Pallade Veneta - RKI-Analyse: Rund 1,4 Millionen Menschen in Deutschland mit Demenzdiagnose

RKI-Analyse: Rund 1,4 Millionen Menschen in Deutschland mit Demenzdiagnose


RKI-Analyse: Rund 1,4 Millionen Menschen in Deutschland mit Demenzdiagnose
RKI-Analyse: Rund 1,4 Millionen Menschen in Deutschland mit Demenzdiagnose / Foto: THOMAS KIENZLE - AFP/Archiv

Rund 1,4 Millionen Menschen sind in Deutschland nach aktuellen Daten von Demenz betroffen. Im Jahr 2022 lebten 2,8 Prozent der über 40-Jährigen mit der Diagnose Demenz, wie das Robert-Koch-Institut (RKI) am Montag in Berlin berichtete. Frauen sind dabei stärker betroffen als Männer.

Textgröße ändern:

2022 war bei 3,3 Prozent der Frauen und bei 2,4 Prozent der Männer eine Demenzerkrankung diagnostiziert. Mit dem Alter nimmt die Häufigkeit der Demenzerkrankungen generell stark zu – bei den über 65-Jährigen hatten 6,9 Prozent eine solche Diagnose.

In Ostdeutschland und im Osten Bayerns lag die Zahl der Krankheitsfälle den Daten zufolge zudem höher als in anderen Regionen. Dabei könnten der Studie zufolge Demenzrisikofaktoren wie Diabetes, Bluthochdruck und Fettleibigkeit, die in den vergangenen Jahrzehnten regional ungleich verteilt und in Ostdeutschland häufiger waren, eine wichtige Rolle spielen.

Zwar zeigte sich zwischen 2017 und 2022 eine leicht abnehmende Tendenz bei der Zahl der Demenzerkrankungen in Deutschland. Die Experten rechnen aber damit, dass durch den demografischen Wandel und die älter werdende Bevölkerung die Zahl der Betroffenen steigen wird.

Forscherinnen und Forscher des RKI und des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (Wido) analysierten darüber hinaus Daten zur Häufigkeit von Parkinson. 2022 lebten in Deutschland danach fast 300.000 Menschen mit einer diagnostizierten Parkinsonkrankheit. Das waren 0,61 Prozent der 40-Jährigen. Männer waren dabei etwas häufiger betroffen (0,66 Prozent) als Frauen (0,57 Prozent).

Auch die Häufigkeit der Parkinsonkrankheit nimmt mit dem Alter kontinuierlich zu. Bei den über 65-Jährigen sind demnach 1,42 Prozent betroffen. Seit 2017 zeigt sich eine leicht abnehmende Tendenz.

Demenz und Parkinson sind die beiden häufigsten neurodegenerativen Erkrankungen. Demenz ist durch einen fortschreitenden irreversiblen Verfall von Hirnstrukturen gekennzeichnet, der mit einem Abbau kognitiver Fähigkeiten wie beispielsweise Gedächtnis, Sprache, Aufmerksamkeit und Konzentration, aber auch mit Veränderungen der Persönlichkeit, der Emotionen und der sozialen Kompetenzen einhergeht. Die Entstehung der Erkrankung verläuft schleichend und ist bislang nicht heilbar.

Andere Schätzungen gehen von 1,6 Millionen bis 1,8 Millionen Demenzkranken in Deutschland aus und liegen damit höher als die aktuellen RKI-Zahlen. Dies kann den Experten zufolge an den unterschiedlich strengen Definitionen einer Demenzdiagnose liegen.

Bei Parkinson degenerieren Nervenzellen im Gehirn, die den Botenstoff Dopamin produzieren. In der Folge kommt es zu Störungen vor allem in der Motorik. Typisch sind Muskelsteife und ein Zittern. Es kann zudem etwa zu Blasen- und Verdauungsstörungen, Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen, Depressionen und Stürzen kommen. Die Zahlen basieren demnach auf Daten der AOK-Versicherten und wurden im "Journal of Health Monitoring" veröffentlicht.

A.dCosmo--PV

Empfohlen

Bundestag macht Weg frei für leichtere "Überkreuz"-Nierenspenden

Nierenspenden durch lebende Personen sollen künftig leichter möglich sein. Der Bundestag beschloss am Donnerstag eine Gesetzesänderung, wonach Lebendspenden von Nieren hierzulande künftig auch zwischen zwei unterschiedlichen Paaren "überkreuz" im Regelfall zugelassen werden. Dies soll den Kreis möglicher Organspenderinnen und -spender erheblich vergrößern.

GKV-Finanzen: Kassen fordern "entschlossenes politisches Handeln"

Vor dem Hintergrund von Milliardendefiziten in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) haben die Kassen "entschlossenes politisches Handeln" gefordert. "Bringen Sie noch vor dem Sommer ein Gesetz auf den Weg, damit die Maßnahmen spätestens im Jahr 2027 greifen", appellierte der Verwaltungsrat des GKV-Spitzenverbands am Donnerstag an die Politik. "Weitere Beitragssatzerhöhungen sind für die Beitragszahlenden nicht mehr tragbar und wären zudem Gift für die Wirtschaft!"

Klingbeil-Rede bringt Bewegung in Reformdebatten von Union und SPD

In die Reformdebatten von Union und SPD kommt zunehmend Bewegung. Nach der Grundsatzrede von SPD-Chef Lars Klingbeil ist die Debatte darüber voll entbrannt, wie Belastungen durch Entlastungen an anderer Stelle ausgeglichen werden könnten und umgekehrt. Kritik kommt parteiübergreifend an Überlegungen für eine Anhebung der Mehrwertsteuer.

Bundesgerichtshof verbietet Werbung für Behandlung mit medizinischem Cannabis

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat Werbung für Behandlungen mit medizinischem Cannabis verboten. Es handelt sich um einen Verstoß gegen das Heilmittelwerberecht, wie der BGH am Donnerstag in Karlsruhe entschied. Demnach besteht die Gefahr, dass Patienten bei Arztbesuchen auf ein Cannabis-Rezept drängen. (Az. I ZR 74/25)

Textgröße ändern: