Pallade Veneta - Chats über Vergewaltigung sedierter Frauen: Fünf Jahre Haft für Arzt in Berlin

Chats über Vergewaltigung sedierter Frauen: Fünf Jahre Haft für Arzt in Berlin


Chats über Vergewaltigung sedierter Frauen: Fünf Jahre Haft für Arzt in Berlin
Chats über Vergewaltigung sedierter Frauen: Fünf Jahre Haft für Arzt in Berlin / Foto: Odd ANDERSEN - AFP/Archiv

Wegen Beihilfe zur schweren Vergewaltigung und schwerer sexueller Nötigung ist ein Arzt am Mittwoch in Berlin zu fünf Jahren Haft verurteilt worden. Der 32-Jährige war dem Landgericht zufolge Mitglied in einer Chatgruppe, in der acht Männer sich über die Vergewaltigung sedierter Frauen austauschten. Das Netzwerk aus überwiegend chinesischen Männern flog 2024 in Hessen auf, wo gegen einen anderen Mann ermittelt wurde.

Textgröße ändern:

Die Ermittlungen sorgten für Aufsehen, weil die Taten gefilmt und die Videos teilweise geteilt worden waren. Im Verlauf des Verfahrens wurde der 32 Jahre alte Mediziner als einer der Teilnehmer der Gruppenchats identifiziert, wie das Landgericht mitteilte.

Es sah als erwiesen an, dass er den anderen Männern mehrmals Ratschläge zur Sedierung von Frauen gegeben hatte. Außerdem habe er selbst seine Verlobte dreimal sexuell missbraucht, wobei sie ebenfalls sediert gewesen sei.

Diese Taten verübte er dem Urteil zufolge in den Jahren 2020 und 2021 in einem Hotelzimmer in der chinesischen Hauptstadt Peking. Andere Männer seien teilweise daran beteiligt gewesen. Bei einer Durchsuchung seien Videos davon gefunden worden.

Im Januar 2024 habe ein anderes mutmaßliches Mitglied des Netzwerks in Frankfurt am Main eine Frau vergewaltigt, führte das Gericht aus. Am Vortag habe der Arzt dem Mann konkrete Ratschläge zur Sedierung gegeben.

Der Vorsitzende Richter sprach den Angaben zufolge von gravierenden Straftaten, die "im höchsten Maße frauenfeindlich" seien. Dass Sexualstraftaten nicht nur begangen, sondern anschließend ins Internet gestellt und beklatscht worden seien, sei ein neues Phänomen.

Zugunsten des Angeklagten berücksichtigte das Gericht, dass in China über den Fall bereits ausführlich berichtet worden sei. Aus dieser Berichterstattung könne er identifiziert werden. Die persönlichen Konsequenzen des Strafverfahrens seien darum für den Arzt besonders schwer.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Dagegen kann noch mit einer Revision vor dem Bundesgerichtshof vorgegangen werden. Drei andere mutmaßliche Mitglieder der Chatgruppe wurden in den vergangenen Monaten bereits in Frankfurt am Main, Berlin und München zu Haftstrafen verurteilt.

F.Dodaro--PV

Empfohlen

Bis zu zwölf Jahre Haft in Essener Prozess um tödlichen Familienstreit

In einem Prozess um den gewaltsamen Tod eines Manns nach Erbstreitigkeiten innerhalb einer Familie hat das Landgericht Essen sechs Angeklagte zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Fünf von ihnen sprach das Gericht wegen Totschlags in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung schuldig, wie ein Gerichtssprecher am Mittwoch mitteilte. Eine weitere Angeklagte wurde wegen gefährlicher Körperverletzung verurteilt. Das Gericht verhängte Haftstrafen zwischen dreieinhalb und zwölf Jahren.

16-Jähriger verletzt zwei Mädchen an Gymnasium in bayerischem Schongau - Festnahme

An einem Gymnasium im oberbayerischen Schongau soll ein 16 Jahre alter Jugendlicher am Mittwoch eine Gewalttat verübt haben. Dabei soll er zwei 13 Jahre alte Mädchen schwer verletzt haben, wie ein Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd sagte. Lebensgefahr bestehe nicht. Laut Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) soll der Jugendliche mit einem Messer und einer Schusswaffe bewaffnet gewesen sein.

Salzburger Gericht verurteilt Burkini-Verbot in Hotel-Pool als Diskriminierung

Ein Gericht in Österreich hat das Burkini-Verbot eines Hotels in den Alpen als Diskriminierung verurteilt. Wie das Salzburger Landesverwaltungsgericht der Nachrichtenagentur AFP am Mittwoch bestätigte, fällte es diese Woche ein Urteil gegen die Entscheidung der Geschäftsführerin des Hotels in dem Ski-Ort St. Johann im Pongau, zwei Gästen wegen ihrer Ganzkörper-Badeanzüge die Nutzung des hoteleigenen Pools zu verwehren. Damit seien die beiden muslimischen Österreicherinnen "aufgrund ihres religiösen Bekenntnisses diskriminiert" worden, hieß es.

Weitere Festnahme in Fall von Auftragsmord an dreifacher Mutter in Bayern

Im Fall eines Auftragsmords an einer dreifachen Mutter in Bayern haben Ermittler einen weiteren Verdächtigen festgenommen. Der 55-Jährige soll die spätere Tatwaffe illegal besessen und später verkauft haben, wie die Polizei in Augsburg am Mittwoch mitteilte. Zudem soll er im Verfahren vor dem Landgericht Augsburg falsch ausgesagt und darüber hinaus Zeugen beeinflusst haben.

Textgröße ändern: