Pallade Veneta - Pariser Staatsanwaltschaft sucht nach möglichen weiteren Epstein-Opfern

Pariser Staatsanwaltschaft sucht nach möglichen weiteren Epstein-Opfern


Pariser Staatsanwaltschaft sucht nach möglichen weiteren Epstein-Opfern
Pariser Staatsanwaltschaft sucht nach möglichen weiteren Epstein-Opfern / Foto: Handout - US Department of Justice/AFP/Archiv

Die Pariser Staatsanwaltschaft hat mögliche Opfer des US-Sexualstraftäters Jeffrey Epstein aufgerufen, sich bei der Justiz zu melden. "Wir stehen an der Seite der Opfer, wir werden ihre Aussagen aufnehmen, seien es Strafanzeigen oder Zeugenaussagen", sagte die Staatsanwältin Laure Beccuau am Mittwoch dem Sender France Info. Die jüngste Veröffentlichung der Epstein-Akten wecke vermutlich bei vielen Opfern alte Traumata, sagte Beccuau.

Textgröße ändern:

"Manche von ihnen sind uns vermutlich noch nicht bekannt", fügte sie hinzu. Die Pariser Staatsanwaltschaft hat für Ermittlungen im Zusammenhang mit den Epstein-Akten eine eigene Abteilung eingerichtet. Diese soll sich insbesondere auf das Aufdecken mutmaßlicher sexueller und finanzieller Straftaten konzentrieren.

Die französische Staatsanwaltschaft ist zuständig, wenn Täter oder Opfer die französische Staatsangehörigkeit haben, auch wenn die Taten im Ausland begangen wurden.

Am Samstag hatte die Staatsanwaltschaft angekündigt, den Fall des früheren Model-Agenten Jean-Luc Brunel neu aufzurollen, der vor seinem Tod von mehreren Models der Vergewaltigung beschuldigt worden war. Der Franzose war ein Geschäftspartner von Epstein und stand im Verdacht, Transport und Unterkunft von Mädchen und jungen Frauen für Epstein organisiert zu haben. Brunel wurde 2022 tot in seiner Gefängniszelle aufgefunden.

Die Pariser Staatsanwaltschaft prüft mehrere weitere Fälle, in denen es um einen Diplomaten, einen Dirigenten und einen Headhunter für Models geht.

Außerdem hat die französische Finanz-Staatsanwaltschaft Vorermittlungen wegen Steuerbetrugs und Geldwäsche gegen den früheren französischen Kulturminister Jack Lang eingeleitet. Lang und seine Tochter Caroline stehen im Verdacht, auf illegale Weise mit Epstein Geschäfte gemacht und von ihm Geld angenommen zu haben.

Der US-Finanzberater und Multimillionär Epstein verkehrte jahrzehntelang international in höchsten Kreisen. Er soll nach Erkenntnissen der US-Bundespolizei FBI mehr als tausend Mädchen und junge Frauen missbraucht und Opfer teilweise an Prominente vermittelt haben. Der Multimillionär war 2008 verurteilt worden, weil er eine Minderjährige zur Prostitution angestiftet hatte. Nach einem umstrittenen Deal mit der Staatsanwaltschaft saß er aber nur knapp 13 Monate Haft ab.

Im Juli 2019 wurde Epstein erneut festgenommen und von einem Bundesgericht beschuldigt, noch viel mehr Opfer missbraucht zu haben. Am 10. August 2019 wurde er tot in seiner New Yorker Gefängniszelle aufgefunden, nach offiziellen Angaben beging er Suizid.

Die in den Epstein-Akten erwähnten Prominenten versichern zumeist, vom Ausmaß der kriminellen Machenschaften Epsteins nichts gewusst zu haben.

O.Pileggi--PV

Empfohlen

Britischer Regierungschef "entsetzt" nach Serie "antisemitischer" Brandanschläge in London

Im Großraum London hat es erneut einen versuchten Brandanschlag auf eine jüdische Einrichtung gegeben. In einem Raum der Kenton Synagoge in Harrow nordwestlich des Zentrums von London verursachte ein Feuer Samstagnacht geringe Schäden, wie die für die Sicherheit jüdischer Einrichtungen zuständige CST am Sonntag mitteilte. Verletzte gab es nicht. Laut Polizei war offenbar eine Flasche mit Brandbeschleuniger durch ein Fenster der Synagoge geworfen worden. Der britische Premierminister Keir Starmer zeigte sich am Sonntag "entsetzt" angesichts der Serie "antisemitischer" Anschläge.

Papst Leo XIV. zelebriert Messe vor 100.000 Menschen in Angola

Papst Leo XIV. hat in Angola eine Messe vor rund 100.000 Menschen zelebriert. In seiner Predigt in dem südwestafrikanischen Staat rief Leo am Sonntag die Angolanerinnen und Angolaner auf, ein Land aufzubauen, "in dem der Hass und die Gewalt verschwinden" und die "Geißel der Korruption" beseitigt werde. Gebraucht werde eine "neue Kultur der Gerechtigkeit und des Teilens".

Möglicher Erpressungsversuch: Rattengift in Hipp-Babynahrung in Österreich gefunden

In einem Gläschen mit Babynahrung in Österreich ist Rattengift entdeckt worden. Die österreichische Gesundheitsagentur Ages äußerte am Wochenende die Vermutung, dass es sich um einen Erpressungsversuch gegen den deutschen Hersteller Hipp handeln könnte. Das Unternehmen hatte am Freitagabend in Österreich sein gesamtes Sortiment an Babygläschen bei der Supermarktkette Spar wegen Gesundheitsrisiken zurückgerufen. Für Deutschland gab Hipp hingegen Entwarnung.

Angreifer erschießt sechs Menschen in Kiew - Ermittler prüfen terroristisches Motiv

Er feuerte auf der Straße auf Passanten und nahm dann in einem Supermarkt Geiseln: In einem Wohnviertel der ukrainischen Hauptstadt Kiew hat ein Angreifer sechs Menschen getötet. Weitere 14 Menschen wurden bei der Gewalttat am Samstag verletzt, wie Präsident Wolodymyr Selenskyj mitteilte. Der Täter wurde schließlich von Sondereinsatzkräften der Polizei erschossen. Die Hintergründe des Verbrechens waren zunächst unklar.

Textgröße ändern: