Pallade Veneta - Zehn Tage nach Sturzflut in Nepal weckt Bergung von zwei Überlebenden neue Hoffnung

Zehn Tage nach Sturzflut in Nepal weckt Bergung von zwei Überlebenden neue Hoffnung


Zehn Tage nach Sturzflut in Nepal weckt Bergung von zwei Überlebenden neue Hoffnung
Zehn Tage nach Sturzflut in Nepal weckt Bergung von zwei Überlebenden neue Hoffnung / Foto: Handout - Nepal Army Facebook Page/AFP

Neue Hoffnung bei der unermüdlichen Suche nach Überlebenden in Nepal: Zehn Tage nach der verheerenden Sturzflut im Himalaya sind am Samstag zwei Menschen gerettet worden. Ein chinesischer Staatsbürger sei aus einem Tunnel gerettet worden, sagte ein Sprecher der nepalesischen Armee der Nachrichtenagentur AFP. Zudem bargen Einsatzkräfte im Bezirk Nuwakot eine Frau lebend aus dem Schlamm in ihrem verschütteten Haus. Ministerpräsident Balendra Shah sagte, die Rettung der Frau habe "der ganzen Nation Hoffnung gegeben".

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Der Chinese verließ offenbar bei Bewusstsein und mit schlammigen Händen gestützt von zwei Soldaten den Tunnel, wie auf von der Armee im Onlinedienst Facebook veröffentlichten Fotos zu sehen war. Er habe sich 225 Meter tief in einem Tunnel des Wasserkraftprojekts Upper Trishuli-1 befunden, teilte die Armee mit. "Sein Gesundheitszustand wird im Augenblick untersucht und weitere Such- und Rettungsarbeiten dauern an", hieß es.

Bereits am Freitag waren zwei Arbeiter aus dem Tunnel des Wasserkraftwerks Trishuli-3A gerettet worden, die Rettungsarbeiten gingen auch dort wie an mehreren anderen Standorten weiter. Die beiden Männer befinden sich Berichten zufolge in einem Krankenhaus in der Hauptstadt Kathmandu und sind in stabilem Zustand.

Seit der Sturzflut werden hunderte Arbeiter vermisst, die in Wasserkraftwerken oder auf Baustellen für neue Staudämme gearbeitet hatten. Nepals Regierung war zunächst davon ausgegangen, dass mehr als hundert von ihnen in den verschütteten Tunneln überlebt haben könnten. Bis zu dem Erfolg am Freitag waren aus den Tunneln aber keine Überlebenden geborgen worden. Die Rettungsarbeiten werden von Fachleuten aus Indien, China, Australien und Südkorea unterstützt. Mindestens zwölf Wasserkraftwerke waren bei der Sturzflut zerstört worden.

Dem nepalesischen Energieministerium zufolge wollen die Bergungskräfte von der Schweiz gelieferte Drohnen einsetzen, die bei Sucheinsätzen in dunklen, engen und gefährlichen Tunneln helfen können.

Das Haus, aus dem die als Chandrika Shrestha identifizierte Frau im Bezirk Nuwakot gerettet wurde, war weitgehend von Schlamm-Massen bedeckt, wie auf einem von der Armee veröffentlichten Video zu sehen war. Rettungskräfte der Polizei reichten der 64-jährigen demnach Wasser zu trinken, bevor sie sie aus dem Haus bargen. Ein Team der Polizei habe die Frau gefunden, als die Beamten die Gegend durchsuchten, sagte ein leitender Polizist der Nachrichtenagentur AFP. Sie sei zur Behandlung nach Kathmandu geflogen worden.

Die Rettungskräfte greifen auch auf Drohnen zurück, um Medikamente, Lebensmittel und andere Hilfsmittel in höher gelegene Regionen zu bringen - und um Leichname abzutransportieren. Weil die Leichenhallen überfüllt sind, wurden nach Polizeiangaben vom Samstag inzwischen schon 1300 Tote in Massengräbern beigesetzt, nachdem ihnen DNA-Proben entnommen worden waren.

Nepals Regierungschef Shah versprach den tausenden obdachlos gewordenen Menschen "sichere und bequeme" Unterkünfte. "Wir wissen, dass es nicht einfach für Sie ist", sagte er am Freitag in Online-Netzwerken an diejenigen Menschen gewandt, die derzeit in Notunterkünften leben. Er versprach, "wieder eine Umgebung zu schaffen, in der Sie von ihrer Zukunft träumen und sie aufbauen können".

Bei der verheerenden Sturzflut am Mittwoch vergangener Woche waren im Grenzgebiet zwischen Nepal und der autonomen Region Tibet in China ganze Ortschaften zerstört worden.

Die Katastrophenschutzbehörde Nepals korrigierte am Samstag die Zahl der bestätigten Toten von 1344 auf 1331. Mit 31 bestätigten Toten in China beträgt die Gesamtzahl der bestätigten Todesopfer mindestens 1362. Zudem werden noch mehr als 5500 Menschen vermisst, darunter viele Ausländer.

Ursache der Katastrophe, die vom nepalesischen Außenminister Shisir Khanal als "Himalaya-Tsunami" bezeichnet wurde, war nach Einschätzung von Fachleuten ein Gletscherabbruch am mehr als 7000 Meter hohen Berg Langtang Lirung in Nepal. Die Gletscher im Himalaya schmelzen wegen des Klimawandels schneller als je zuvor. Schmelzende Gletscher können Berghänge destabilisieren und das Risiko von Erdrutschen erhöhen.

A.dCosmo--PV

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