Pallade Veneta - Kulturstaatsminister Weimer will Tiktok "in europäische Hände legen"

Kulturstaatsminister Weimer will Tiktok "in europäische Hände legen"


Kulturstaatsminister Weimer will Tiktok "in europäische Hände legen"
Kulturstaatsminister Weimer will Tiktok "in europäische Hände legen" / Foto: Saeed KHAN - AFP/Archiv

Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos) hat gefordert, "das Europageschäft von Tiktok in europäische Hände" zu legen. Die EU solle dem Beispiel der USA folgen, sagte er am Dienstag in Brüssel: "Die Amerikaner haben das auf eine sehr kluge Weise gelöst, auch im Einvernehmen mit Bytedance", dem chinesischen Mutterkonzern der Videoplattform Tiktok. Die EU-Kommission erteilte Weimers Forderung eine Absage.

Textgröße ändern:

Tiktok hat sein US-Geschäft auf Druck aus Washington auf ein Joint Venture mit einer US-Mehrheitsbeteiligung übertragen. Bytedance hält 19,9 Prozent daran, zu den weiteren Anteilseignern gehören die US-Unternehmen Oracle und Silver Lake sowie MGX aus den Vereinigten Arabischen Emiraten.

Ein Sprecher der EU-Kommission wies die Forderung Weimers zurück: Die Kommission schaue "nicht auf die Eignerstruktur, nicht auf die Herkunft" von Digitalkonzernen. Die EU werde stattdessen ihre bestehenden Gesetze durchsetzen. Dazu gehört das Gesetz für digitale Dienste (Digital Services Act, DSA) und die Datenschutzrichtlinie DSGVO.

In Brüssel laufen mehrere Verfahren gegen Tiktok. Dabei geht es unter anderem um den Jugendschutz, illegale Inhalte wie Gewaltdarstellungen und die Suchtgefahr auf der Videoplattform. Die Kommission kann Tiktok zu Änderungen auffordern und Bußgelder verhängen. Auf Druck aus Brüssel hat das Unternehmen in der Vergangenheit unter anderem seine App Tiktok Lite mit einem aus Sicht der Kommission süchtig machenden Belohnungsmodell zurückgezogen.

Weimer begründete seine Forderung mit mangelndem Datenschutz: "Tiktok sammelt die Daten der europäischen Jugend in einem unvorstellbar großen Ausmaß", sagte er bei einem Treffen der EU-Kulturminister in Brüssel. Die Daten lägen auf Servern, welche die EU nicht kontrollieren könne. "Wir wissen auch nicht genau, was mit diesen Daten - und es handelt sich hier um intimste Daten der europäischen Jugend - geschieht."

Tiktoks Hauptsitz in Europa ist in Irland. Nach eigenen Angaben speichert die Plattform die Daten ihrer europäischen Nutzerinnen und Nutzer hauptsächlich im dortigen Datenzentrum und an einem weiteren Standort in Norwegen. Das Unternehmen hat Bedenken, es leite Daten an den chinesischen Staat weiter, stets zurückgewiesen.

O.Merendino--PV

Empfohlen

Waldbrände in mehreren Ländern Südeuropas: Lage in Südfrankreich besonders angespannt

Waldbrände haben am Wochenende in mehreren Ländern Südeuropas tausende Hektar Vegetation zerstört und die Feuerwehren in Atem gehalten. Besonders angespannt war die Lage am Sonntag in Südfrankreich, wo ein Feuer in den Pyrenäen zwei Menschen schwer verletzte und Auswirkungen auf die für Montag geplante dritte Etappe der Tour de France hat. Auch in Griechenland, Spanien und Portugal kämpften Einsatzkräfte gegen Flammen.

Neue Vorwürfe gegen Reform-UK-Chef Farage wegen nicht offengelegter Geschenke

Der rechtspopulistische britische Parteichef Nigel Farage sieht sich mit neuen Vorwürfen wegen nicht offengelegter Zuwendungen konfrontiert. Die "Sunday Times" berichtete am Sonntag, ein wegen Betrugs verurteilter Krypto-Unternehmer habe vor Farages Einzug ins Parlament für dessen Sicherheit und Mitarbeiter gezahlt. Ein Abgeordneter der Liberaldemokraten forderte daraufhin eine Untersuchung durch den Ethikbeauftragten des Unterhauses. Gegen den Chef der Partei Reform UK läuft bereits eine Untersuchung wegen einer nicht deklarierten Millionenspende eines anderen Krypto-Milliardärs.

Bei Rot über die Ampel: Zwei Tote bei Verkehrsunfall in Niedersachsen

Bei einem schweren Verkehrsunfall im niedersächsischen Papenburg sind zwei Menschen ums Leben gekommen. Ein 21-jähriger Autofahrer missachtete in der Nacht zum Sonntag nach derzeitigen Ermittlungen eine rote Ampel und prallte mit seinem Wagen auf ein anderes, von einem 66-Jährigen geführtes Fahrzeug, wie die Polizei in Lingen berichtete. Durch die Wucht des Aufpralls wurde der Wagen gegen ein weiteres Auto geschleudert.

Unbeschwerte Freizeit für alle: Spender zahlt in Schwalmstadt Freibad für Kinder

Ein anonymer Spender aus dem hessischen Schwalmstadt, der in den Sommerferien für alle Kinder unter 16 Jahren den Eintritt in das örtliche Freibad zahlt, hat das mit eigenen Kindheitserinnerungen begründet. Der Zeitung "Hessisch-Niedesächsische Allgemeine" sagte er nach einem Bericht vom Sonntag, dass ein Schwimmbadbesuch bei keinem Kind aus finanziellen Gründen scheitern sollte.

Textgröße ändern: