Pallade Veneta - Franzose in U-Haft: 89 Jugendliche in Deutschland und anderen Ländern missbraucht

Franzose in U-Haft: 89 Jugendliche in Deutschland und anderen Ländern missbraucht


Franzose in U-Haft: 89 Jugendliche in Deutschland und anderen Ländern missbraucht
Franzose in U-Haft: 89 Jugendliche in Deutschland und anderen Ländern missbraucht / Foto: JEAN-PIERRE CLATOT - AFP

Ein inzwischen 79 Jahre alter Franzose soll über Jahrzehnte hinweg insgesamt 89 männliche Jugendliche in mehreren Ländern missbraucht haben, auch in Deutschland. Der Mann namens Jacques Leveugle habe zudem gestanden, seine Mutter und eine Tante getötet zu haben, teilte Staatsanwalt Etienne Manteaux am Dienstag in Grenoble mit. Er rief mögliche weitere Opfer auf, sich bei den Behörden zu melden. Der Beschuldigte ist demnach bereits seit 2024 in Untersuchungshaft, vorbestraft ist er nicht.

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Die Staatsanwaltschaft habe entschieden, den Namen des Beschuldigten zu veröffentlichen. "Es geht darum, dass mögliche weitere Opfer sich melden können", sagte Manteaux. Er rief Betroffene auf, das so schnell wie möglich zu tun. Leveugle hielt sich laut einem Zeugenaufruf der Gendarmerie zwischen 1965 und 1969 sowie zwischen 1985 und 1996 zeitweise in Deutschland auf.

Auf die Frage, warum der Fall nicht früher bekannt wurde, erklärte der Staatsanwalt, dass es sich um einen "ungewöhnlichen" Fall handle. Die Staatsanwaltschaft habe sich zunächst von den Fakten überzeugen und die Opfer identifizieren wollen. Dies sei jedoch nicht in allen Fällen gelungen.

Die Zahl der Missbrauchsopfer ergebe sich aus seinen Aufzeichnungen, die die Ermittler auf einem USB-Stick bei Leveugle fanden. Demnach waren die Jugendlichen zwischen 13 und 17 Jahre alt. Die Taten seien zwischen 1967 und 2022 geschehen, außer in Deutschland auch in der Schweiz, in Algerien, im Niger, auf den Philippinen, in Marokko, Kolumbien, Portugal, Frankreich und dem französischen Überseegebiet Neukaledonien.

"Er hat in verschiedenen Ländern gelebt und als Nachhilfelehrer oder Lehrer gearbeitet, um junge Menschen zu treffen und sexuelle Beziehungen zu haben", sagte der Staatsanwalt über den Beschuldigten. Leveugle habe auch Reisen von Jugendlichen betreut.

Er sei ein "gebildeter, charismatischer" Mann, der die Jugendlichen häufig zunächst auf intellektuelle Weise umworben habe. Nach Einschätzung des Ermittlers Serge Procédès kam es nicht zu körperlicher Gewalt, Leveugle habe vielmehr psychischen Druck ausgeübt.

Die Aufzeichnungen habe sein Neffe gefunden, der wegen des Sexuallebens seines Onkels beunruhigt gewesen sei, sagte der Staatsanwalt. Er habe sie der Polizei übergeben. Sie umfassten ausgedruckt "15 Bände".

In seinen Aufzeichnungen hatte Leveugle laut Staatsanwaltschaft auch beschrieben, wie er seine krebskranke Mutter im Endstadium der Krankheit in den 70er Jahren mit einem Kissen erstickt habe. Mit derselben Methode habe er in den 90er Jahren eine 92 Jahre alte Tante getötet. Er habe dies damit erklärt, dass die beiden jeweils am Ende ihres Lebens gewesen seien. Er wünsche sich, dass jemand das auch für ihn tue, wenn er sich in einer ähnlichen Situation befände, sagte Leveugle nach Angaben der Ermittler aus.

Z.Ottaviano--PV

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