Pallade Veneta - Nach Zerstörungen in Florida bedroht Hurrikan "Ian" weitere US-Bundesstaaten

Nach Zerstörungen in Florida bedroht Hurrikan "Ian" weitere US-Bundesstaaten


Nach Zerstörungen in Florida bedroht Hurrikan "Ian" weitere US-Bundesstaaten
Nach Zerstörungen in Florida bedroht Hurrikan "Ian" weitere US-Bundesstaaten / Foto: Ricardo ARDUENGO - AFP

Nach seinem zerstörerischen Zug durch Florida hat der Hurrikan "Ian" am Freitag weitere US-Bundesstaaten bedroht. "Ian" bewege sich als Hurrikan der Warnstufe eins auf North Carolina und South Carolina zu, teilte das Nationale Hurrikanzentrum (NHC) mit. In Florida sprachen die Behörden von mindestens zwölf Todesopfern, laut Gouverneur Ron DeSantis war es für eine abschließende Opferbilanz noch zu früh.

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Das NHC veröffentlichte Hurrikan-Warnungen für die gesamte Küste von South Carolina sowie für Teile von North Carolina und Georgia. Es sei mit "lebensbedrohlichen, katastrophalen" Überflutungen zu rechnen. Auch für den Südwesten Virginias wurden schwere Regenfälle vorhergesagt. US-Präsident Joe Biden rief für South Carolina den Notstand aus.

"Ian" ist einer der schwersten Stürme, die die USA je heimgesucht haben. Nachdem er sich vorübergehend zu einem Tropensturm abgeschwächt hatte, stufte ihn das NHC im weiteren Verlauf wieder als Hurrikan ein. Über dem Südosten der USA werde "Ian" sich in der Nacht zu Samstag voraussichtlich "rasch abschwächen".

Am Mittwochnachmittag war "Ian" mit Windgeschwindigkeiten von 240 Stundenkilometern in Florida auf Land getroffen. Zahlreiche Gebäude wurden zerstört, Bäume und Stromleitungen stürzten um. Überschwemmungen und Zerstörungen wurden unter anderem aus den Städten Fort Myers und Naples gemeldet.

In Naples standen ganze Viertel unter Wasser. Fernsehbilder von dort zeigten komplett überschwemmte Straßen, in denen Autos trieben. Laut der Website poweroutage.us waren am Freitag noch 2,1 Millionen Haushalte und Geschäfte ohne Strom.

Floridas Gouverneur DeSantis sprach von Schäden von "historischem" Ausmaß und Überschwemmungen, wie sie nur "alle 500 Jahre" vorkommen. Manche Gegenden wie Fort Myers seien "durch diesen Sturm wirklich überschwemmt, wirklich verwüstet" worden.

Die Zahl der Todesopfer durch das Unwetter dürfte laut De Santis erst in ein paar Tagen feststehen. Hunderte Menschen waren seinen Angaben zufolge weiterhin auf Hilfe durch Rettungskräfte angewiesen. Der Nachrichtensender CNN sowie Vertreter verschiedener örtlicher Behörden sprachen am Donnerstag von mindestens zwölf Todesopfern.

US-Präsident Joe Biden warnte am Donnerstag, es könnte sich um den "tödlichsten Hurrikan in der Geschichte Floridas" handeln. Die Zahl der Todesopfer sei noch "unklar", es könnte aber einen "bedeutenden Verlust von Leben" geben.

Zuvor waren durch den Hurrikan in Kuba bereits drei Menschen ums Leben gekommen. Außerdem fiel zwischenzeitlich in dem gesamten Karibikstaat der Strom aus.

Wissenschaftlern zufolge führt die vom Menschen verursachte Erderwärmung zu einer steigenden Zahl und höheren Intensität von Tropenstürmen und Wirbelstürmen, weil die wärmeren Meeresoberflächen zu einem höheren Feuchtigkeitsgehalt in der Atmosphäre führen. Studien deuten zudem auf einen Zusammenhang zwischen dem Klimawandel und einer extrem raschen Intensivierung von Tropenstürmen hin, bei der ein relativ schwacher Tropensturm binnen 24 Stunden Hurrikan-Kategorie 3 oder mehr erreicht.

Eine am Freitag veröffentlichte Schnell-Analyse von US-Wissenschaftlern ergab, dass der Klimawandel die Regenfälle bei "Ian" um mehr als zehn Prozent verstärkte. "Der Klimawandel hat den Sturm nicht verursacht, aber er hat dazu geführt, dass er nasser war", erklärte der an der Untersuchung beteiligte Wissenschaftler Michael Wehner vom Lawrence Berkeley National Laboratory.

Wehner und seine Kollegen hatten Wettersimulationen der heutigen Erde mit Simulationen verglichen, bei denen die bereits erfolgte Erderwärmung um fast 1,2 Grad seit dem vorindustriellen Zeitalter herausgerechnet wurde.

R.Zarlengo--PV

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