Pallade Veneta - Versklavung von Jesidin durch IS: Achteinhalb Jahre Haft für Frau in Koblenz

Versklavung von Jesidin durch IS: Achteinhalb Jahre Haft für Frau in Koblenz


Versklavung von Jesidin durch IS: Achteinhalb Jahre Haft für Frau in Koblenz
Versklavung von Jesidin durch IS: Achteinhalb Jahre Haft für Frau in Koblenz / Foto: INA FASSBENDER, - - AFP/Archiv

Eine Anhängerin der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) ist am Montag in Koblenz wegen Versklavung einer Jesidin zu achteinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Das Oberlandesgericht in der rheinland-pfälzischen Stadt musste nach einer Entscheidung des Bundesgerichtshofs (BGH) erneut über das Strafmaß für die Angeklagte entscheiden. In einem ersten Prozess hatte es diese 2023 zu neun Jahren und drei Monaten Haft verurteilt. Die Taten selbst wurden nicht neu aufgerollt.

Textgröße ändern:

Das erste Urteil hatte vor der BGH zwar weitgehend Bestand, allerdings hob dieser es in einem Teilaspekt angesichts inzwischen veränderter eigener Rechtsprechung auf. Demnach hätte die Frau nicht zusätzlich auch wegen Beihilfe zu einem Völkermord verurteilt werden dürfen. Zwar verübte der IS Völkermord an der Religionsgruppe der Jesiden, dies rechtfertigt aber keine entsprechende Verurteilung der Beschuldigten.

Deshalb musste das Oberlandesgericht unter Beachtung dieser Änderung erneut über das Strafmaß entscheiden - und verurteilte die zur Zeit des ersten Urteils 37-jährige Beschuldigte am Montag unter anderem wegen eines Verbrechens gegen die Menschlichkeit durch Versklavung, Beihilfe zu Kriegsverbrechen durch sexuelle Gewalt und Mitgliedschaft in einer terroristischen Organisation zu einer etwas kürzeren Strafe.

Die Angeklagte Nadine K. war nach Gerichtsangaben Ende 2014 mit ihrem Ehemann nach Syrien gereist, wo sich beide dem IS anschlossen. Das Ehepaar zog später in die von der islamistischen Miliz eroberte Stadt Mossul im Irak. Der Ehemann arbeitete demnach als Arzt für den IS, die Beschuldigte führte den Haushalt. Ab 2016 hielt das Paar demnach eine Jesidin als Haussklavin, die von dem Ehemann auch vergewaltigt wurde.

Z.Ottaviano--PV

Empfohlen

Prozess mit Mafiabezug in Stuttgart: Haftstrafe für Verkauf geklauter Lebensmittel

In einem Prozess mit Bezug zur italienischen Mafiaorganisation 'Ndrangheta hat das Landgericht Stuttgart einen 65-Jährigen wegen des Verkaufs von geklauten Lebensmitteln im großen Stil zu fünf Jahren und drei Monaten Haft verurteilt. Schuldig gesprochen wurde der Mann zudem wegen der Unterstützung einer kriminellen Vereinigung im Ausland und Steuerhinterziehung, wie das Gericht am Dienstag mitteilte. Demnach ordnete das Gericht die Einziehung vom knapp 333.000 Euro an Tatertägen an.

Sachsen: Großeinsatz gegen illegale Schleusungen - mehr als 50 Durchsuchungen

Mit einem Großeinsatz ist die Bundespolizei in Sachsen gegen illegale Schleusungen von Ausländern vorgegangen. Zahlreiche syrische Tatverdächtige aus Leipzig sollen anderen Syrern ihre Dokumente und Aufenthaltstitel für die unerlaubte Einreise überlassen haben, wie die zuständige Bundespolizeiinspektion in Halle an der Saale in Sachsen-Anhalt am Dienstag mitteilte.

Nordrhein-Westfalen: Unbekannter erschießt Waschbär mit Armbrust

Ein Unbekannter hat in Nordrhein-Westfalen einen Waschbären offenbar mit einer Armbrust erschossen. Eine Anwohnerin entdeckte das getötete Tier am Montagabend an einem Bach in Niederdresselndorf, einem Ortsteil der Gemeinde Burbach, wie die Polizei am Dienstag in Siegen mitteilte.

23-jähriger Syrer in Berlin wegen Anschlagplanung angeklagt

Wegen der mutmaßlichen Planung eines Anschlags in Berlin hat die Generalstaatsanwaltschaft in der Bundeshauptstadt Anklage gegen einen 23-jährigen Syrer erhoben. Er soll spätestens im März 2025 den Entschluss gefasst haben, mit einem Messer möglichst viele Jüdinnen und Juden sowie "Ungläubige" und anschließend sich selbst mit einem Sprengstoffgürtel zu töten, wie die Anklagebehörde am Dienstag mitteilte.

Textgröße ändern: