Pallade Veneta - Eine Woche nach Sturzflut: Kaum noch Hoffnung auf Überlebende in Tunneln in Nepal

Eine Woche nach Sturzflut: Kaum noch Hoffnung auf Überlebende in Tunneln in Nepal


Eine Woche nach Sturzflut: Kaum noch Hoffnung auf Überlebende in Tunneln in Nepal
Eine Woche nach Sturzflut: Kaum noch Hoffnung auf Überlebende in Tunneln in Nepal / Foto: Handout - NEPAL ARMY/AFP

Eine Woche nach der Flutkatastrophe im Himalaya schwindet in Nepal die Hoffnung, in verschütteten Tunneln noch überlebende Arbeiter von Wasserkraftwerken zu finden. Bisher wurden in den Tunneln keine Überlebenden gefunden, wie die nepalesische Katastrophenschutzbehörde am Mittwoch bestätigte. Die Grabungen mussten stattdessen immer wieder in blockierten Tunnelschächten unterbrochen werden.

Textgröße ändern:

"Die Such- und Rettungsaktion läuft noch", sagte die Behördensprecherin Shanti Mahat der Nachrichtenagentur AFP. Auch Rettungsteams aus dem Ausland seien trotz großer Schwierigkeiten weiterhin in den Tunneln im Einsatz und versuchten "riesige Mengen an Schlamm und Geröll" zu beseitigen. Bisher aber weitgehend erfolglos: "In einigen Fällen war es schwierig, die Tunneleingänge zu finden, und selbst wenn sie gefunden wurden, waren die Tunnel dann im Inneren blockiert", berichtete Mahat.

Seit der Sturzflut werden insgesamt 639 Arbeiter vermisst, die in Wasserkraftwerken oder auf Baustellen für neue Staudämme gearbeitet hatten. Nepals Regierung war zunächst davon ausgegangen, dass mehr als hundert von ihnen in einem der verschütteten Tunnel überlebt haben könnten.

Am Montag hatten Rettungskräfte in zwei Tunneln insgesamt drei Leichen gefunden. Sie arbeiteten sich teilweise mehrere hundert Meter weit vor - die Suche endete aber immer in Bergen aus Schlamm und Geröll. "Wir haben Zugang zu allen Tunneln, aber es ist schwierig hineinzukommen", hatte Energieminister Biraj Bhakta Shrestha am Dienstag gesagt.

Die Sturzflut hatte am Mittwoch vergangener Woche ganze Ortschaften im Grenzgebiet zwischen Nepal und Tibet zerstört. Ursache der Katastrophe war nach Einschätzung von Fachleuten aus China und den USA ein Gletscherabbruch am mehr als 7000 Meter hohen Berg Langtang Lirung in Nepal. Die gigantische Flutwelle aus Wasser, Schlamm und Geröll schoss durch enge Flusstäler und riss auf beiden Seiten der Grenze Häuser, Straßen, Wasserkraftwerke und Menschen mit.

Inzwischen wurden in Nepal und Tibet mehr als 1100 Tote geborgen. Fast 4500 Menschen wurden am Mittwoch zudem noch vermisst, darunter auch mehr als 800 Ausländer, die etwa auf Trekking- oder Pilgerreisen im Himalaya unterwegs waren. Nepals Regierung hofft zwar weiter auf die Rettung Vermisster. "Wunder geschehen", sagte Außenminister Shisir Khanal AFP. Daher wolle er die "Hoffnung noch nicht ganz aufgeben".

Viele Familien, die tagelang in Notunterkünften und Leichenhallen nach vermissten Angehörigen suchten, haben inzwischen aber keine Hoffnung mehr. In Nepal, wo die Hindus ihre Toten traditionell verbrennen, zündeten Trauerende am Mittwoch Strohpuppen an. Unter ihnen war etwa Dolma Newar Tamang, deren Mann bisher weder tot noch lebendig gefunden wurde. Das Ritual sei wichtig, "um seine Seele zu befreien, damit er Frieden und Glück findet, wo auch immer er ist", sagte die Frau.

R.Zaccone--PV

Empfohlen

Polizei findet Waffenlager nahe Landstraße in Rheinland-Pfalz

Die Polizei hat nahe einer Landstraße in Rheinland-Pfalz ein Waffen- und Munitionslager gefunden. Wem die Waffen gehörten, war zunächst unklar, wie die Beamten in Ludwigshafen am Dienstag mitteilten. Demnach wurden sie am Montag nahe einem Parkplatz an einer Landstraße in Speyer gefunden. Es handelte sich um mehrere Langwaffen, Schrotflinten, Jagdgewehre und mehrere Kurzwaffen.

Freundin zu Ausreise nach Syrien überredet: Anklage gegen IS-Rückkehrerin in Berlin

Weil sie sich der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) angeschlossen und eine Freundin zur Ausreise nach Syrien überredet haben soll, hat die Generalstaatsanwaltschaft Berlin Anklage gegen eine heute 35-Jährige erhoben. Ihr wird die Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung im Ausland vorgeworfen, wie die Behörde am Dienstag in der Bundeshauptstadt mitteilte. Die Frau soll sich im Dezember 2014 in Syrien dem IS angeschlossen haben.

Rheinland-Pfalz: Motorradfahrer liegt nach Unfall 19 Stunden in Wald

Ein verletzter Motorradfahrer hat in Rheinland-Pfalz nach einem Unfall rund 19 Stunden in einem Wald gelegen, bis er von Autoinsassen entdeckt wurde. Mehrere Fahrzeuge passierten zuvor die in einem abschüssigen und von der Fahrbahn aus nur schwer einsehbaren Gebiet gelegene Unfallstelle, ohne den Verletzten zu bemerken, wie die Polizei in Prüm am Montagabend berichtete.

Mann stirbt in Hessen nach Schüssen: Suche nach Täter

Ein Mann ist im hessischen Dietzenbach mit Schussverletzungen auf einer Straße gefunden worden und wenig später in einem Krankenhaus gestorben. Wie das Polizeipräsidium in Offenbach am Dienstag mitteilte, meldeten Passanten am Montagabend laute Knallgeräusche sowie einen schwer verletzten Mann. Rettungskräfte brachten den 60-Jährigen in eine Klinik, wo er allerdings seinen Verletzungen erlag.

Textgröße ändern: