Pallade Veneta - Anklage gegen mutmaßliche IS-Unterstützerin in Frankfurt am Main erhoben

Anklage gegen mutmaßliche IS-Unterstützerin in Frankfurt am Main erhoben


Anklage gegen mutmaßliche IS-Unterstützerin in Frankfurt am Main erhoben
Anklage gegen mutmaßliche IS-Unterstützerin in Frankfurt am Main erhoben / Foto: ANDRE PAIN - AFP/Archiv

Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main hat Anklage gegen eine 29-Jährige erhoben, die Mitglied in zwei radikalislamischen Organisationen gewesen sein soll. Ihre kleine Tochter soll in Syrien bei Kämpfen erheblich verletzt worden sein, wie die Staatsanwaltschaft am Montag erklärte. Sie wirft der Deutsch-Marokkanerin die Mitgliedschaft in zwei terroristischen Vereinigungen im Ausland und die Verletzung der Fürsorge- und Erziehungspflicht vor.

Textgröße ändern:

Die aus dem Taunus stammende Frau soll 2013 zusammen mit ihrem Mann nach Syrien gereist sein und sich dort der Al-Nusra-Front angeschlossen haben. In Syrien soll sie eine Tochter geboren haben. Sie habe sich um Kind und Haushalt gekümmert und es so dem Mann ermöglicht, Kämpfer für die Islamistengruppe zu werden, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Später sei das Ehepaar in das Gebiet der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) gereist.

Beide hätte sich dem IS angeschlossen. Die Angeschuldigte soll ihrem Mann zu seinen jeweiligen Einsatzorten als Kämpfer gefolgt sein. Der IS habe beiden einen monatlichen Geldbetrag gezahlt. Der Frau sei bewusst gewesen, dass sie ihre Tochter in dem Bürgerkriegsland in große Gefahr bringen würde, hieß es.

Das Mädchen sei dort auch verletzt worden. Die Erziehung im Sinn der IS-Ideologie, das Aufwachsen unter der "menschenverachtenden Willkürherrschaft" des IS und der fehlende Schulbesuch sollen ebenfalls gefährlich für ihre Entwicklung gewesen sein.

Die Frau wurde 2019 von kurdischen Einheiten festgenommen und saß bis März 2022 in einem Gefangenenlager. Bei ihrer Rückkehr nach Deutschland wurde sie noch am Frankfurter Flughafen festgenommen.

Der Generalbundesanwalt übergab die Ermittlungen im April an die Frankfurter Generalstaatsanwaltschaft. Über die Anklage und die Eröffnung eines Hauptverfahrens muss nun das Oberlandesgericht in Frankfurt entscheiden.

C.Conti--PV

Empfohlen

Schülerproteste in Frankreich: Mehr als 5000 Festnahmen seit Montag

Bei den landesweiten Schülerprotesten in Frankreich sind nach Angaben der Regierung seit Montag mehr als 5000 Menschen festgenommen worden. Innenminister Laurent Nuñez sagte am Freitagabend im Sender TF1, allein am Freitag habe es 1747 Festnahmen gegeben. "Es gab Ausschreitungen in der Nähe von 158 Einrichtungen: Wurfgeschosse, Angriffe auf Ordnungskräfte, Lehrkräfte, Journalisten, Passanten."

Nach Angriff auf SPD-Politiker Ecke in Dresden: Drei Angeklagte kommen vor Gericht

Knapp drei Jahre nach dem Angriff auf den SPD-Europaabgeordneten Matthias Ecke in Dresden kommen drei Tatverdächtige vor Gericht. Das Amtsgericht der sächsischen Landeshauptstadt ließ die Anklage der Staatsanwaltschaft zu, wie es am Freitag mitteilte. Ecke war im Mai 2024 beim Aufhängen von Wahlplakaten angegriffen und dabei so schwer verletzt worden, dass er operiert werden musste.

Sonderermittlerin soll mutmaßliche Gruppenvergewaltigung an US-Eliteuni untersuchen

Rund zwei Jahre nach einer mutmaßlichen Gruppenvergewaltigung an der US-Eliteuniversität Cornell hat der Bundesstaat New York eine Sonderermittlerin berufen. Gouverneurin Kathy Hochul betraute die New Yorker Generalstaatsanwältin Letitia James mit dem Fall. Beide wollten am Freitag vor die Presse treten.

Bayern: Mehr als sechs Jahre Haft für Syrer wegen Einschleusens von Ausländern

Wegen der mehrfachen Schleusung von illegalen Einwanderern ist ein 32-jähriger Syrer in Bayern zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren und zwei Monaten verurteilt worden. Das Landgericht Traunstein sprach ihn unter anderem des banden- und gewerbsmäßigen Einschleusens von Ausländern schuldig, wie ein Gerichtssprecher am Freitag mitteilte. In das Strafmaß wurde auch ein Urteil vom April mit einbezogen.

Textgröße ändern: