Pallade Veneta - Pflegerat fordert Berücksichtigung von Versorgungsperspektive bei Gesetzesplänen

Pflegerat fordert Berücksichtigung von Versorgungsperspektive bei Gesetzesplänen


Pflegerat fordert Berücksichtigung von Versorgungsperspektive bei Gesetzesplänen
Pflegerat fordert Berücksichtigung von Versorgungsperspektive bei Gesetzesplänen / Foto: Ina FASSBENDER - AFP

Der Deutsche Pflegerat hat eine konsequente Berücksichtigung der Versorgungsperspektive bei allen Gesetzesvorhaben im Gesundheitsbereich gefordert. "Versorgung wird zu oft aus der Perspektive von Finanzen, Technik, Verwaltung, Datenflüssen und ärztlich geprägten Strukturen geplant", erklärte der Verband am Montag. Zu selten werde gefragt, was Regelungen für Patientinnen und Patienten, Pflegebedürftige, Angehörige und das Pflegepersonal bedeuten. Der Deutsche Pflegerat fordert deshalb "eine klare Prüfung der Versorgungsfolgen von Gesetzen und Verordnungen".

Textgröße ändern:

"Eine Politik, die die Profession Pflege vorwiegend als Kostenfaktor behandelt, gefährdet Versorgung und Vertrauen in den Sozialstaat", erklärte die Präsidentin des Pflegerats, Christine Vogler. "Bedarfsgerechte und zukunftsfähige Pflegepolitik beginnt bei den Menschen und bei denen, die jeden Tag Verantwortung für Versorgung übernehmen."

Die gesetzliche Pflegeversicherung steckt tief in den roten Zahlen: Für 2027 und 2028 werden Defizite von insgesamt 22,5 Milliarden Euro erwartet. Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) plant deshalb eine große Pflegereform, einen entsprechenden Gesetzentwurf dazu will das Bundeskabinett Ende Mai beschließen.

"Die Kosten im Pflegebereich explodieren", sagte Unionsparlamentsgeschäftsführer Steffen Bilger (CDU) am Montag den Sendern RTL und ntv. Ziel der Bundesregierung sei es, "die Beiträge stabil zu halten. Die machen das Arbeiten in Deutschland teuer".

Es könne nicht dauerhaft mehr Geld aus dem Bundeshaushalt in die sozialen Sicherungssysteme zugeschossen werden, betonte Bilger. Deswegen brauche es Einsparungen durch die Gesundheits- und Pflegereform.

Vor Kürzungen zulasten von Pflegebedürftigen und Pflegepersonal warnten derweil schon Fachverbände. Ein verschärftes Armutsrisiko für Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeheimen sieht zum Beispiel die DAK Gesundheit. Demnach könnte unter diesen die Sozialhilfequote von aktuell fast 38 auf 46,2 Prozent bis 2035 steigen, wie die Krankenkasse am Montag mitteilte. Basis für die Prognosen war ein Kurzgutachten des Gesundheitsökonomen Heinz Rothgang.

D.Bruno--PV

Empfohlen

Facharzttermine: Koalition will bei Wartezeiten für Kassenpatienten handeln

Die schwarz-rote Koalition will bei der Vergabe von Facharztterminen an gesetzlich Versicherte mehr Gerechtigkeit schaffen. Unionsfraktionschef Thorsten Frei (CDU) kündigte am Wochenende Vorschläge von Gesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU) an, die für kürzere Wartezeiten sorgen sollen. Der Vorsitzende des Spitzenverbandes der gesetzlichen Krankenkassen (GKV), Oliver Blatt, kritisierte die bisherige Bevorzugung von Privatpatienten als "himmelschreiende Ungerechtigkeit".

Facharzttermine: Unionsfraktionschef Frei will kürzere Wartezeiten für Kassenpatienten

Der Vorsitzende der Unionsfraktion im Bundestag, Thorsten Frei, dringt auf kürzere Wartezeiten auf einen Facharzttermin für gesetzlich Versicherte. Manches im Gesundheitssystem werde als ungerecht empfunden oder sei tatsächlich ungerecht, sagte Frei dem "Kölner Stadt-Anzeiger" (Montagausgabe). "Darum müssen wir uns kümmern. Ein Beispiel sind die oft langen Wartezeiten für Facharzttermine."

Nach Lungenkrebs-OP: Papst Leo XIV. wird am Samstag aus Klinik entlassen

Vier Tage nach seiner Lungenkrebsoperation kann Papst Leo XIV. am Samstag das Gemelli-Krankenhaus in Rom verlassen. "Unter Berücksichtigung der Blutuntersuchungen, des heute Morgen angefertigten Röntgenbildes des Brustkorbs und der klinischen Gesamtbewertung ist der Heilige Vater als entlassungsfähig eingestuft worden", hieß es in einer vom Vatikan verbreiteten Mitteilung der behandelnden Ärzte. Der Papst werde am frühen Nachmittag in den Vatikan zurückkehren.

GKV-Chef kritisiert Benachteiligung gesetzlich Versicherter bei Arztterminen

Der Vorsitzende des Spitzenverbandes der gesetzlichen Krankenkassen, Oliver Blatt, hat gefordert, gesetzlich Versicherte bei der Vergabe von Arztterminen besserzustellen. Die 75 Millionen gesetzlich Versicherten finanzierten den allergrößten Teil der ärztlichen Honorare, sagte Blatt den Zeitungen der Funke Mediengruppe vom Samstag. Trotzdem würden sie bei der Terminvergabe häufig gegenüber Privatpatienten benachteiligt. Das sei eine "himmelschreiende Ungerechtigkeit".

Textgröße ändern: