Pallade Veneta - Verheerender Brand bei Silvesterparty in der Schweiz von Fontänen auf Flaschen ausgelöst

Verheerender Brand bei Silvesterparty in der Schweiz von Fontänen auf Flaschen ausgelöst


Verheerender Brand bei Silvesterparty in der Schweiz von Fontänen auf Flaschen ausgelöst
Verheerender Brand bei Silvesterparty in der Schweiz von Fontänen auf Flaschen ausgelöst / Foto: MAXIME SCHMID - AFP

Die verheerende Brandkatastrophe im Schweizer Skiort Crans-Montana in der Silvesternacht ist durch leichtsinniges Hantieren mit Sprühfontänen auf Flaschen ausgelöst worden. Laut Zeugenaussagen und der Auswertung von Videos deute "alles darauf hin, dass das Feuer ausgegangen ist von Tischfeuerwerken, von Sprühfontänen, die auf Champagnerflaschen aufgesetzt wurden und zu nah an die Decke gekommen sind", sagte am Freitag die Generalstaatsanwältin des Kantons Wallis, Béatrice Pilloud. Durch den Brand in einer Bar waren 40 Menschen ums Leben gekommen.

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119 weitere Menschen wurden verletzt. Viele erlitten schwerste Brandverletzungen, die in Spezialkliniken behandelt werden müssen. 50 Verletzte wurden nach Angaben der Schweizer Behörden bereits zur Behandlung in europäische Nachbarländer gebracht. Deutsche Spezialkliniken erhielten eine Anfrage zur Behandlung von 40 Opfern, wie die Direktorin der Klinik für Schwerbrandverletzte im Unfallkrankenhaus Berlin, Leila Harhaus-Wähner, dem Sender Welt TV sagte.

"Viele der Verletzten kämpfen immer noch um ihr Leben", sagte der Walliser Regierungspräsident Mathias Reynard. Der Geschäftsführer der Krankenhäuser im Kanton Wallis, Eric Bonvin, sagte der Nachrichtenagentur AFP, dass nach dem Unglück eingelieferte Patienten nicht nur Verbrennungen, sondern auch Knochenbrüche davongetragen hätten. Wahrscheinlich seien viele Knochenverletzungen bei dem panischen Ansturm auf den Ausgang der Bar entstanden.

Bis Freitag konnten nach Polizeiangaben 113 Verletzte identifiziert werden, darunter neben 71 Schweizern unter anderem 14 Franzosen und elf Italiener. Hinweise auf deutsche Opfer gab es weiterhin nicht.

Die Identifizierung der 40 Todesopfer dauere an, sagte Polizeichef Frédéric Gisler. Dabei setze die Polizei auf die Unterstützung zahlreicher Spezialisten, mit Ergebnissen sei in den nächsten Tagen zu rechnen. Für den kommenden Freitag ist in Crans-Montana eine Gedenkfeier für die Opfer geplant.

Den Ermittlern vorliegenden Videoaufnahmen zufolge hätten die Feuerwerksfontänen die Deckenverkleidung in Brand gesetzt, der sich dann rasend schnell ausgebreitet habe, sagte Generalstaatsanwältin Pilloud. Nach ihren Angaben war die Frage, ob die Sicherheitsstandards in der Bar eingehalten wurden, einer der Schwerpunkte der Ermittlungen. So müsse unter anderem geklärt werden, welche Materialien verbaut worden seien, welche Umbauten es gegeben habe und ob alle Brandschutzvorschriften eingehalten worden seien.

Betreiber der von dem Feuer verwüsteten Bar "Le Constellation" sind das französische Ehepaar Jacques und Erica Moretti. Beide entkamen unversehrt und wurden inzwischen von der Polizei befragt. Laut Pilloud wurden sie als "Zeugen" vorgeladen.

Jacques Moretti beteuerte gegenüber der Schweizer Zeitung "Tribune de Genève", dass die Sicherheitsvorgaben in dem Lokal erfüllt worden seien. "Alles wurde in Übereinstimmung mit den Regulierungen getan", sagte er.

Sicherheits-Behördenchef Stéphane Ganzer erklärte, das Gebäude habe einen Notausgang gehabt. Wahrscheinlich hätten in dem sich rasch ausbreitenden Großfeuer jedoch nur wenige Gäste den Notausgang gefunden, sagte Ganzer.

Das Feuer während der Silvesterparty war gegen 01.30 Uhr ausgebrochen. Laut Augenzeugen hatten zuvor Kellnerinnen als Teil einer in der Bar üblichen "Show" Sektflaschen mit Feuerwerksfontänen hochgehalten. Das Feuer breitete sich rasend schnell aus, zudem gab es Verpuffungen.

Neben dem in Crans-Montana eingerichteten Krisenzentrum suchten Freunde und Angehörige auch in Onlinenetzwerken Hilfe. Die 17-jährigen Jugendlichen Eléonore und Elisa aus dem Wallis schilderten AFP, auf der Suche nach ihren vermissten Freunden hätten sie Suchanfragen "auf Instagram, Facebook, allen möglichen sozialen Netzwerken gepostet". Dies habe jedoch nichts ergeben, und selbst die Eltern ihrer Freunde wüssten nicht, was aus ihren Kindern geworden sei.

R.Zarlengo--PV

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