Pallade Veneta - Epsteins Mädchen-Jäger: Franzose Daniel Siad sah sich als "Fischer"

Epsteins Mädchen-Jäger: Franzose Daniel Siad sah sich als "Fischer"


Epsteins Mädchen-Jäger: Franzose Daniel Siad sah sich als "Fischer"
Epsteins Mädchen-Jäger: Franzose Daniel Siad sah sich als "Fischer" / Foto: Martin BUREAU - AFP/Archiv

Offiziell arbeitete er als Headhunter für Models, doch zahlreiche Dokumente in den Epstein-Akten schreiben dem Franzosen Daniel Siad die Rolle eines Mädchenjägers für den US-Sexualstraftäter Jeffrey Epstein zu. Das schwedische ehemalige Model Ebba Karlsson erstattete am Dienstag in Frankreich Anzeige wegen Vergewaltigung und Menschenhandels gegen Siad. Sie sei im Alter von 20 Jahren in Südfrankreich festgehalten worden, erklärte sie nach Angaben aus Ermittlerkreisen.

Textgröße ändern:

Siad wies die Vorwürfe in einem im Onlinedienst X veröffentlichten Video zurück. Epstein habe "sein Vertrauen missbraucht", erklärte der glatzköpfige Mann, der sich als gebürtiger Franzose mit algerischen Wurzeln und schwedischer Staatsangehörigkeit vorstellte. "Ich konnte nicht wissen, wie gefährlich er war", betonte er. Nebenbei erwähnte er, dass er Claudia Schiffer "entdeckt" habe, und erklärte die Epstein-Affäre zu einer Verschwörung der Demokraten gegen US-Präsident Donald Trump. Eine Interview-Anfrage von AFP blieb unbeantwortet.

Die in den Epstein-Akten enthaltenen Dokumente zeichnen ein anderes Bild. Siads Name erscheint mehr als 1000 Mal. In zahlreichen Nachrichten preist er junge Mädchen und Frauen an, schickt Fotos von ihnen und schlägt Epstein Treffen vor.

"Süßes französisches Mädchen in Marrakesch, 22 Jahre alt", schreibt er etwa 2002 an Epstein. Auf dem geschwärzten Foto sind lediglich deren nackte Beine zu sehen. "Wann kommst Du nach Marrakesch? Ich kann ein Casting organisieren und eine tolle private Unterkunft", wirbt er weiter. Epstein stellt einen Besuch Ende September in Aussicht, "wenn das Wetter besser ist".

In einer Mail von 2014 betont Siad, dass er "großen Respekt" vor Epstein habe. "Ich wollte Dir eine große Überraschung bereiten, aber dieses Mal hat es nicht geklappt", schreibt er. "In diesem Geschäft fühle ich mich wie ein Fischer, manchmal fische ich schnell etwas, manchmal gibt es keinen Fisch", schreibt er. In derselben Mail kündigt er "eine Liste von fünf Mädchen zwischen 16 und 17 Jahren" aus Skandinavien an. "In Schweden hätte ich beinahe mein Image riskiert", bemerkt er. Schließlich erwähnt er noch eine 15 Jahre alte Französin, deren Eltern "sehr glücklich sind, dass ihre Tochter Model wird".

Aus den von AFP eingesehenen Dokumenten geht weiterhin hervor, dass Siad regelmäßig von Epstein bezahlt wurde. Im Jahr 2018 schickte Epstein Siads Bankverbindung weiter an seinen Buchhalter mit dem Auftrag, ihm ein Darlehen in Höhe von 25.000 Dollar zu gewähren.

R.Zaccone--PV

Empfohlen

Polizei erschießt Mann in Krefeld

Bei einem Polizeieinsatz im nordrhein-westfälischen Krefeld hat ein Beamter einen Mann erschossen. Die Polizei war am Samstagabend wegen eines Falls von Körperverletzung im Krefelder Stadtteil Uerdingen gerufen worden, wie die Staatsanwaltschaft Krefeld und die Polizei in Gelsenkirchen mitteilten. Bei einer Auseinandersetzung zwischen einem Mann und Familienmitgliedern war demnach eine Frau leicht verletzt worden.

Ehefrau von spanischem Regierungschef Sánchez muss in Korruptionsprozess Pass abgeben

Im Korruptionsprozess gegen die Ehefrau des spanischen Ministerpräsidenten Pedro Sánchez, Begoña Gómez, hat der zuständige Richter der 55-Jährigen Reisen ins Ausland untersagt. Wie aus einem am Samstag veröffentlichten Beschluss von Richter Juan Carlos Peinado hervorgeht, muss Gómez ihren Reisepass abgeben und sich zweimal monatlich bei den Behörden melden.

UN-Menschenrechtskommissar Türk kritisiert verschärfte EU-Migrationspolitik

Der UN-Menschenrechtskommissar Volker Türk hat die Verschärfung der EU-Migrationspolitik kritisiert, die unter anderem Abschiebezentren in Drittländern außerhalb der EU erlaubt. EU-Mitgliedstaaten könnten ihre "menschenrechtlichen Verpflichtungen" nicht "einfach an Drittländer auslagern", erklärte Türk am Samstag in Genf.

In Auto in Baden-Württemberg gefundenes totes Kind starb an Hitzschlag

Das in einem Auto in Baden-Württemberg gestorbene Kleinkind starb laut Obduktionsergebnis an einem Organversagen infolge eines Hitzschlags. Der Verdacht, dass die Mutter ihre Tochter über Stunden im Auto in Schorndorf vergessen hatte, habe weiter erhärtet werden können, teilte die Polizei Aalen am Freitag mit.

Textgröße ändern: