Pallade Veneta - Vorwurf der Spionage für Russland: Österreichischer Ex-Verfassungsschützer vor Gericht

Vorwurf der Spionage für Russland: Österreichischer Ex-Verfassungsschützer vor Gericht


Vorwurf der Spionage für Russland: Österreichischer Ex-Verfassungsschützer vor Gericht
Vorwurf der Spionage für Russland: Österreichischer Ex-Verfassungsschützer vor Gericht / Foto: JOE KLAMAR - AFP/Archiv

In Wien hat am Donnerstag der Spionageprozess gegen einen österreichischen Ex-Verfassungsschützer begonnen, der geheime Informationen an Russland verkauft haben soll. Durch sein Handeln habe der 63-jährige Egisto Ott riskiert, dem Ruf Österreichs bei verbündeten Geheimdiensten "ernsthaften Schaden" zuzufügen, hieß es in der Anklageschrift, welche die Nachrichtenagentur AFP einsehen konnte. Die Ermittler fanden demnach auch ein Dokument, das Ott mutmaßlich mit dem sogenannten Tiergarten-Mörder in Verbindung bringt.

Textgröße ändern:

Der Prozess vor dem Wiener Landgericht begann am Donnerstagmorgen. Dem Ex-Agenten werden Amtsmissbrauch, Korruption und Spionage zum Nachteil Österreichs vorgeworfen. Ott hatte die Vorwürfe in der Vergangenheit zurückgewiesen. Österreichischen Medienberichten zufolge drohen ihm bei einem Schuldspruch bis zu fünf Jahre Haft.

Ott soll zwischen 2015 und 2022 im Auftrag des früheren Wirecard-Managers Jan Marsalek gehandelt haben. Er soll im Gegenzug mehr als 80.000 Euro erhalten haben.

Marsalek war 2020 kurz nach Bekanntwerden des Bilanzskandals beim Zahlungsdienstleister Wirecard ins Ausland geflohen und wird international gesucht. Gegen ihn wird wegen mehrerer Vermögens- und Wirtschaftsdelikte ermittelt. Laut einer im September veröffentlichten internationalen Medienrecherche lebt er unter falscher Identität in Moskau und soll inzwischen für den russischen Geheimdienst (FSB) arbeiten.

Um Informationen zu sammeln, nutzte Ott nach Angaben der Staatsanwaltschaft mutmaßlich "europäische Datenbanken" und schickte "Anfragen auf Unterstützung" nach Italien und Großbritannien.

Ermittler haben auch ein Dokument gefunden, das Ott mutmaßlich nach dem Mord an einem Georgier tschetschenischer Herkunft in Berlin im Jahr 2019 durch einen von Moskau entsandten Agenten verfasst hatte. Die Staatsanwaltschaft bezeichnet das Dokument als "Anleitung für künftige reibungslose und erfolgreiche Attentate auf EU-Gebiet".

Bei dem Agenten handelt es sich um den sogenannten Tiergarten-Mörder Vadim Krasikow. Der Russe war Ende 2021 zu lebenslanger Haft in Deutschland verurteilt worden, weil er im August 2019 im Auftrag des russischen Staats einen Georgier im Kleinen Tiergarten in der Hauptstadt erschossen hatte. Krasikov zählte zu den insgesamt 26 Häftlingen, die im Zuge des größten Gefangenenaustauschs zwischen Russland und dem Westen seit dem Kalten Krieg im August 2024 freikamen.

Die Staatsanwaltschaft wirft Ott zudem vor, mehrere Handys von hochrangigen österreichischen Beamten des Innenministeriums an Moskau weitergegeben zu haben. Über die Handys bekam der Kreml Zugang zu tausenden Kontakten. Zudem wurde die Sicherheit von in Österreich lebenden ukrainischen und tschetschenischen Flüchtlingen gefährdet.

In einem anderen Verfahren war Ott vorgeworfen worden, Informationen an die rechtsextreme Szene weitergeben zu haben - im vergangenen Jahr wurde er freigesprochen. Österreich hat sich lange als Brücke zwischen Russland und dem Westen verstanden. In den vergangenen Jahren wurde das EU-Land jedoch von mehreren Fällen mutmaßlicher Spionage im Auftrag Russlands erschüttert.

J.Lubrano--PV

Empfohlen

Neuer Oberbürgermeister Krause eröffnet Münchner Oktoberfest mit Fassanstich

Mit dem traditionellen Fassanstich und dem Ausruf "O'zapft is - auf eine friedliche Wiesn" beginnt am Samstag (12.00 Uhr) das Münchner Oktoberfest. Erstmals wird der neue Oberbürgermeister Dominik Krause (Grüne) das weltweit größte Volksfest eröffnen. Er reicht die erste Maß Bier nach dem Anzapfen an den bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU).

Trump verbietet Medien CNN, MS NOW und Politico Zutritt zu Weißem Haus

US-Präsident Donald Trump hat den beiden Fernsehsendern CNN und MS NOW - ehemals MSNBC - sowie der Plattform Politico den Zutritt zum Weißen Haus untersagt. Auf seiner Onlineplattform Truth Social erklärte Trump am Freitag, das Hausverbot trete umgehend in Kraft. "Andere Medien, die Falschinformationen verbreiten, werden folgen", fügte er hinzu.

Sarg von norwegischem König Harald V. nimmt CO2 auf

Der Ende August gestorbene norwegische König Harald V. ist nach Angaben des Königshauses in einem Sarg aus Kohlendioxid absorbierendem Silikatgestein bestattet worden. Haralds letzte Ruhestätte hat die Form eines Schiffes und besteht aus Olivin - einem grünlichen, rund 400 Millionen Jahre alten Silikatgestein, das in Westnorwegen abgebaut wird, wie der Palast am Freitag mitteilte.

Nach Brandanschlag auf Synagoge in Wuppertal: Hinweise auf antisemitisches Motiv

Nach dem Brandanschlag auf eine Synagoge in Wuppertal haben sich die Hinweise auf ein antisemitisches Tatmotiv verdichtet. Äußerungen des 37-jährigen Verdächtige bereits während seiner Festnahme deuteten auf ein antisemitisches Tatmotiv hin, teilte die Staatsanwaltschaft in der nordrhein-westfälischen Stadt am Freitag mit. Der Mann soll am Donnerstag einen Brandsatz an der Eingangstür eines zur Synagoge gehörenden Cafés gelegt haben.

Textgröße ändern: