Pallade Veneta - Welt-Aids-Tag: Deutsche Aidshilfe warnt vor Rückschritten beim Kampf gegen Krankheit

Welt-Aids-Tag: Deutsche Aidshilfe warnt vor Rückschritten beim Kampf gegen Krankheit


Welt-Aids-Tag: Deutsche Aidshilfe warnt vor Rückschritten beim Kampf gegen Krankheit
Welt-Aids-Tag: Deutsche Aidshilfe warnt vor Rückschritten beim Kampf gegen Krankheit / Foto: Prakash MATHEMA - AFP

Am Welt-Aids-Tag hat die Deutsche Aidshilfe in einem Appell an die Bundesregierung und die Regierungen anderer Länder dramatische Rückschritte beim globalen Kampf gegen HIV und Aids kritisiert. "Im Moment wird eine globale Katastrophe mit Millionen Toten, Infektionen und Waisen vorprogrammiert", erklärte Sven Warminsky vom Vorstand der Deutschen Aidshilfe am Montag. "Die Bundesregierung muss jetzt aktiv werden, mehr finanzielle Mittel bereitstellen und die internationale Suche nach Lösungen vorantreiben!"

Textgröße ändern:

Die Weltgemeinschaft habe in den letzten Jahrzehnten enorme Fortschritte gegen HIV und Aids erzielt, erklärte die Deutsche Aidshilfe. HIV sei heute gut behandelbar, die Krankheit Aids vermeidbar. Aufgrund von drastischen Kürzungen der Auslandshilfen durch die US-Regierung von Präsident Donald Trump stünden alle Erfolge auf dem Spiel. "Wer in stark von HIV betroffenen Ländern die Maßnahmen einstellt, die zum Erfolg geführt haben, wird das Elend zurückholen, das wir gerade fast überwunden hatten", erklärte Warminsky.

Die Schäden seien bereits enorm, erklärte Warminsky. Noch sei es aber nicht zu spät, um gegenzusteuern. "Wir haben die Wahl: Beenden wir Aids oder lassen wir die Pandemie zurückkehren?"

Die Deutsche Aidshilfe kritisierte auch die Bundesregierung für Kürzungen bei Maßnahmen gegen HIV. Deutschland hatte dem Globalen Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria im Oktober eine Milliarde Euro für die nächsten drei Jahre zugesagt. Das seien 300.000 Euro weniger als in der letzten Finanzierungsrunde und das "bei steigendem Bedarf", erklärte die Deutsche Aidshilfe. Zudem habe die EU ihre Unterstützung von HIV-Programmen fast vollständig eingestellt.

Den Appell unterzeichneten zahlreiche Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, unter anderem die HIV-Mitentdeckerin und Nobelpreisträgerin Françoise Barré-Sinoussi, die ehemalige Bundestagspräsidentin und Bundesgesundheitsministerin Rita Süssmuth sowie Berlins ehemaliger Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit. Auch Hilfsorganisationen wie die International AIDS Society, das Deutsche Rote Kreuz und Plan International Deutschland e.V. beteiligten sich.

Y.Destro--PV

Empfohlen

Barmer-Umfrage: Fast jeder Fünfte verschweigt etwas beim Arzt

Viele Menschen in Deutschland trauen sich einer Umfrage zufolge oft nicht, offen mit ihrem Arzt zu sprechen. 18 Prozent der befragten Erwachsenen gaben an, beim Arztbesuch schon einmal Probleme aus Scham, Peinlichkeit oder Misstrauen verschwiegen zu haben, wie aus einer Umfrage der Krankenkasse Barmer laut Mitteilung vom Mittwoch hervorging. Demnach sind besonders Frauen und jüngere Menschen betroffen.

Bereits mehr als 2000 Tote durch Ebola-Epidemie in der Demokratischen Republik Kongo

Die offizielle Zahl der Todesopfer durch die Ebola-Epidemie in der Demokratischen Republik Kongo ist auf mehr als 2000 gestiegen. Von den 4381 bestätigten Infektionsfällen seien 2011 tödlich ausgegangen, teilten die kongolesischen Behörden am Dienstag mit. Damit nähert sich die Opferzahl derjenigen des bislang schwersten Ebola-Ausbruchs im Land, bei dem in den Jahren 2018 bis 2020 fast 2300 Infizierte gestorben waren.

Essstörungen: Klinikbehandlungen von Mädchen binnen 20 Jahren verdoppelt

Die Zahl der wegen Essstörungen im Krankenhaus behandelten Mädchen hat sich innerhalb von 20 Jahren mehr als verdoppelt. Kamen 2004 rund 2800 Mädchen zwischen zehn und 17 Jahren aufgrund von Magersucht und ähnlichen Störungen in eine Klinik, stiegen die Fälle bis 2024 auf knapp 6000, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Dienstag mitteilte.

Trump verstärkt Vorgehen gegen Impfungen

US-Präsident Donald Trump verstärkt sein Vorgehen gegen Impfungen: Er unterzeichnete am Montag im Weißen Haus ein Dekret mit neuen Impfempfehlungen. Darin wird unter anderem dazu aufgerufen, den Abstand zwischen Kindern verabreichten Impfungen zu vergrößern. Im Gegensatz zum Stand der medizinischen Forschung suggerierte Trump bei der Präsentation seines Dekrets zudem erneut mehrmals einen Zusammenhang zwischen Impfungen und Autismus.

Textgröße ändern: