Pallade Veneta - US-Justiz: Pentagon darf Sanktionen gegen Anthropic aufrecht erhalten

US-Justiz: Pentagon darf Sanktionen gegen Anthropic aufrecht erhalten


US-Justiz: Pentagon darf Sanktionen gegen Anthropic aufrecht erhalten
US-Justiz: Pentagon darf Sanktionen gegen Anthropic aufrecht erhalten / Foto: ANDREJ IVANOV - AFP/Archiv

Im Konflikt mit dem US-Verteidigungsministerium um seine Einstufung als "Sicherheitsrisiko" hat das US-Unternehmen Anthropic eine juristische Niederlage erlitten. Ein US-Berufungsgericht in Washington bestätigte am Freitag die Maßnahmen gegen das Unternehmen durch das Pentagon. Zwar habe Anthropic nicht in böser Absicht gehandelt. In den USA obliege es aber dem "Präsidenten und dem Verteidigungsminister, zu entscheiden, wie die Risiken gegeneinander abgewogen werden", fügte Richter Gregory Katsas hinzu.

Textgröße ändern:

Anthropic erklärte, mit der Gerichtsentscheidung nicht einverstanden zu sein. "Wir prüfen jetzt alle Optionen, einschließlich einer weiteren rechtlichen Überprüfung", sagte ein Anthropic-Sprecher.

Der Streit hatte im Februar begonnen, als Anthropic dem Verteidigungsministerium die uneingeschränkte militärische Verwendung des KI-Modells Claude verweigerte. Claude sollte es unter anderem möglich sein, bestimmte militärische Aufträge abzulehnen, zum Beispiel bei der Verwendung vollautonomer Waffensysteme. Medienberichten zufolge kam der KI-Agent auch bei der Festnahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro im Januar zum Einsatz.

Das Pentagon stufte Anthropic daraufhin Anfang März als "Sicherheitsrisiko in der Lieferkette" ein - bis dahin hatte sich diese Kategorisierung nur gegen ausländische Unternehmen gerichtet. US-Präsident Donald Trump beschimpfte Anthropic damals als "linksradikales, wokes Unternehmen", das "außer Kontrolle" sei.

Die Einstufung verbat es Behördenmitarbeitern und Dienstleistern für die US-Armee, KI-Anwendungen von Anthropic noch zu benutzen. Das US-Unternehmen verklagte die US-Regierung deshalb und erzielte Ende August in einem separaten Verfahren einen Teilerfolg, als eine Richterin die Sanktionen zunächst aufhob. Dabei ging es um ein weiter gefasstes Verbot der Trump-Regierung für Anthropic.

Anthropic ist vor allem für seinen Chatbot Claude bekannt. Das Unternehmen steuert auf einen mit Spannung erwarteten, milliardenschweren Börsengang zu, der dem Konzern fast eine Billion Dollar in die Kassen spülen könnte.

E.M.Filippelli--PV

Empfohlen

Nach nur einer Woche: Trumps Pressesprecherin Zacharia muss gehen

Debakel für US-Präsident Donald Trump: Seine neue Pressesprecherin Katie Zacharia muss nur eine Woche nach ihrer Ernennung gehen. Trump sagte am Freitag in Washington, er habe Zacharia geraten, ihren Verbleib auf dem Posten zu "überdenken". Ein Mitarbeiter des Weißen Haus bestätigte danach auf AFP-Anfrage, dass sie ausscheidet. Die Juristin war wegen Falschangaben zu ihrem Lebenslauf unter Druck geraten.

Nach mutmaßlicher Prügelei: US-Rapper Sean "Diddy" Combs in kleineres Gefängnis verlegt

Der wegen Sexualstraftaten inhaftierte US-Rapper Sean "Diddy" Combs ist nach einer mutmaßlichen gewalttätigen Auseinandersetzung mit einem Mithäftling in ein kleineres Gefängnis verlegt worden. Der 56-Jährige wurde aus der Haftanstalt Fort Dix in New Jersey ins Allenwood Low Gefängnis im benachbarten Bundesstaat Pennsylvania verlegt, wie eine Sprecherin der US-Strafvollzugsbehörde am Freitag der Nachrichtenagentur AFP mitteilte.

Papst telefoniert mit Putin und fordert Waffenruhe im ukrainischen Oleschky

Der vor drei Tagen wegen Lungenkrebs operierte Papst Leo XIV. hat vom Krankenhaus aus mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin telefoniert und um eine Waffenruhe in der umkämpften ukrainischen Stadt Oleschky gebeten. Der Papst habe "zu einer Waffenruhe aufgerufen, um die Lieferung von Lebensmitteln und medizinischer Hilfe sowie die freiwillige und sichere Evakuierung der Zivilbevölkerung zu ermöglichen", teilte der Vatikan am Freitag mit.

Schusswaffenvorfall an US-Schule: Waffenlobby würdigt Einsatz von bewaffnetem Zeugen

Nach dem Schusswaffenvorfall mit vier Toten an einer Schule in Oregon hat die US-Waffenlobbyorganisation National Rifle Association (NRA) dem bewaffneten Augenzeugen Lob gezollt, der den Angreifer am Tatort erschossen hatte. "Die schreckliche Gewalttat, die sich gestern in Oregon zugetragen hat, zeigt einmal mehr, wie wichtig eine gesetzestreue, bewaffnete Bevölkerung ist", erklärte die NRA am Freitag im Onlinedienst X.

Textgröße ändern: