Pallade Veneta - VdK kritisiert mangelnde Barrierefreiheit von Arztpraxen und Kliniken

VdK kritisiert mangelnde Barrierefreiheit von Arztpraxen und Kliniken


VdK kritisiert mangelnde Barrierefreiheit von Arztpraxen und Kliniken
VdK kritisiert mangelnde Barrierefreiheit von Arztpraxen und Kliniken / Foto: Philippe LOPEZ - AFP/Archiv

Der Sozialverband VdK hat die unzureichende Barrierefreiheit von Arztpraxen und Kliniken kritisiert. "Für Menschen mit Behinderung oder chronischen Erkrankungen ist das deutsche Gesundheitssystem höchst unzugänglich, von Barrierefreiheit kann hier keine Rede sein", erklärte VdK-Präsidentin Verena Bentele am Freitag anlässlich des Internationalen Tags der Menschen mit Behinderung am Samstag. "Das ist ein klarer Verstoß gegen die UN-Behindertenrechtskonvention."

Textgröße ändern:

Das Recht von Menschen mit Behinderung auf freie Arztwahl werde "regelmäßig eklatant verletzt, etwa weil Praxisräume nicht stufenlos zugänglich sind, weil Behandlungsstühle nicht geeignet sind, weil Dokumente nur in Papierform existieren und damit für sehbehinderte Menschen nicht lesbar sind". Auch Menschen mit Demenz oder geistigen Beeinträchtigungen seien betroffen. Sie würden häufig von den Praxen abgewiesen, weil diese nicht ausreichend Zeit für eine adäquate Betreuung hätten.

Der VdK fordere "die uneingeschränkte Barrierefreiheit für medizinische Dienstleistungen", so Bentele. "Auf Freiwilligkeit setzen bringt uns nicht weiter, das zeigt die Praxis und das beweisen Studien." Gebraucht werde eine "gesetzliche Verpflichtung zu Barrierefreiheit und Diskriminierungsfreiheit im deutschen Gesundheitssystem". Die Kassenärztlichen Vereinigungen müssten ihrem Auftrag, die ambulante Versorgung sicherzustellen, für alle Menschen nachkommen.

"Mindestens bei Neuvergaben und Umbaumaßnahmen von Arztsitzen muss Barrierefreiheit verpflichtend sein", forderte Bentele weiter. Auch Krankenhäuser müssten Barrierefreiheit schaffen. Aktuell fehlten etwa Rollstuhlrampen, barrierefreie Toiletten auf den Stationen, Wegeleitsysteme und barrierefreie Beschriftungen. In vielen Krankenhäusern wäre zudem im Notfall keine stufenfreie Evakuierung aus den oberen Etagen möglich.

J.Lubrano--PV

Empfohlen

"Zusätzliche Belastung": Getränkehersteller gegen geplante Zuckersteuer

Mehr als 300 Unternehmen der Getränkewirtschaft in Deutschland haben sich in einem gemeinsamen offenen Brief gegen eine von der Regierung geplante Zuckersteuer ausgesprochen. Sie warnen darin vor der "zusätzlichen Belastung" für Unternehmen und für Verbraucher und argumentieren, für die Wirksamkeit einer solchen Steuer "fehlen die Belege". Außerdem habe die Branche auf Eigeninitiative den Zuckergehalt marktrelevanter Erfrischungsgetränke seit 2018 um rund 15 Prozent gesenkt.

Hausärzte werfen Bundesregierung Versagen beim Hitzeschutz vor

Der Hausärztinnen- und Hausärzteverband hat der Bundesregierung Versagen beim Hitzeschutz vorgeworfen. "Die Bundesregierung lässt die Praxen beim Hitzeschutz im Stich", sagte die Verbandsvorsitzende Nicola Buhlinger-Göpfarth den Zeitungen der Funke Mediengruppe vom Samstag. "Den jahrelangen Ankündigungen, man werde das Thema Hitzeschutz endlich priorisieren, sind keine Taten gefolgt."

Warken will Suizidprävention stärken - Verbände fordern zentrale Hilfe-Rufnummer

Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) will die Suizidprävention bundesweit stärken. Die dafür zuständigen Länder und Kommunen sollten besser unterstützt werden, heißt es in einem Gesetzentwurf, dessen Inhalte AFP am Freitag in Berlin in Auszügen vorlagen. Darin ist unter anderem die Schaffung einer "Bundesfachstelle für Suizidprävention" geplant. Mehrere Verbände drängten auf eine bundesweit einheitliche Krisendienst-Rufnummer.

Marburger Bund fordert besseren Hitzeschutz für Krankenhäuser

Angesichts anhaltend hoher Temperaturen hat der Ärzteverband Marburger Bund einen besseren Hitzeschutz für Krankenhäuser gefordert. "Die allermeisten Bereiche vom Krankenhaus sind nicht klimatisiert", sagte die erste Vorsitzende Susanne Johna am Freitag im ZDF-"Morgenmagazin". Klare Vorgaben gebe es nur für den Operationsbereich und für die Radiologie. Nur ein Drittel der Häuser habe klimatisierte Patientenzimmer.

Textgröße ändern: