Pallade Veneta - Staatsanwaltschaft Köln leitet Ermittlungen gegen Kardinal Woelki ein

Staatsanwaltschaft Köln leitet Ermittlungen gegen Kardinal Woelki ein


Staatsanwaltschaft Köln leitet Ermittlungen gegen Kardinal Woelki ein
Staatsanwaltschaft Köln leitet Ermittlungen gegen Kardinal Woelki ein / Foto: Tobias Schwarz - AFP/Archiv

Die Staatsanwaltschaft Köln hat nun doch ein strafrechtliches Ermittlungsverfahren gegen den Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki eingeleitet. Oberstaatsanwalt Ulf Willuhn sagte dem "Kölner Stadt-Anzeiger" am Mittwoch, es gehe um den Verdacht einer falschen eidesstattlichen Versicherung. Grundlage sind schwere Vorwürfe einer leitenden Mitarbeiterin des Erzbistums. Gegen diese prüft das Bistum nun arbeitsrechtliche Schritte.

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"Wir haben das Vorliegen eines Anfangsverdachts nunmehr bejaht und insoweit förmliche Ermittlungen aufgenommen", sagte Willuhn der Zeitung. Bislang hatte die Kölner Ermittlungsbehörde trotz mehrerer Strafanzeigen keine hinreichenden Verdachtsmomente gegen Woelki gesehen.

Dies änderte sich nun durch die schweren Vorwürfe der Mitarbeiterin gegenüber der Zeitung. Demnach soll Woelki falsche Angaben über den Zeitpunkt gemacht haben, zu dem er über Missbrauchsvorwürfe gegen den früheren Sternsinger-Präsidenten und Verfasser des Kirchenlieds "Laudato si", Werner Pilz, erfuhr.

Woelki hatte in Rechtsstreitigkeiten angegeben, erst Ende Juni mit dem Fall befasst worden zu sein. "Das ist nicht wahr", sagte die Bistumsmitarbeiterin dagegen der Zeitung. Sie hatte demnach schon Anfang 2015 für Woelki eine Liste mit Missbrauchstätern erstellt. Unter den 14 aufgeführten Namen sei auch Pilz gewesen.

Die Zeitung zitierte die Mitarbeiterin mit den Worten: "Mag sein, dass er sich das Blatt mit Pilz und den anderen 13 Namen nicht angeschaut hat, aber befasst habe ich ihn damit - ganz eindeutig." Deshalb sei sie auch so entsetzt über die Selbstdarstellung des Kardinals in der Öffentlichkeit gewesen.

Das Erzbistum teilte daraufhin mit, es werde geprüft, ob gegen die Mitarbeiterin "arbeitsrechtliche Schritte eingeleitet werden müssen". Sie habe "aus dem sensiblen Bereich der Personalführung berichtet und dafür ihre Vertrauensstellung benutzt". Das sei "streng untersagt" und könne "kein Arbeitgeber dulden".

Inhaltlich erklärte das Erzbistum, der "erneute Versuch, Kardinal Rainer Maria Woelki eine falsche eidesstattliche Versicherung zu unterstellen", sei "unbegründet". Woelki sei "erstmals im Juni 2022" mit den Pilz betreffenden Vorwürfen befasst worden. "An dieser Aussage gibt es auch nichts zu rütteln", hieß es.

Es verdichteten sich vielmehr "die Anzeichen, dass der Kölner Erzbischof vor seinem bevorstehenden Besuch beim Heiligen Vater in Rom von interessierten Kreisen noch einmal mit uralten Geschichten, die längst geklärt sind, an den Pranger gestellt werden soll", erklärte ein Sprecher des Erzbistums.

Woelki war Anfang März aus einer seit Oktober andauernden Auszeit zurückgekehrt. In diese hatte er sich nach anhaltender Kritik an seiner Kommunikation und seinem Umgang mit dem Missbrauchsskandal begeben. Im März erklärte er, dass er Papst Franziskus seinen Amtsverzicht angeboten habe. Entschieden wurde darüber noch nicht.

Die deutschen Bischöfe werden in der kommenden Woche zu einem mehrtägigen Besuch im Vatikan erwartet. Dabei soll mit Vertretern der Weltkirche unter anderem auch über das umstrittene Reformprojekt des sogenannten synodalen Wegs gesprochen werden. Die Zusammenkunft wird mit großer Spannung erwartet.

E.M.Filippelli--PV

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