Pallade Veneta - Baerbock und Heil werben gemeinsam in Südamerika um Fachkräfte

Baerbock und Heil werben gemeinsam in Südamerika um Fachkräfte


Baerbock und Heil werben gemeinsam in Südamerika um Fachkräfte
Baerbock und Heil werben gemeinsam in Südamerika um Fachkräfte / Foto: Tobias SCHWARZ - AFP/Archiv

Auf einer gemeinsamen Reise nach Südamerika wollen Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne) und Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) um Fachkräfte für den deutschen Arbeitsmarkt werben. "Brasilianische Pflegekräfte und kolumbianische Elektriker finden in Deutschland bereits offene Arme - diese Partnerschaft wollen wir ausbauen", erklärte Baerbock am Sonntag vor dem Abflug nach Brasília. Die Bundesregierung wolle "die Einwanderungspolitik vom Kopf auf die Füße stellen, denn unsere Wirtschaft braucht dringend mehr Fachkräfte".

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Gerade in Brasilien sei "das Arbeitskräftepotenzial im Pflegebereich sehr groß und das Qualifikationsniveau sehr hoch", hatte eine Sprecherin von Heils Ministerium am Freitag gesagt. "Insofern ist dies ein geeigneter Ort, um dort sehr gezielt über Fachkräftegewinnung zu sprechen." Minister Heil sei es "dabei sehr wichtig, dass es immer darum geht, sehr sensibel vorzugehen, also dem Land nicht selbst benötigte Arbeitskräfte zu nehmen".

Die sechstägige Reise führt nach Brasilien, Kolumbien und Panama. Es handle sich um Besuche bei drei Partnern, mit denen "uns unendlich viel verbindet", erklärte Baerbock. "Wir leben in Demokratien, sind uns kulturell nah und treten für ein internationales System ein, das auf Regeln und Menschenrechten fußt."

Die Bundesregierung betrachtet insbesondere die Regierung des linksgerichteten brasilianischen Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva als wichtigen Partner. In diesem Jahr waren bereits Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in Brasilien zu Besuch.

Der seit Januar amtierende Lula, der Brasilien bereits von 2003 bis 2010 regierte, möchte seinem Land ein größeres geopolitisches Gewicht verleihen. In den vergangenen Monaten reiste er dazu in die USA und nach China. Differenzen mit Deutschland gibt es allerdings in der Frage des Umgangs mit Russland - Baerbock sprach hier von "unterschiedlichen Blickwinkeln".

Kritiker werfen Lula zu große Nähe zu Russland vor. Brasiliens Präsident macht sich für Friedensgespräche von Russland und der Ukraine stark - dafür sieht der Westen die Bedingungen aber noch nicht als erfüllt an. Lobend erwähnte Baerbock zum Auftakt ihrer Reise Brasiliens Rolle in der Klimapolitik und das Potenzial des Landes als Produzent klimafreundlicher Energien.

Zudem wies die Ministerin auf die wirtschaftliche Zusammenarbeit hin. Südamerika sei ein "potenzieller Gigant der Weltwirtschaft", erklärte sie. "Seit dem russischen Angriffskrieg ordnen wir die Fäden unserer globalen Verflechtung mit großem Tempo neu. Wir wollen ein dichtes und nachhaltiges Netzwerk auch über den Atlantik spannen." Dafür wäre auch das anvisierte Freihandelsabkommen mit den Mercosur-Staaten "ein großer Schritt vorwärts", erklärte Baerbock.

A.dCosmo--PV

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