Pallade Veneta - Deutsche wegen Hantavirus-Verdacht nach Düsseldorf gebracht - zwei Erkrankte sitzen vorerst fest

Deutsche wegen Hantavirus-Verdacht nach Düsseldorf gebracht - zwei Erkrankte sitzen vorerst fest


Deutsche wegen Hantavirus-Verdacht nach Düsseldorf gebracht - zwei Erkrankte sitzen vorerst fest
Deutsche wegen Hantavirus-Verdacht nach Düsseldorf gebracht - zwei Erkrankte sitzen vorerst fest / Foto: Jeffrey Groeneweg - ANP/AFP

Im Drama um den tödlichen Hantavirus-Ausbruch auf dem niederländischen Kreuzfahrtschiff "Hondius" ist eine möglicherweise infizierte Deutsche zur Untersuchung nach Deutschland gebracht worden. Ein Sprecher der Düsseldorfer Feuerwehr sagte am Mittwochabend, ein Konvoi sei mit der Frau vom Flughafen Amsterdam Richtung Düsseldorf zur Universitätsklinik unterwegs. Zwei vom Schiff geholte Erkrankte mussten wegen eines technischen Problems ihres Flugzeugs auf den Kanaren auf eine weitere Maschine warten.

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Der Feuerwehrsprecher sagte der Nachrichtenagentur AFP, der nach Düsseldorf fahrende Konvoi mit der Deutschen umfasse sechs Fahrzeuge. Die Einsatzkräfte trügen Spezialanzüge, um sich vor einer Ansteckung zu schützen. Der Zustand der Frau sei "stabil, derzeit zeigt sie keine Symptome einer Infektion", erklärte die Feuerwehr am Abend.

Am Vormittag waren drei Menschen wegen Hantavirus-Verdachts im Hafen der kapverdischen Hauptstadt Praia von Bord des Kreuzfahrtschiffes "Hondius" geholt worden. Dabei handelte es sich um zwei Besatzungsmitglieder aus Großbritannien und den Niederlanden, die nach Angaben des Kreuzfahrtveranstalters Oceanwide Expeditions schwer erkrankt sind, sowie nach Angaben des niederländischen Außenministerium um die 65-jährige Deutsche. Diese war offenbar eine Kontaktperson einer am 2. Mai auf dem Schiff gestorbenen Deutschen gewesen. Insgesamt drei Menschen starben bisher an den Folgen des Virus-Ausbruchs.

Die beiden erkrankten Hantavirus-Patienten wurden mit einem anderen Flugzeug von Kap Verde ausgeflogen als die Deutsche. Die Maschine landete später auf den Kanarischen Inseln, wie ein AFP-Reporter am Flughafen von Gran Canaria beobachtete. Das spanische Gesundheitsministerium teilte mit, die zwei Patienten müssten wegen technischer Probleme mit einer anderen Maschine weiterfliegen.

Aus Kreisen des Ministeriums hieß es, der Arzt an Bord habe beim Auftanken einen "Fehler im Stromversorgungssystem" bei einem Patienten bemerkt. Der Mensch müsse so lange an Bord bleiben, bis eine Ersatzmaschine vor Ort sei. Die Regionalregierung hatte zuvor von einer "technischen Zwischenlandung" des Sanitätsflugzeugs auf den Kanaren nach einer verweigerten Landeerlaubnis durch Marokko gesprochen.

Das Kreuzfahrtschiff, das seit Sonntag vor Kap Verde vor Anker lag, nahm derweil Kurs auf die Kanareninsel Teneriffa, wie ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP feststellte. Die "Hondius" werde "innerhalb von drei Tagen" im Hafen von Granadilla anlegen, teilte Spaniens Gesundheitsministerin Mónica García Gómez mit. Alle ausländischen Passagiere würden von dort aus in ihre Heimatländer zurückgeflogen, sofern ihr Gesundheitszustand dies zulasse.

Zwei Briten, die an Bord der "Hondius" gewesen waren, wurden nach ihrer Rückkehr nach Großbritannien von den Behörden angewiesen, sich in Quarantäne zu begeben. Die beiden seien unabhängig voneinander ins Vereinigte Königreich zurückgekehrt, teilte die Gesundheitsbehörde UKHSA mit. Keiner von beiden berichte "derzeit" von Symptomen.

Der Niederländer, bei dem die Hanatavirus-Infektion auf dem Kreuzfahrtschiff als erstes festgestellt wurde, dürfte sich nach Einschätzung einer Expertin der Weltgesundheitsorganisation (WHO) nicht auf dem Schiff angesteckt haben. Bei dem 70-Jährigen wurden ab dem 6. April Symptome wie Fieber und Kopfschmerzen registriert. Die "Hondius" war am 1. April von Ushuaia im Süden des Landes ausgelaufen. WHO-Expertin Anaïs Legand verwies gegenüber der Nachrichtenagentur AFP auf die Inkubationszeit.

In den meisten Fällen vergingen zwischen Ansteckung und dem Auftreten von Symptomen "zwei bis drei Wochen", sagte Legand. Der Mann sei "ganz klar" einem Viruskontakt ausgesetzt gewesen, bevor er an Bord gegangen sei. Die Infektion stehe "mit Sicherheit" mit einem Nagetier in Verbindung. Hantaviren werden üblicherweise über die Ausscheidungen von Nagetieren übertragen. In seltenen Fällen ist eine Übertragung von Mensch zu Mensch möglich.

Die argentinischen Behörden gaben derweil einen Anstieg der Zahl der Hantavirus-Fälle in dem südamerikanischen Land bekannt. Das Gesundheitsministerium registrierte nach eigenen Angaben im laufenden sogenannten epidemiologischen Jahr 101 Fälle – fast doppelt so viele, wie im Vorjahreszeitraum, als 57 verzeichnet wurden. Der Biologe Raúl González Ittig sagte AFP, dies sei nichts Außergewöhnliches, es handele sich um "vereinzelte Fälle".

M.Romero--PV

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