschaft hatte ihm unter anderem vorsätzliche schwere Körperverletzung und gefährliche Fahrweise vorgeworfen.

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Die Urteilsverkündung ist für den 15. Dezember angesetzt und soll sich auf zwei Tage erstrecken. Der Richter Andrew Menary sagte an den Angeklagten gerichtet, er müsse sich auf eine Freiheitsstrafe "von einiger Dauer" gefasst machen.

Doyle hatte sein Auto am 26. Mai während der Meisterfeier des englischen Premier League-Klubs FC Liverpool in eine Menschenmenge gesteuert. Mehr als 130 Menschen wurden verletzt, unter ihnen auch mehrere Kinder. 50 Verletzte mussten in Krankenhäusern behandelt werden. Getötet wurde niemand. Ein terroristisches Motiv hatte die Polizei bereits zu Beginn der Ermittlungen ausgeschlossen. Allerdings blieben die Umstände des mutmaßlichen Angriffs auch danach weitgehend unklar.

Die darauf folgende Anklage bezog sich auf 29 Opfer, darunter acht zum Zeitpunkt des Vorfalls minderjährige Kinder. Das jüngste Opfer war sechs Monate alt.

Staatsanwältin Sarah Hammond zufolge akzeptierte Doyle "endlich, dass er absichtlich in eine Menschenmenge unschuldiger Menschen gefahren ist". Aufnahmen der Dashcam-Kamera seines Autos hätten erwiesen, dass er "durch die Menschenmenge zunehmend aufgebracht" gewesen sei. Anstatt auf das Vorbeiziehen der Menschen zu warten, sei er "absichtlich" auf sie zugefahren und "bahnte sich seinen Weg".

"Mit einem Fahrzeug in eine Menschenmenge zu fahren, ist ein Akt kalkulierter Gewalt", fügte die Staatsanwältin hinzu. Dies sei kein dem Moment geschuldeter "Ausrutscher" gewesen, sondern eine "Entscheidung, die er an diesem Tag getroffen hat und die die Feier ins Chaos stürzte".

Medienberichten zufolge lebt Doyle - ein weißer Brite - im Umland von Liverpool. Er ist demnach ein früherer Soldat und hat drei Kinder im Teenager-Alter. Ursprünglich war er wegen sieben Straftaten angeklagt worden. Im August wurden die Anklageschrift dann um 24 weitere Punkte ergänzt.

C.Conti--PV

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