Pallade Veneta - Prozess gegen mutmaßliche NSU-Unterstützerin: Zschäpe erneut befragt

Prozess gegen mutmaßliche NSU-Unterstützerin: Zschäpe erneut befragt


Prozess gegen mutmaßliche NSU-Unterstützerin: Zschäpe erneut befragt
Prozess gegen mutmaßliche NSU-Unterstützerin: Zschäpe erneut befragt / Foto: JENS SCHLUETER - AFP/Archiv

Die als NSU-Mittäterin verurteilte Beate Zschäpe hat erneut im Prozess gegen eine mutmaßliche Unterstützerin der rechtsextremen Zelle ausgesagt. Vor dem Oberlandesgericht Dresden wurde Zschäpe am Donnerstag ein weiteres Mal zum Leben des NSU-Trios im Untergrund und einer möglichen Mitwisserschaft der Angeklagten befragt. Die 51-Jährige vermied dabei belastende Aussagen gegen die früher mit ihr befreundete Frau.

Textgröße ändern:

Die Angeklagte Susann E. muss sich in dem Verfahren wegen Unterstützung einer inländischen terroristischen Vereinigung und Beihilfe zur besonders schweren räuberischen Erpressung verantworten. Die Angeklagte ist die Ehefrau von André E., der im Münchner NSU-Prozess als Helfer verurteilt wurde.

Laut Bundesanwaltschaft soll sie Zschäpe mehrfach ihre Identität geliehen haben, als diese im sächsischen Zwickau im Untergrund lebte. Sie soll der NSU-Terroristin unter anderem ihre Krankenkassenkarte für Arztbesuche überlassen und ein Wohnmobil für das Trio angemietet haben.

In der Verhandlung am Donnerstag legte das Gericht zudem die Anmeldung für einen Campingplatzurlaub des NSU-Trios und für eine Videothek vor, die ebenfalls mit dem Namen Susann E. unterzeichnet waren. Wer die Papiere ausfüllte, daran konnte sich Zschäpe konkret nicht mehr erinnern. Auch habe E. nach ihren Worten nichs von dem umfangreichen Waffenarsenal mitbekommen, dass in der konspirativen NSU-Wohnung in Zwickau lagerte.

Bereits im Dezember war Zschäpe an zwei Verhandlungstagen vor dem OLG befragt worden. Damals gab sie unter anderem an, von den NSU-Morden im Vorfeld nichts gewusst zu haben, aber wegen bestimmter Vorbereitungen Ahnungen gehabt zu haben. Fragen nach möglichen weiteren Unterstützern des Nationalsozialistischen Untergrunds wich sie aus.

Auch am dritten Tag ihrer Zeugenvernehmung blieb Zschäpe oft vage. "Bei mir ist wirklich wahnsinnig viel verschwommen", sagte Zschäpe am Donnerstag. Auch auf die Frage, warum die NSU-Mordserie im Jahr 2007 aufhörte, wusste Zschäpe keine Antwort. Dies sei "nicht kommuniziert" worden, sagte sie.

Die rechtsextremistische Zelle Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) verübte insgesamt zehn Morde, zwei Bombenanschläge und mehr als ein Dutzend Überfälle. Die NSU-Täter Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos entzogen sich im November 2011 durch Suizid einer drohenden Festnahme nach einem Raubüberfall in Eisenach.

Zschäpe versandte anschließend eine Reihe von Bekennerschreiben, mit denen sich der NSU selbst enttarnte. Sie wurde 2018 im Münchner NSU-Prozess zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt, außerdem stellte das Oberlandesgericht die besondere Schwere der Schuld fest.

Für den Prozess gegen Susann E. sind bislang Termine bis Juni anberaumt.

N.Tartaglione--PV

Empfohlen

Neuer Oberbürgermeister Krause eröffnet Münchner Oktoberfest mit Fassanstich

Mit dem traditionellen Fassanstich und dem Ausruf "O'zapft is - auf eine friedliche Wiesn" beginnt am Samstag (12.00 Uhr) das Münchner Oktoberfest. Erstmals wird der neue Oberbürgermeister Dominik Krause (Grüne) das weltweit größte Volksfest eröffnen. Er reicht die erste Maß Bier nach dem Anzapfen an den bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU).

Trump verbietet Medien CNN, MS NOW und Politico Zutritt zu Weißem Haus

US-Präsident Donald Trump hat den beiden Fernsehsendern CNN und MS NOW - ehemals MSNBC - sowie der Plattform Politico den Zutritt zum Weißen Haus untersagt. Auf seiner Onlineplattform Truth Social erklärte Trump am Freitag, das Hausverbot trete umgehend in Kraft. "Andere Medien, die Falschinformationen verbreiten, werden folgen", fügte er hinzu.

Sarg von norwegischem König Harald V. nimmt CO2 auf

Der Ende August gestorbene norwegische König Harald V. ist nach Angaben des Königshauses in einem Sarg aus Kohlendioxid absorbierendem Silikatgestein bestattet worden. Haralds letzte Ruhestätte hat die Form eines Schiffes und besteht aus Olivin - einem grünlichen, rund 400 Millionen Jahre alten Silikatgestein, das in Westnorwegen abgebaut wird, wie der Palast am Freitag mitteilte.

Nach Brandanschlag auf Synagoge in Wuppertal: Hinweise auf antisemitisches Motiv

Nach dem Brandanschlag auf eine Synagoge in Wuppertal haben sich die Hinweise auf ein antisemitisches Tatmotiv verdichtet. Äußerungen des 37-jährigen Verdächtige bereits während seiner Festnahme deuteten auf ein antisemitisches Tatmotiv hin, teilte die Staatsanwaltschaft in der nordrhein-westfälischen Stadt am Freitag mit. Der Mann soll am Donnerstag einen Brandsatz an der Eingangstür eines zur Synagoge gehörenden Cafés gelegt haben.

Textgröße ändern: