Pallade Veneta - Skandal um Einsatz von Spionage-Software durch Polizei in Israel weitet sich aus

Skandal um Einsatz von Spionage-Software durch Polizei in Israel weitet sich aus


Skandal um Einsatz von Spionage-Software durch Polizei in Israel weitet sich aus
Skandal um Einsatz von Spionage-Software durch Polizei in Israel weitet sich aus

Der Skandal um den Einsatz der Spionage-Software Pegasus durch die israelische Polizei weitet sich aus: Die Telefone dutzender prominenter israelischer Politiker, Journalisten und Geschäftsmänner wurden einem Zeitungsbericht vom Montag zufolge von der Polizei ausspioniert, darunter auch ein Sohn des früheren Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu. Regierungschef Naftali Bennet kündigte eine Reaktion an.

Textgröße ändern:

Wie die israelische Wirtschaftszeitung "Calcalist" am Montag berichtete, wurden neben Netanjahus Sohn Avner auch hochrangige Regierungsvertreter, Bürgermeister, Aktivisten, Geschäftsmänner und andere ausgespäht.

Ministerpräsident Bennett versprach umgehend eine "Antwort" auf die neuen Enthüllungen. "Hier sind mutmaßlich Dinge passiert, die sehr ernst sind," erklärte er. Pegasus sei zwar ein wichtiges Mittel etwa zur Terrorbekämpfung. Es sei aber nicht gedacht "für Phishing-Kampagnen gegen die israelische Bevölkerung oder Amtsträger - weshalb wir genau verstehen müssen, was passiert ist".

Nach einer eingehenden Untersuchung hatte die Polizei vergangene Woche bereits den nicht genehmigten Einsatz von Spionage-Technologie eingeräumt. In der Mitteilung der Polizei wurden aber weder Pegasus noch dessen Entwickler NSO erwähnt. Polizeipräsident Kobi Schabtai kündigte nun eine Untersuchung der Anschuldigungen durch eine "externe und unabhängige Untersuchungskommission" an.

Im Januar hatte "Calcalist" berichtet, dass Pegasus gegen Bürger eingesetzt worden sei, die sich an Protesten gegen den damaligen Ministerpräsidenten Netanjahu beteiligt hatten. Diese Anschuldigung hatte die Polizei zunächst zurückgewiesen.

Laut dem neuesten Bericht von "Calcalist" hatte die Polizei dutzende Menschen ausgespäht, die keiner Straftat verdächtigt wurden, ohne dafür die notwendige richterliche Genehmigung zu haben. Darunter seien auch hochrangige Führungskräfte der Ministerien für Finanzen, Justiz und Kommunikation sowie ein Kronzeuge im laufenden Korruptionsprozess gegen Netanjahu gewesen.

Der Pegasus-Eigner NSO war vergangenes Jahr mit Vorwürfen eines Verbunds 17 internationaler Medien konfrontiert worden, Pegasus sei zur Ausspähung von Journalisten, Politikern bis hin zu Staatschefs, Aktivisten und Unternehmenschefs in verschiedenen Ländern genutzt worden.

Die Pegasus-Software ist in der Lage, sämtliche Daten von damit angegriffenen Mobiltelefonen auszulesen. Außerdem kann Pegasus unbemerkt Kamera und Mikrofon des jeweiligen Gerätes anschalten.

mb/cp

F.M.Ferrentino--PV

Empfohlen

Fast 300 Schweine verenden bei Brand auf Bauernhof in Niedersachsen

Schätzungsweise 280 Schweine sind bei einem Brand auf einem Bauernhof im niedersächsischen Holdorf verendet. Wie die Polizei in Cloppenburg am Mittwoch mitteilte, brach das Feuer am Dienstag in einem Komplex aus drei miteinander verbundenen Ställen aus. Rund 170 Tiere wurden demnach gerettet. Die Brandursache war den Angaben zufolge zunächst unklar.

"White Tiger" als Vorbild: Junger mutmaßlicher Onlinesadist in Hamburg angeklagt

Die Staatsanwaltschaft Hamburg hat Anklage gegen einen Jugendlichen in einem weiteren Fall von mutmaßlichem Onlinesadismus erhoben. Er soll sieben Mädchen im Alter zwischen zwölf und 15 Jahren "zu sexuellen und selbstverletzenden Handlungen vor der Kamera genötigt" haben, wie die Anklagebehörde am Dienstagabend mitteilte. Die mutmaßlichen Taten beging er demnach teilweise allein, teils mit Mittätern in von ihm gegründeten Gruppen in sozialen Medien zwischen Mai 2023 und März 2024.

Bundesregierung nimmt neuen Anlauf bei umstrittener IP-Adressenspeicherung

Zur besseren Verfolgung von über das Internet begangener Kriminalität nimmt die Bundesregierung einen neuen Anlauf für die seit Jahren umstrittene Speicherung für IP-Adressen. Das Bundeskabinett beschloss am Mittwoch einen Gesetzentwurf, der Internet-Anbieter verpflichten soll, Geräteadressen ihrer Kunden für drei Monate zu speichern. Ermittler sollen damit bessere Möglichkeiten erhalten, über das Internet begangene Straftaten wie die Verbreitung von Kinderpornografie, Cyberbetrug oder digitale Gewalt aufzuklären.

Polizeiinterne Infos an Kriminelle weitergegeben: Anklage gegen Berliner Beamten

Unter anderem wegen der Weitergabe von polizeiinternen Informationen an Kriminelle hat die Staatsanwaltschaft Berlin Anklage gegen einen 33-jährigen Polizisten erhoben. Dem Neuköllner Streifenbeamten werden Geheimnisverrat, Bestechlichkeit und Rechtsbeugung vorgeworfen, wie die Anklagebehörde am Mittwoch in der Bundeshauptstadt mitteilte.

Textgröße ändern: