Pallade Veneta - Fallstudie: Mitwisser schwiegen oft bei sexualisierter Gewalt an Schulen

Fallstudie: Mitwisser schwiegen oft bei sexualisierter Gewalt an Schulen


Fallstudie: Mitwisser schwiegen oft bei sexualisierter Gewalt an Schulen
Fallstudie: Mitwisser schwiegen oft bei sexualisierter Gewalt an Schulen / Foto: Tobias SCHWARZ - AFP/Archiv

Nach einer Fallstudie zu sexualisierter Gewalt an Schulen haben Betroffene häufig nicht auf Schutz und Unterstützung durch Lehrkräfte oder anderes Personal zählen können. Für die am Mittwoch veröffentlichte Untersuchung wurden nach Angaben der Unabhängigen Kommission des Bundes zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs insgesamt 133 Berichte von Betroffenen ausgewertet, die zwischen 1949 und 2010 sexualisierte Gewalt in der Schule erlebt haben.

Textgröße ändern:

"Oft gab es Mitwissende, die Kollegialität vor den Schutz der Kinder gestellt haben, Übergriffe ignoriert oder sogar vertuscht haben, um den Ruf der Schule zu schützen", erklärte die Aufarbeitungskommission. "Betroffene reagierten darauf häufig mit eigenen Strategien, um der Gewalt zu entkommen, und schwänzten beispielsweise die Schule oder wiederholten eine Klasse."

Knapp 80 Prozent der Betroffenen von sexueller Gewalt an Schulen waren den Angaben zufolge weiblich. Die überwiegende Mehrheit der Täter war demnach männlich, sowohl bei Übergriffen durch Gleichaltrige als auch durch Lehrkräfte. In knapp der Hälfte der Fälle habe sich die sexualisierte Gewalt über einen Zeitraum von einem Jahr erstreckt.

Gefordert werden als Konsequenz unabhängige Beschwerdestellen und Hilfsangebote in allen Bundesländern, an die sich Opfer wenden können. Die Vorsitzende der Aufarbeitungskommission, Julia Gebrande, erklärte, sie hoffe, "dass diese Fallstudie dazu anregt, sich vor Ort mit sexualisierter Gewalt gegen Kinder und Jugendliche auseinanderzusetzen, die eigene Schulgeschichte aufzuarbeiten und Betroffenen zuzuhören".

Studienautorin Edith Glaser forderte Qualifizierungsmaßnahmen für Lehrkräfte, Schulleitungen und Personal in Schulaufsichtsbehörden. "Alle Akteure im Bereich Schule müssen anhand klarer Kriterien transparent intervenieren und die Vorfälle aufarbeiten, sobald sexuelle Übergriffe in der Schule bekannt werden - auch wenn sie schon länger zurückliegen. Dafür brauchen sie Kompetenzen, um Anzeichen von Missbrauch wahrzunehmen, einzuordnen und angemessen zu handeln."

A.Graziadei--PV

Empfohlen

Neuer Oberbürgermeister Krause eröffnet Münchner Oktoberfest mit Fassanstich

Mit dem traditionellen Fassanstich und dem Ausruf "O'zapft is - auf eine friedliche Wiesn" beginnt am Samstag (12.00 Uhr) das Münchner Oktoberfest. Erstmals wird der neue Oberbürgermeister Dominik Krause (Grüne) das weltweit größte Volksfest eröffnen. Er reicht die erste Maß Bier nach dem Anzapfen an den bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU).

Trump verbietet Medien CNN, MS NOW und Politico Zutritt zu Weißem Haus

US-Präsident Donald Trump hat den beiden Fernsehsendern CNN und MS NOW - ehemals MSNBC - sowie der Plattform Politico den Zutritt zum Weißen Haus untersagt. Auf seiner Onlineplattform Truth Social erklärte Trump am Freitag, das Hausverbot trete umgehend in Kraft. "Andere Medien, die Falschinformationen verbreiten, werden folgen", fügte er hinzu.

Sarg von norwegischem König Harald V. nimmt CO2 auf

Der Ende August gestorbene norwegische König Harald V. ist nach Angaben des Königshauses in einem Sarg aus Kohlendioxid absorbierendem Silikatgestein bestattet worden. Haralds letzte Ruhestätte hat die Form eines Schiffes und besteht aus Olivin - einem grünlichen, rund 400 Millionen Jahre alten Silikatgestein, das in Westnorwegen abgebaut wird, wie der Palast am Freitag mitteilte.

Nach Brandanschlag auf Synagoge in Wuppertal: Hinweise auf antisemitisches Motiv

Nach dem Brandanschlag auf eine Synagoge in Wuppertal haben sich die Hinweise auf ein antisemitisches Tatmotiv verdichtet. Äußerungen des 37-jährigen Verdächtige bereits während seiner Festnahme deuteten auf ein antisemitisches Tatmotiv hin, teilte die Staatsanwaltschaft in der nordrhein-westfälischen Stadt am Freitag mit. Der Mann soll am Donnerstag einen Brandsatz an der Eingangstür eines zur Synagoge gehörenden Cafés gelegt haben.

Textgröße ändern: