Pallade Veneta - UN-Bericht: Superbakterien breiten sich auch wegen Umweltverschmutzung weiter aus

UN-Bericht: Superbakterien breiten sich auch wegen Umweltverschmutzung weiter aus


UN-Bericht: Superbakterien breiten sich auch wegen Umweltverschmutzung weiter aus
UN-Bericht: Superbakterien breiten sich auch wegen Umweltverschmutzung weiter aus / Foto: Manfred Rohde - Helmholtz-Zentrum für Infektions/AFP

Eine Verringerung der Umweltverschmutzung besonders in Gewässern ist einem UN-Bericht zufolge beim Kampf gegen antibiotikaresistente Superbakterien von entscheidender Bedeutung. Umweltverschmutzung sei ein Schlüsselfaktor für die "Entwicklung, Übertragung und Verbreitung" von Antibiotikaresistenz, heißt es in dem Bericht des UN-Umweltprogramms UNEP von Dienstag. "Mit zunehmender Verschmutzung und mangelndem Management der Verschmutzungsquellen, kombiniert mit Antiobiotikaresistenzen in Kliniken und Krankenhäusern und Landwirtschaft, steigen die Risiken", wird dort ausgeführt.

Textgröße ändern:

Antibiotikaresistenz ist ein natürliches Phänomen, aber der übermäßige und falsche Einsatz von Antibiotika in Menschen, Tieren und Pflanzen hat das Problem verschlimmert. Die Medikamente wirken dann nicht mehr bei den Infektionen, für deren Behandlung sie entwickelt wurden.

Superbakterien haben im Jahr 2019 nach Schätzungen 1,27 Millionen Menschen getötet. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) beschreibt Antibiotikaresistenz als eine der wesentlichen weltweiten Gesundheitsgefahren in naher Zukunft. Bis 2050 könnten sich nach UN-Angaben deswegen bis zu zehn Millionen Todesfälle jährlich ereignen.

Dem UN-Bericht zufolge verschlimmert die Umweltverschmutzung aus wichtigen Wirtschaftszweigen das Problem, insbesondere aus der pharmazeutischen und chemischen Industrie neben der Landwirtschaft und dem Gesundheitswesen. So gelangen antimikrobielle Stoffe auch in die Gewässer der Erde - vor allem die Flüsse.

"Das ist ein echtes Problem, weil Flüsse oft die Quelle unseres Trinkwassers sind", sagte der Wissenschaftler Jonathan Cox von der britischen Aston University der Nachrichtenagentur AFP. "Es handelt sich jetzt schon um die stille Pandemie".

Der Schlüssel liege in der Vorbeugung, erklärt die UNO. Sie rief Regierungen und internationale Akteure dazu auf, die wesentlichen Quellen der Verschmutzung anzugehen, darunter Abwasser, städtische Abfälle, das Gesundheitswesen und die Pharmaindustrie.

L.Guglielmino--PV

Empfohlen

Ebola-Epidemie: Nigeria meldet ersten Fall

In der Ebola-Epidemie in Zentralafrika hat nun auch Nigeria einen ersten Fall gemeldet. Eine unlängst per Flugzeug aus Uganda eingereiste Frau sei in ein Krankenhaus eingeliefert worden, teilte das Gesundheitsministerium des bevölkerungsreichsten Landes Afrikas am Dienstag mit. Dort sei sie mehrere Tage behandelt worden, bevor sich die Diagnose bestätigt habe. Die Regierung forderte alle Gesundheitseinrichtungen des Landes zu "höchster Alarmbereitschaft" auf.

Kassenärzte sagen deutlich längere Termin-Wartezeiten ab 2027 voraus

Die Kassenärzte in Deutschland erwarten, dass gesetzlich Versicherte ab kommendem Jahr deutlich länger auf einen Arzttermin als bisher warten müssen. Der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, verwies dazu in der "Bild"-Zeitung (Dienstagsausgabe) auf die Kürzung von Mitteln für die ambulante Versorgung. Dadurch seien "mehr als 50 Millionen Termine" gestrichen worden. Die Terminnot werde sich daher weiter verschärfen, sagte Gassen.

Facharzttermine: Koalition will bei Wartezeiten für Kassenpatienten handeln

Die schwarz-rote Koalition will bei der Vergabe von Facharztterminen an gesetzlich Versicherte mehr Gerechtigkeit schaffen. Unionsfraktionschef Thorsten Frei (CDU) kündigte am Wochenende Vorschläge von Gesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU) an, die für kürzere Wartezeiten sorgen sollen. Der Vorsitzende des Spitzenverbandes der gesetzlichen Krankenkassen (GKV), Oliver Blatt, kritisierte die bisherige Bevorzugung von Privatpatienten als "himmelschreiende Ungerechtigkeit".

Facharzttermine: Unionsfraktionschef Frei will kürzere Wartezeiten für Kassenpatienten

Der Vorsitzende der Unionsfraktion im Bundestag, Thorsten Frei, dringt auf kürzere Wartezeiten auf einen Facharzttermin für gesetzlich Versicherte. Manches im Gesundheitssystem werde als ungerecht empfunden oder sei tatsächlich ungerecht, sagte Frei dem "Kölner Stadt-Anzeiger" (Montagausgabe). "Darum müssen wir uns kümmern. Ein Beispiel sind die oft langen Wartezeiten für Facharzttermine."

Textgröße ändern: