Pallade Veneta - Merz: Anschlag von Magdeburg überschattet auch dieses Weihnachten

Merz: Anschlag von Magdeburg überschattet auch dieses Weihnachten


Merz: Anschlag von Magdeburg überschattet auch dieses Weihnachten
Merz: Anschlag von Magdeburg überschattet auch dieses Weihnachten / Foto: Ronny HARTMANN - AFP

Ein Jahr nach dem Anschlag auf den Weihnachtsmarkt in Magdeburg haben zahlreiche Betroffene und Politiker der Opfer gedacht. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) sagte am Samstagabend in einer Gedenkstunde in der neben dem Magdeburger Marktplatz gelegenen Johanniskirche, die "schreckliche Gewalttat" vom 20. Dezember 2024 überschatte auch Weihnachten in diesem Jahr. Die Bundesregierung stehe an der Seite der Betroffenen - "heute und in Zukunft".

Textgröße ändern:

Bei dem Anschlag vor einem Jahr war ein Mann mit einem Auto über den Weihnachtsmarkt gerast. Ein neunjähriger Junge und fünf Frauen im Alter von 45 bis 75 Jahren starben, mehr als 300 Menschen wurden verletzt.

In der Magdeburger Johanniskirche gedachten Einwohner der Stadt, Betroffene und Angehörige von Opfern des Anschlags. Für die Opfer wurden symbolisch Kerzen entzündet. Auch vor der Kirche versammelten sich zahlreiche Menschen, um die Gedenkstunde zu verfolgen.

Merz sagte, er hoffe, dass für alle Betroffenen "Trost und Kraft darin liegen, heute gemeinsam zu erinnern und gemeinsam zu trauern und füreinander da zu sein". Nötig sei "in dieser Welt immer wieder Zuspruch - Trost und Zuspruch". Gleichzeitig müssten auch "Wut und Zorn" sein dürfen.

Magdeburgs Oberbürgermeisterin Simone Borris (parteilos) sagte in ihrer Rede, der Anschlag habe die Stadt tief erschüttert. Sie sei "seitdem eine andere". Für viele Menschen sei "nichts mehr wie es war". Borris betonte, dieser "Tag der Trauer sei auch ein Tag der Verbundenheit". Magdeburg sei eine Stadt, "die zusammenhält".

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) sagte, der 20. Dezember habe "einen Schatten gelegt auf diese Stadt und auf unser ganzes Land". Er betonte aber auch: "Wir kapitulieren nicht vor dem Terror, wir leben unser Leben und unsere Traditionen." Es sei ein wichtiges Zeichen, dass der Weihnachtsmarkt in Magdeburg auch in diesem Jahr stattfinde.

Zahlreiche Politikerinnen und Politiker äußerten sich im Onlinedienst X: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier rief dazu auf, "innezuhalten" und der Opfer der "brutalen, menschenverachtenden Tat" zu gedenken. "Wir denken voller Mitgefühl an ihre Angehörigen und an alle, die an diesem Tag an Körper und Seele verletzt wurden."

Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) erklärte, die Brutalität und Sinnlosigkeit des Anschlags "verstören bis heute". Ihre Gedanken seien "bei den Angehörigen der Opfer und allen anderen, die durch die Tat verletzt wurden, die noch immer mit den Folgen der Tat kämpfen". Sie versprach: "Wir dürfen und wir werden die Opfer von Magdeburg nicht alleine lassen".

Der mutmaßliche Täter Taleb A., ein aus Saudi-Arabien stammender Arzt, muss sich seit November in einem Prozess vor dem Landgericht Magdeburg verantworten. Er gestand, die Tat geplant zu haben. Sein Angriff habe nicht einzelnen Menschen gegolten. Für viele Prozessbeobachter waren seine Aussagen bedrückend.

Der Magdeburger Weihnachtsmarkt ist seit Ende November auch dieses Jahr geöffnet; die Genehmigung wurde erst nach Nachbesserungen am Sicherheitskonzept erteilt.

Z.Ottaviano--PV

Empfohlen

Razzia in Bayern: Verdacht auf Steuerbetrug in Millionenhöhe bei Wasserpfeifentabak

Wegen mutmaßlicher Hinterziehung von Tabaksteuer in Millionenhöhe haben Ermittler die Räume eines Unternehmens in Südbayern durchsucht. Drei Tatverdächtige sollen Wasserpfeifentabak aus Dubai importiert und mit Steuerbanderolen für Rauchtabak etikettiert haben, wie das Zollfahndungsamt München am Dienstag in der bayerischen Landeshauptstadt mitteilte. Damit wollten sie offenbar die Zusatzsteuer von 23 Euro pro Kilogramm Wasserpfeifentabak umgehen.

Dauerhafte Unterbringung in Psychiatrie nach Totschlag an Stiefvater in Hessen

Nach der Tötung seines Stiefvaters hat das Landgericht im hessischen Kassel für einen 33-Jährigen die dauerhafte Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus angeordnet. Der Mann wurde mit Urteil vom Montag als schuldunfähig eingestuft, wie ein Gerichtssprecher am Dienstag sagte.

Cannabisplantage mit rund 1100 Pflanzen in Hessen entdeckt - zwei Festnahmen

In Hessen haben Ermittler in einem Haus eine professionelle Plantage mit rund 1100 Cannabispflanzen entdeckt. Ein 34- und ein 48-Jähriger wurden bei der Durchsuchung des Hauses in Spangenberg festgenommen, wie die Staatsanwaltschaft Kassel und die Polizei in Homberg am Dienstag mitteilten. Beide kamen vor einen Haftrichter und anschließend in Untersuchungshaft.

38 verletzte Schüler bei Reizgasattacke an Schule in Niedersachsen

Bei einer Reizgasattacke an einer Schule in Niedersachsen sind mindestens 38 Schüler leicht verletzt worden. Unbekannte versprühten das Reizgas am Montagmittag innerhalb eines Schulgebäudes in Brake, wie die Polizei in Delmenhorst am Dienstag mitteilte. Die Betroffenen klagten über Reizungen der Atemwege und Augen und wurden vor Ort medizinisch versorgt. Die Schule wurde vorsorglich vollständig evakuiert.

Textgröße ändern: