Pallade Veneta - Berufungsprozess zu Pilz-Mord in Australien: Anklage fordert Haft bis ans Lebensende

Berufungsprozess zu Pilz-Mord in Australien: Anklage fordert Haft bis ans Lebensende


Berufungsprozess zu Pilz-Mord in Australien: Anklage fordert Haft bis ans Lebensende
Berufungsprozess zu Pilz-Mord in Australien: Anklage fordert Haft bis ans Lebensende / Foto: Martin KEEP - AFP/Archiv

Im Berufungsprozess zum Aufsehen erregenden Fall einer mutmaßlichen Pilzmörderin in Australien hat die Staatsanwaltschaft eine Erhöhung des Strafmaßes auf lebenslang ohne die Möglichkeit einer vorzeitigen Haftentlassung gefordert. Erin Patterson verdiene es wegen dreifachen Mordes an den Eltern und der Tante ihres damaligen Mannes, bis zu ihrem Lebensende im Gefängnis zu bleiben, erklärte die Staatsanwaltschaft am Donnerstag vor dem Berufungsgericht in Melbourne zum Abschluss der zweitägigen Verhandlung.

Textgröße ändern:

Die Verteidigung der 51-Jährigen verlangt hingegen, ihre Verurteilung in erster Instanz aufzuheben. Patterson war im September vergangenen Jahres zu lebenslanger Haft mit der Möglichkeit einer vorzeitigen Haftentlassung nach 33 Jahren verurteilt worden. Eine Haft von lediglich 33 Jahren wäre aus Sicht der Staatsanwaltschaft allerdings "offenkundig unangemessen". Angesichts der Schwere ihrer Taten müsse sie in zweiter Instanz zu lebenslanger Haft ohne Aussicht auf vorzeitige Haftentlassung verurteilt werden.

Der Prozess in erster Instanz gegen die sogenannte Pilz-Mörderin Patterson hatte international Aufsehen erregt. Patterson hatte im Juli 2023 bei einem Familienessen im Dorf Leongatha mehreren Verwandten ein tödliches Pilzgericht serviert. Drei ihrer vier Gäste - ihre Schwiegereltern und eine Tante ihres Noch-Ehemannes - starben. Der Mann der Tante überlebte nur knapp.

Bei allen vier Gästen diagnostizierten die behandelnden Ärzte eine Vergiftung durch den Grünen Knollenblätterpilz. Der hochgiftige Pilz wächst in vielen Regionen Australiens und ähnelt essbaren Pilzen. Er enthält jedoch ein starkes Gift, das zu Leber- und Nierenversagen führen kann. Patterson selbst beteuerte, die Knollenblätterpilze versehentlich in das Essen gemischt zu haben. Sie sprach von einem "schrecklichen Unfall" und plädierte auf nicht schuldig.

Die Verteidigung fordert in dem Berufungsprozess daher die Aufhebung der Haftstrafe. Sie prangerte am Mittwoch "schwerwiegende Justizirrtümer" in der ersten Instanz an, da dem damaligen Richter bei der Entscheidung über die Zulässigkeit von Beweismitteln Fehler unterlaufen seien.

J.Lubrano--PV

Empfohlen

Nadeln und Nägel in Halloween-Süßigkeiten: Bundesweit immer mehr Fälle bekannt

Nach Halloween werden bundesweit immer mehr Fälle von mit spitzen Metallteilen präparierten Süßigkeiten bekannt. In Essen fanden zwei Familien Nadeln in Schokoriegeln und einer Tüte mit Weingummi, wie die Polizei in der nordrhein-westfälischen Stadt am Sonntagabend mitteilte. Diese waren demnach von ihren Kindern am Halloween-Abend an Haustüren eingesammelt worden. Die Familien lebten demnach in unterschiedlichen Stadtteilen, verletzt wurde nach derzeitigem Stand niemand, die Ermittlungen laufen.

Sechs Monate nach tödlicher Amokfahrt: Prozess gegen Mann in Leipzig begonnen

Sechs Monate nach der Amokfahrt mit zwei Toten in Leipzig hat vor dem Landgericht der sächsischen Stadt der Prozess gegen einen 34-jährigen Beschuldigten begonnen. Zum Auftakt wurde am Montag mit der Verlesung der Anklage begonnen. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten unter anderem zweifachen Mord und versuchten Mord in 85 Fällen vor.

Vermummte Jugendliche errichten Barrikade: Zwölf Festnahmen in hessischem Viernheim

Im hessischen Viernheim hat ein Dutzend teils vermummter Minderjähriger am Sonntagabend eine Barrikade gebaut und Einsatzkräfte mit Böllern attackiert. Beamte nahmen drei Kinder und neun Jugendliche vorläufig fest, wie die Polizei in Darmstadt mitteilte. Ein Großaufgebot war daraufhin die ganze Nacht in der Viernheimer Innenstadt im Einsatz, zu weiteren Vorfällen kam es jedoch nicht.

Hunderte Schrauben und Nägel auf Autobahn: Reifenschäden an Fahrzeugen in Bayern

In Bayern haben Unbekannte hunderte Nägel und Schrauben auf der Autobahn 9 bei Hilpoltstein verteilt. Es kam zu Reifenschäden an mehreren Fahrzeugen, wie die Polizei in Nürnberg am Sonntag mitteilte. Das Geschehen trug sich am Samstagabend zu, Beamte fanden rund 250 Metallteile.

Textgröße ändern: