Pallade Veneta - "Rote Linie" Mekka: Saudi-Arabien wirft Huthis Angriff auf heilige Stadt vor

"Rote Linie" Mekka: Saudi-Arabien wirft Huthis Angriff auf heilige Stadt vor


"Rote Linie" Mekka: Saudi-Arabien wirft Huthis Angriff auf heilige Stadt vor
"Rote Linie" Mekka: Saudi-Arabien wirft Huthis Angriff auf heilige Stadt vor / Foto: Zain JAAFAR - AFP

Saudi-Arabien hat der jemenitischen Huthi-Miliz einen Drohnenangriff auf die für Muslime heilige Stadt Mekka vorgeworfen und vor einer "roten Linie" gewarnt. Die von Riad angeführte Militärkoalition gegen die pro-iranischen Huthis erklärte am Mittwoch, die saudiarabische Luftabwehr habe die "feindliche" Drohne abgewehrt. Der Vorfall sorgte in der muslimischen Welt für Empörung und könnte den Konflikt in der Region weiter verschärfen. Die Huthis wiesen die Vorwürfe aber als "Lüge" zurück.

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Die Militärkoalition erklärte, die Drohne sei zerstört worden, "bevor sie in den gesperrten Luftraum der heiligen Stadt" eingedrungen sei. Das Bündnis kündigte Vergeltungsmaßnahmen an und erklärte mit Blick auf die heiligste Stadt des Islam, "die Sicherheit der beiden heiligen Moscheen und der Pilger ist eine rote Linie". Das saudiarabische Außenministerium warf den Huthis einen "feigen Terrorangriff" vor.

Die vom Iran unterstützten Huthis bestritten dagegen, Mekka mit einer Drohne angegriffen zu haben. "Die Behauptungen über einen Angriff auf Mekka sind eine abgedroschene Lüge", erklärte Huthi-Funktionär Hasem al-Assad im Onlinedienst X. Diese sei "schon früher benutzt" worden und könne "niemanden mehr täuschen".

Mekka ist die heiligste Stadt im Islam. Die Stadt im Westen Saudi-Arabiens gilt als der Geburtsort des Propheten Mohammed. In ihr steht die Große Moschee mit der Kaaba, wo sich jährlich Millionen Pilger zum Hadsch versammeln, einer der fünf Säulen des Islam. Dabei sollen die Gläubigen die letzte Pilgerreise des Propheten Mohammed vor 1400 Jahren nachempfinden.

Die Organisation für Islamische Zusammenarbeit prangerte den angeblichen Drohnenangriff auf Mekka als "abscheulich" an. Die Organisation, der 57 muslimische Staaten angehören, verurteilte "die abscheulichen Angriffe der Huthi-Gruppe auf die Stadt Mekka und die Region Medina sowie deren anhaltende Aggression gegen das Königreich Saudi-Arabien". Der Generalsekretär der Arabischen Liga, Nabil Fahmy, sprach von einem "extrem schwerwiegenden" Vorfall.

Riad hatte am Dienstag Angriffswarnungen für mehrere Landesteile ausgegeben, darunter für Mekka. "Ich werde nicht verbergen, dass wir Angst haben", sagte ein Bewohner der Stadt der Nachrichtenagentur AFP. "Sind sie (die Huthis) keine Muslime? Sie nehmen die heiligste Stadt ins Visier. Was gibt es da anzugreifen?"

Huthi-Sprecher Jahja Saree bestritt ebenfalls einen Drohnenangriff auf Mekka. Seinen Angaben zufolge griff die Miliz am Mittwoch eine Ölanlage sowie einen Militärstützpunkt in Saudi-Arabien an. "Unsere Einsätze zielen auf Ölanlagen und Militärstützpunkte ab, die weit entfernt von den heiligen Stätten liegen."

Die Huthis erklärten zudem, einen saudiarabischen Kampfjet abgeschossen zu haben, der einen "feindlichen Einsatz" im Luftraum der jemenitischen Provinz Marib ausgeführt habe. Die Miliz veröffentlichte ein Video, das den Abschuss des Kampfjets zeigen soll. Zu sehen ist darin auch ein brennendes Flugzeugwrack in einem Wüstengebiet sowie Kämpfer mit einem Flugzeugteil, auf dem offenbar eine saudiarabische Fahne zu sehen ist.

Die Huthis hatten Ende Juli eine Seeblockade gegen Saudi-Arabien angekündigt und seither Ziele in dem Königreich angegriffen. Nach einer Blitzoffensive übernahm die Miliz in der vergangenen Woche die Kontrolle über große Teile der jemenitischen Küste am Bab al-Mandab.

Die strategisch wichtige Meerenge verbindet das Rote Meer mit dem Golf von Aden und damit dem Indischen Ozean. Sie ist eine wichtige Route für den internationalen Schiffsverkehr, besonders für den Export von saudiarabischem Öl ist sie zentral. Seit der weitgehenden Blockade der Straße von Hormus durch Teheran seit Beginn des Iran-Kriegs hat Bab al-Mandab zusätzlich an Bedeutung gewonnen.

Die Huthis kontrollieren seit Jahren weite Teile des Jemen, darunter die Hauptstadt Sanaa. Saudi-Arabien unterstützt die jemenitischen Regierungstruppen im Kampf gegen die Miliz.

Zuletzt gab es nahe der Grenze zu Saudi-Arabien Gefechte zwischen den Huthis und jemenitischen Regierungstruppen. Das berichtete ein Journalist der Nachrichtenagentur AFP, der die jemenitischen Truppen begleitete. Die Huthis veröffentlichten am Mittwoch Videos von den Kämpfen.

M.Romero--PV

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