Pallade Veneta - Union lehnt Forderungen nach höheren Preisen für Alkohol ab

Union lehnt Forderungen nach höheren Preisen für Alkohol ab


Union lehnt Forderungen nach höheren Preisen für Alkohol ab
Union lehnt Forderungen nach höheren Preisen für Alkohol ab / Foto: Hector RETAMAL - AFP

Die Union hat Forderungen von Suchtexperten nach höheren Preisen für Alkohol eine Absage erteilt. "Suchtkranke werden sich von höheren Preisen kaum abhalten lassen", sagte der gesundheitspolitische Sprecher der Union im Bundestag, Tino Sorge (CDU), der "Rheinischen Post" vom Freitag. Mit Preiserhöhungen könnte stattdessen das "Volumen günstiger Importe und illegaler Produktion zunehmen", warnte er.

Textgröße ändern:

Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) hatte am Donnerstag ihr neues Jahrbuch Sucht veröffentlicht, wonach der Alkoholkonsum in Deutschland trotz eines Rückgangs immer noch hoch ist. Dieser "hohe Durchschnittskonsum" führe zu einer sehr hohen Zahl von alkoholbedingten Sterbe- und Erkrankungsfällen und verursache ökonomische Folgekosten von 57 Milliarden Euro im Jahr.

Die DHS dringt daher seit langem auf eine Steuererhöhung für alkoholische Getränke. So könnten nicht nur die Einnahmen erhöht, sondern auch der Alkoholkonsum gesenkt werden. In dem Jahrbuch heißt es dazu, dass die Preise für alkoholische Getränke in den vergangenen 20 Jahren deutlich weniger stark angestiegen seien als für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke. Alkohol sei "in keinem anderen Land so erschwinglich" wie in Deutschland.

Sorge, der für das Amt des Gesundheitsministers in der neuen Bundesregierung gehandelt wird, forderte hingegen vor allem mehr "Aufklärung über die drastischen Folgen des Konsums". Es brauche zudem "wieder mehr lebensnahe Angebote zur Prävention – ob in Sportvereinen, in Fahrschulen, auf Konzerten oder in Clubs", sagte der CDU-Politiker der "Rheinischen Post". Zudem sei es bereits ein "Lichtblick, dass junge Menschen weniger Alkohol trinken als in früheren Generationen".

Für weitergehende Maßnahmen gegen Alkohol- und Tabakkonsum sprach sich indes die Linke aus. "Es braucht endlich Werbeverbote, konsequente Regulierung und Therapieangebote", erklärte der Linken-Gesundheitspolitiker Ates Gürpinar. Er forderte ein Ende der Doppelmoral: "Hysterie bei Cannabis, Wegschauen bei Alkohol und Tabak."

A.Graziadei--PV

Empfohlen

Ebola-Epidemie: Nigeria meldet ersten Fall

In der Ebola-Epidemie in Zentralafrika hat nun auch Nigeria einen ersten Fall gemeldet. Eine unlängst per Flugzeug aus Uganda eingereiste Frau sei in ein Krankenhaus eingeliefert worden, teilte das Gesundheitsministerium des bevölkerungsreichsten Landes Afrikas am Dienstag mit. Dort sei sie mehrere Tage behandelt worden, bevor sich die Diagnose bestätigt habe. Die Regierung forderte alle Gesundheitseinrichtungen des Landes zu "höchster Alarmbereitschaft" auf.

Kassenärzte sagen deutlich längere Termin-Wartezeiten ab 2027 voraus

Die Kassenärzte in Deutschland erwarten, dass gesetzlich Versicherte ab kommendem Jahr deutlich länger auf einen Arzttermin als bisher warten müssen. Der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, verwies dazu in der "Bild"-Zeitung (Dienstagsausgabe) auf die Kürzung von Mitteln für die ambulante Versorgung. Dadurch seien "mehr als 50 Millionen Termine" gestrichen worden. Die Terminnot werde sich daher weiter verschärfen, sagte Gassen.

Facharzttermine: Koalition will bei Wartezeiten für Kassenpatienten handeln

Die schwarz-rote Koalition will bei der Vergabe von Facharztterminen an gesetzlich Versicherte mehr Gerechtigkeit schaffen. Unionsfraktionschef Thorsten Frei (CDU) kündigte am Wochenende Vorschläge von Gesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU) an, die für kürzere Wartezeiten sorgen sollen. Der Vorsitzende des Spitzenverbandes der gesetzlichen Krankenkassen (GKV), Oliver Blatt, kritisierte die bisherige Bevorzugung von Privatpatienten als "himmelschreiende Ungerechtigkeit".

Facharzttermine: Unionsfraktionschef Frei will kürzere Wartezeiten für Kassenpatienten

Der Vorsitzende der Unionsfraktion im Bundestag, Thorsten Frei, dringt auf kürzere Wartezeiten auf einen Facharzttermin für gesetzlich Versicherte. Manches im Gesundheitssystem werde als ungerecht empfunden oder sei tatsächlich ungerecht, sagte Frei dem "Kölner Stadt-Anzeiger" (Montagausgabe). "Darum müssen wir uns kümmern. Ein Beispiel sind die oft langen Wartezeiten für Facharzttermine."

Textgröße ändern: