Pallade Veneta - Todesfahrt bei CSD in Berlin - Mutmaßlich islamistischer Tatverdächtiger

Todesfahrt bei CSD in Berlin - Mutmaßlich islamistischer Tatverdächtiger


Todesfahrt bei CSD in Berlin - Mutmaßlich islamistischer Tatverdächtiger
Todesfahrt bei CSD in Berlin - Mutmaßlich islamistischer Tatverdächtiger / Foto: RALF HIRSCHBERGER - AFP

Beim Christopher Street Day (CSD) in Berlin ist ein Fahrzeug in eine Menschenmenge gerast und hat mindestens einen Menschen getötet. 16 weitere Menschen wurden nach Angaben von Polizei und Feuerwehr am Samstagabend im Tiergarten verletzt, drei von ihnen lebensgefährlich. Die Polizei fahndete unter "Hochdruck" mit einem Großaufgebot nach dem Täter oder den Tätern. Ein mutmaßlich islamistischer Tatverdächtiger sei identifiziert worden.

Textgröße ändern:

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) verurteilte eine "abscheuliche Tat". Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) verurteilte einen "Angriff auf unsere freie und weltoffene Gesellschaft".

Der Vorfall ereignete sich am Samstagabend im Berliner Tiergarten in der Nähe des Brandenburger Tors. Nach Polizeiangaben fuhr das weiße Tatfahrzeug in den Ahornsteig im Tiergarten und fuhr dort mehrere Menschen an.

Das Fahrzeug - nach Angaben eines Polizeisprechers ein Pkw ähnlich einem Minibus oder einem Minivan - knallte dann gegen einen Baum. Der Fahrer "hat dann offensichtlich das Fahrzeug verlassen und hat sich dann in unbekannte Richtungen entfernt", sagte der Polizeisprecher.

Ein Tatverdächtiger sei "identifiziert", aber noch nicht festgenommen worden, sagte ein Polizeisprecher. Der Verdächtige ist demnach "polizeibekannt als Angehöriger des islamistischen Milieus hier in Berlin". Der Polizeisprecher stellte zudem eine baldige Öffentlichkeitsfahndung in Aussicht. "Wir haben weiterhin noch keinerlei Hinweise auf seine konkreten Motivationshintergründe oder auch den genauen Ablauf oder seinen Tatbeitrag als solchen."

Ein Augenzeuge sagte der Nachrichtenagentur AFP, ein Fahrzeug sei mit hoher Geschwindigkeit von der Lennéstraße in den Tiergarten abgebogen. Dabei habe er mehrere Menschen angefahren.

Polizei und Rettungskräfte eilten mit einem Großaufgebot zum Tatort, auch Spezialeinheiten waren im Einsatz. Die Polizei sprach von "mehreren hundert Einsatzkräften", die teils schwer bewaffnet seien. Bei der Suche werden demnach auch Hubschrauber mit Wärmekameras eingesetzt.

Ein Feuerwehrsprecher sagte, neben dem Toten seien 16 Menschen verletzt worden. Es gab demnach drei lebensbedrohlich Verletzte, acht schwer Verletzte und fünf leicht Verletzte.

Die Veranstalter brachen den CSD nach dem Vorfall ab: "Bitte geht nach Hause", schrieben sie auf Instagram. Ein Journalist der Nachrichtenagentur AFP vor Ort berichtete, die Gegend werde geräumt. Die Berliner Polizei rief dazu auf, den Bereich zu meiden und weiträumig zu umfahren.

Die Todesfahrt sorgte für entsetzte Reaktionen. "Nach einem friedlichen und bunten CSD wurde die Versammlung für ein tolerantes und friedliches Berlin auf brutalste Art attackiert", schrieb Bürgermeister Wegner im Kurzbotschaftendienst X. "Meine Gedanken sind bei den Opfern, ihren Familien und Freunden."

Ein Sprecher der Bundesregierung erklärte, Bundeskanzler Merz stehe mit Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) "in engstem Kontakt" und werde von den Sicherheitsbehörden "fortlaufend unterrichtet. "Bundeskanzler und Innenminister sind in Gedanken bei den Opfern und ihren Angehörigen. Sie danken den Einsatzkräften und werden sich mit besonderem Nachdruck für Aufklärung und Ahndung der abscheulichen Tat einsetzen." Dobrindt erklärte, die "feige, abscheuliche Attacke auf friedlich feiernde Menschen erschüttert mich zutiefst".

Am Samstag hatten hunderttausende Menschen unter dem Motto "Haltung ist hot" am Christopher Street Day in Berlin teilgenommen. Den Abschluss bildete am Abend ein Showprogramm am Brandenburger Tor.

Die jährlich organisierten CSD-Kundgebungen erinnern an den 28. Juni 1969, als die Polizei die Schwulenbar "Stonewall Inn" in New York stürmte. Es folgten tagelange Zusammenstöße mit Aktivsten, die als Geburtsstunde der modernen Schwulen- und Lesbenbewegung gelten.

F.Abruzzese--PV

Empfohlen

USA verhängen Sanktionen gegen IStGH-Präsidentin Tomoko Akane

Die USA haben Sanktionen gegen die Präsidentin des Internationalen Strafgerichtshofs (IStGH), Tomoko Akane, verhängt. Das Tribunal sei ein "korruptes und in fataler Weise politisiertes supranationales Gericht, das seine Befugnisse böswillig missbraucht und sein Mandat überschritten hat", erklärte US-Außenminister Marco Rubio am Dienstag zur Begründung. Washington belegte außerdem den IStGH-Ankläger Abdoulaye Seye mit weiteren Sanktionen.

In Wohnung in Hessen getöteter 20-Jähriger: Tatverdächtiger festgenommen

Nach dem Fund eines getöteten 20-Jährigen in Hessen haben Ermittler einen Tatverdächtigen festgenommen. Der 23-Jährige kam in Untersuchungshaft, wie die Polizei in Darmstadt am Dienstag mitteilte. Er war der Mitbewohner des Opfers. Eine Obduktion erhärtete den Verdacht, dass dieses getötet wurde.

Menschen absichtlich angefahren: Psychiatrie für 27-Jährigen in Brandenburg

Weil er vier Menschen absichtlich mit einem Auto anfuhr und einen davon dadurch tötete, hat das Landgericht Potsdam für einen 27-Jährigen die dauerhafte Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus angeordnet. Er galt wegen einer paranoiden Schizophrenie als schuldunfähig, wie eine Gerichtssprecherin am Dienstag mitteilte.

Lebenslange Haft für 43-Jährigen nach Mord an Bekanntem in Keller in Hessen

Das Landgericht im hessischen Darmstadt hat einen 43-Jährigen wegen Mordes an einem Bekannten in einem Keller zu lebenslanger Haft verurteilt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, wie ein Gerichtssprecher am Dienstag sagte. Die zuständige Kammer sah es als erwiesen an, dass der 43-Jährige sein Opfer im Oktober in Lampertheim mit einem Messer erstochen hatte.

Textgröße ändern: