Pallade Veneta - US-Regierung will künstliche Farbstoffe aus Lebensmitteln und Medikamenten verbannen

US-Regierung will künstliche Farbstoffe aus Lebensmitteln und Medikamenten verbannen


US-Regierung will künstliche Farbstoffe aus Lebensmitteln und Medikamenten verbannen
US-Regierung will künstliche Farbstoffe aus Lebensmitteln und Medikamenten verbannen / Foto: ROBERTO SCHMIDT - AFP/Archiv

Die Regierung von US-Präsident Donald Trump will künstliche Farbstoffe aus Lebensmitteln und Medikamenten verbannen. In den vergangenen 50 Jahren hätten "amerikanische Kinder zunehmend in einer giftigen Suppe aus synthetischen Chemikalien" gelebt, sagte der Chef der Lebensmittel- und Arzneimittelbehörde FDA, Marty Makary, am Dienstag vor Journalisten. Er berief sich dabei auf Studien, denen zufolge künstliche Farbstoffe mit Krankheiten wie Diabetes und Krebs sowie Magen-Darm-Problemen und Verhaltensproblemen wie ADHS in Verbindung gebracht werden.

Textgröße ändern:

US-Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. führt sein Ressort unter dem Motto "Make America Healthy Again" ("Macht Amerika wieder gesund") - eine Anlehnung an Trumps Slogan "Make America Great Again" ("Macht Amerika wieder großartig"). Er will unter anderem das in der US-Bevölkerung weitverbreitete Übergewicht bekämpfen. Chronische Krankheiten sollen seinem Ministerium zufolge durch die Fokussierung auf "sicheres, gesundes Essen, sauberes Wasser und die Eliminierungen von Giften in der Umwelt" eingedämmt werden.

Im Rahmen seiner "MAHA"-Politik hatte Kennedy auch angekündigt, die US-Lebensmittelherstellung zu überarbeiten. Das Problem der Farb- und Zusatzstoffe bezeichnete er am Dienstag allgemein als eine "existenzielle" Bedrohung. Der neue Plan basiere weitgehend auf der freiwilligen Einhaltung der Vorschriften durch die Lebensmittelbranche, sagte Kennedy. Diese habe sich jedoch in Gesprächen aufgeschlossen gezeigt.

Kennedys Haltung hinsichtlich künstlicher Farbstoffe stimmt mit dem wissenschaftlichen Konsens überein - ganz im Gegensatz zu seinen früheren Äußerungen zu angeblichen Gesundheitsgefahren durch Impfungen. Früher war Kennedy ein angesehener Anwalt für Umweltrecht, bevor er zunehmend mit Verschwörungserzählungen für Aufmerksamkeit sorgte. Allerdings empfahl der Gesundheitsminister jüngst angesichts von mehreren Masern-Ausbrüchen in den USA den Kombinationsimpfstoff gegen Mumps-Masern-Röteln (MMR) als "wirksamste Weise", die Ausbreitung der Viruserkrankung zu stoppen.

Der nun verkündete Vorstoß der Trump-Regierung hinsichtlich der künstlichen Farbstoffe in Lebensmitteln und Medikamenten wird auch von den US-Demokraten begrüßt. Er sieht vor, die acht zugelassenen künstlichen Lebensmittelfarbstoffe bis Ende 2026 schrittweise zu verbieten. Der Vorschlag baut auf dem Verbot des roten Farbstoffs Nummer Drei durch die Regierung von Trumps Amtsvorgänger Joe Biden auf. Der Zeitplan soll nun aber beschleunigt werden.

In Europa sind die von den US-Behörden genannten Farbstoffe nicht gänzlich verboten. Es besteht aber eine mit Warnhinweisen versehene Kennzeichnungspflicht. Aufgrund dessen haben viele Unternehmen inzwischen auf natürliche Alternativen umgesattelt.

Y.Destro--PV

Empfohlen

Trump gibt Rücktritt des Chefs der US-Arzneimittelbehörde bekannt

US-Präsident Donald Trump hat den Abgang des Chefs der US-Arzneimittelbehörde FDA, Marty Makary, bekanntgegeben. "Marty ist ein großartiger Kerl, aber er wird seinen Weg gehen und ein gutes Leben führen", sagte Trump am Dienstag vor Journalisten auf die Frage, ob er den FDA-Chef entlassen habe. Später veröffentlichte der Präsident auf seiner Plattform Truth Social eine angebliche Textnachricht Makarys, in der dieser seinen Rücktritt anbot.

Prozess um eigenmächtige Coronaimpfung: Freispruch für Unternehmer in Lübeck

Rund viereinhalb Jahre nach einer eigenmächtigen Coronaimpfaktion mit einem nicht zugelassenen Medikament am Lübecker Flughafen ist ein Unternehmer in einem Berufungsprozess freigesprochen worden. Das Landgericht Lübeck sah nach Angaben eines Sprechers am Dienstag vor dem Hintergrund einer komplizierten Rechtslage keine strafbaren Handlungen. Es hob daher ein erstinstanzliches Urteil des Lübecker Amtsgerichts auf, das den Angeklagten 2024 zu einer Geldstrafe von 250.000 Euro verurteilt hatte.

Hantavirus auf der "Hondius": WHO-Chef gibt nach Evakuierung noch keine Entwarnung

Nach der Evakuierung der letzten Passagiere vom Kreuzfahrtschiff "Hondius" kann von Entwarnung vorerst keine Rede sein. Während die in ihren Heimatregionen unter Quarantäne gestellten betroffenen vier Deutschen am Dienstag symptomfrei waren, litt ein nach seiner Heimkehr positiv auf das Hantavirus getesteter Spanier unter Fieber und Atemwegsproblemen. WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus sagte in Madrid, der Kampf gegen den Virus-Ausbruch sei "noch nicht vorbei". Er mahnte die mehr als 20 betroffenen Länder, die WHO-Empfehlungen zur Eindämmung des potenziell tödlichen Virus umzusetzen.

Warken hält an Verabschiedung von Krankenversicherungs-Reform bis zur Sommerpause fest

Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) hält an der Verabschiedung der Reform der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) noch vor der parlamentarischen Sommerpause fest. Der Handlungsdruck sei groß, sagte Warken am Dienstag beim Deutschen Ärztetag in Hannover. Denn die für 2027 erwartete Finanzlücke in der GKV von rund 15 Milliarden Euro müsse noch in diesem Jahr geschlossen werden. Deswegen "verfolgen wir auch weiter das Ziel, das Gesetz noch vor der Sommerpause im Deutschen Bundestag abzuschließen".

Textgröße ändern: