Pallade Veneta - Fahrer des Schleuser-Fahrzeugs nach Unfall mit drei Toten in Österreich in U-Haft

Fahrer des Schleuser-Fahrzeugs nach Unfall mit drei Toten in Österreich in U-Haft


Fahrer des Schleuser-Fahrzeugs nach Unfall mit drei Toten in Österreich in U-Haft
Fahrer des Schleuser-Fahrzeugs nach Unfall mit drei Toten in Österreich in U-Haft / Foto: Thomas LENGER - APA/AFP

Nach dem Unfall eines überfüllten Schleuser-Fahrzeugs mit drei Toten im österreichischen Burgenland ist der Fahrer in Untersuchungshaft genommen worden. Gegen den russischen Staatsbürger werde wegen Schlepperei in einer kriminellen Bande sowie mehrfacher fahrlässiger Tötung und Körperverletzung unter besonders gefährlichen Umständen ermittelt, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Eisenstadt am Sonntag.

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Der Kastenwagen hatte sich laut Polizei am Samstagmorgen überschlagen, als er vor einer Polizeikontrolle am österreichisch-slowakischen Grenzübergang Kittsee floh. Er war mit überhöhter Geschwindigkeit unterwegs. Zwei Männer und eine Frau kamen bei dem Unfall ums Leben, 17 Menschen wurden verletzt. Vier der Verletzten seien mittlerweile aus dem Krankenhaus entlassen worden, teilte ein Polizeisprecher mit.

Nach dem Unfall waren fünf Notarzthubschrauber und 15 Rettungsfahrzeuge im Einsatz. Der Schlepper hatte insgesamt 20 Menschen in seinen Kleintransporter eingepfercht, darunter vier Kinder. Einige der Opfer sind laut Polizei syrischer Nationalität.

"Der tragische Tod von drei Menschen heute am Grenzübergang Kittsee - Jarovce zeigt einmal mehr die Brutalität und Skrupellosigkeit der Schleppermafia", sagte Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) am Samstag. "Menschen werden mit völlig falschen Versprechungen gelockt und riskieren dabei ihr Leben." Das entschlossene Vorgehen gegen diese Form der organisierten Kriminalität sei "aktueller und wichtiger denn je".

Karner verwies auch auf die internationale Zusammenarbeit gegen Menschenschmuggel: Es sei bereits eine "Task Force" von Ermittlern aus Ungarn, Serbien und Österreich eingesetzt worden, eine erste "Ermittlerkonferenz" habe es schon gegeben.

Im Mai hatte das österreichische Innenministerium die Zerschlagung eines Schleuserrings gemeldet, der Zehntausende illegale Einwanderer, hauptsächlich Syrer, von Ungarn nach Österreich geschmuggelt hatte. Im laufenden Jahr wurden dem Innenministerium zufolge bereits knapp 330 Schlepper festgenommen - 80 mehr als im Vorjahreszeitraum.

Im Jahr 2015 waren in Österreich 71 Leichen, darunter auch Kinder, in einem Lkw gefunden worden. Sie waren vermutlich während des Transports in Ungarn gestorben, wurden aber erst auf der österreichischen Seite der Grenze entdeckt.

G.Riotto--PV

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