Pallade Veneta - Mehr als 70 Millionen Euro Steuern hinterzogen: Lange Haftstrafen für drei Männer

Mehr als 70 Millionen Euro Steuern hinterzogen: Lange Haftstrafen für drei Männer


Mehr als 70 Millionen Euro Steuern hinterzogen: Lange Haftstrafen für drei Männer
Mehr als 70 Millionen Euro Steuern hinterzogen: Lange Haftstrafen für drei Männer / Foto: Odd ANDERSEN - AFP/Archiv

Wegen Umsatzsteuerbetrugs in Höhe von insgesamt mehr als 70 Millionen Euro sollen drei Männer für mehrere Jahre in Haft. Das Landgericht Berlin verurteilte die Angeklagten im Alter von 49, 53 und 68 Jahren zu Freiheitsstrafen von vier Jahren, vier Jahren und fünf Monaten beziehungsweise fünf Jahren und sieben Monaten, wie eine Gerichtssprecherin am Donnerstag mitteilte.

Textgröße ändern:

Die drei waren nach Überzeugung der Wirtschaftskammer zwischen 2011 und 2014 in ein Betrugssystem im Bereich des Kupferhandels verstrickt. Dabei wurden Kupferkathoden aus Serbien oder dem Zolllager im Rotterdamer Hafen nach Deutschland geliefert und von in Berlin ansässigen Unternehmen weiterverkauft. Diese Unternehmen seien in ein weit verzweigtes Netz von Firmen ohne realen Geschäftsbetrieb eingebunden gewesen, durch welche der An- und Verkauf nur fingiert wurde, sagte der Vorsitzende Richter Simon Trost in seiner Urteilsbegründung.

Die aus den fingierten Rechnungen und Gutschriften geschuldete Umsatzsteuer sei dann nicht an das Finanzamt abgeführt, sondern mittels Bargeldübergaben in Hotels an serbische Hintermänner weitergeleitet worden. Trost sprach von mafiösen Strukturen. Zahlreiche weitere Mitglieder dieses bandenmäßigen Zusammenschlusses seien bereits wegen Steuerhinterziehung zu teils langen Freiheitsstrafen verurteilt worden.

Auch die Tochterfirma des österreichischen Familienunternehmens des 68-Jährigen mit Sitz in Potsdam, in dem der 49-Jährige als Prokurist arbeitete, habe verbilligte Kupferkathoden erworben und zu höheren Preisen weiterverkauft, sagte der Richter in seiner Begründung. In den jeweiligen Steuererklärungen wurde aber ein unrechtmäßiger Vorsteuerabzug geltend gemacht. Der 68-Jährige und der 49-Jährige hätten damit einen Steuerschaden von rund 51 Millionen Euro verursacht, der 53-Jährige mit seinem ebenfalls involvierten Berliner Unternehmen in Höhe von rund 23 Millionen Euro.

Der Prozess hatte bereits vor rund einem Jahr begonnen und mehr als 40 Verhandlungstage in Anspruch genommen. Das Urteil fiel am Mittwoch. Es ist noch nicht rechtskräftig.

M.Jacobucci--PV

Empfohlen

Mutmaßliche Rechtsextreme besetzen Hermannsdenkmal bei Detmold: Staatsschutz ermittelt

Am Hermannsdenkmal bei Detmold in Nordrhein-Westfalen haben mutmaßliche Rechtsextreme einen mehrstündigen Polizeieinsatz ausgelöst. Ein 21-jähriger Aktivist besetzte das Denkmal am Sonntag über mehrere Stunden, wie die örtliche Polizei mitteilte. Mehrere Vermummte hatten sich zuvor Zutritt zu dem Denkmal verschafft. Nach Einschätzung der Ermittler sind diese der Identitären Bewegung zuzurechnen. Die Vermummten zündeten demnach Pyrotechnik und entrollten Banner.

"Für Juden unwählbar": Zentralrat kritisiert Linke für Israel-Beschlüsse

Nach dem Bundesparteitag der Linken hat sich der Zentralrat der Juden scharf von der Partei distanziert. "Die Linke leistet mit ihrer Beschlussfassung dem wachsenden Antisemitismus weiteren Vorschub", sagte der Präsident des Zentralrats, Josef Schuster, am Sonntag der "Welt". Er fügte hinzu: "Für Jüdinnen und Juden macht sie sich damit unwählbar."

"Haltet fest am Glauben": Heiner Wilmer als neuer Bischof von Münster eingeführt

Mit einem feierlichen Gottesdienst im St.-Paulus-Dom ist der neue katholische Bischof von Münster, Heiner Wilmer, am Sonntag in sein Amt eingeführt worden. "Seid nicht bange, seid standhaft, haltet fest am Glauben" appellierte er an die Gläubigen seines Bistums. Der 65 Jahre alte Wilmer war zuvor Bischof von Hildesheim und ist seit Februar auch Vorsitzender der katholischen Deutschen Bischofskonferenz.

Heiner Wilmer als neuer Bischof von Münster eingeführt

Mit einem feierlichen Gottesdienst im St.-Paulus-Dom und der Übergabe der päpstlichen Ernennungsurkunde ist der neue katholische Bischof von Münster, Heiner Wilmer, am Sonntag in sein Amt eingeführt worden. Wilmer war zuvor Bischof von Hildesheim und ist seit Februar auch Vorsitzender der katholischen Deutschen Bischofskonferenz. Er folgt in Münster auf Felix Genn.

Textgröße ändern: