Pallade Veneta - Klinik-Befragung: Mehrheit erwartet Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage

Klinik-Befragung: Mehrheit erwartet Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage


Klinik-Befragung: Mehrheit erwartet Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage
Klinik-Befragung: Mehrheit erwartet Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage / Foto: PIERRE-PHILIPPE MARCOU - AFP/Archiv

Viele Kliniken in Deutschland rechnen in den kommenden Monaten mit einer weiteren Verschlechterung ihrer finanziellen Situation. "74 Prozent der Krankenhäuser beurteilen ihre derzeitige wirtschaftliche Lage als eher unbefriedigend, in größeren Häusern ab 600 Betten sind es sogar 95 Prozent", heißt es in einem Konjunkturbarometer für die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG), über das die "Rheinische Post" am Samstag berichtete. Die Aussicht für die nächsten sechs Monate wird demnach mehrheitlich negativ beurteilt.

Textgröße ändern:

"In den nächsten sechs Monaten erwarten 59 Prozent der Häuser, dass sich ihre wirtschaftliche Lage eher verschlechtern wird. In ländlichen Regionen sind es bis zu 79 Prozent", zitierte die Zeitung aus der Erhebung.

Zunehmend gehe Kliniken das Geld aus. "Nur neun Prozent der Krankenhäuser können ihre durchschnittlichen Betriebsausgaben unbegrenzt aus vorhandenen liquiden Mitteln decken. In den übrigen Häusern reicht die Liquidität im Mittel für sechs Wochen aus, um die laufenden Betriebsausgaben zu finanzieren."

"Die Liquidität vieler Häuser reicht heute kaum noch für wenige Wochen", sagte DKG-Chef Gerald Gaß dem Bericht zufolge. "Da stellt sich ernsthaft die Frage, wie manche Kliniken Ende des Jahres beispielsweise Weihnachtsgeld bezahlen sollen." Gaß warnte, es gehe "um die nackte wirtschaftliche Existenz vieler Kliniken". Wenn die Politik nun nicht handele, riskiere sie "eine strukturelle Gefährdung der Krankenhausversorgung in Deutschland".

Erst im April war eine von der schwarz-roten Bundesregierung überarbeitete Reform der Krankenhausfinanzierung in Kraft getreten. Sie sieht längere Fristen für den Umbau der Kliniklandschaft und Ausnahmeregeln insbesondere für kleinere Krankenhäuser im ländlichen Raum vor. Zudem stellt der Bund mehr Geld zur Verfügung.

Die repräsentative Befragung erfolgte vom 17. bis zum 22. April. Beteiligt haben sich insgesamt 185 Krankenhäuser. Das neue Barometer soll von nun an regelmäßig Lage und Erwartung der Kliniken abbilden.

H.Ercolani--PV

Empfohlen

Hausärzte werfen Bundesregierung Versagen beim Hitzeschutz vor

Der Hausärztinnen- und Hausärzteverband hat der Bundesregierung Versagen beim Hitzeschutz vorgeworfen. "Die Bundesregierung lässt die Praxen beim Hitzeschutz im Stich", sagte die Verbandsvorsitzende Nicola Buhlinger-Göpfarth den Zeitungen der Funke Mediengruppe vom Samstag. "Den jahrelangen Ankündigungen, man werde das Thema Hitzeschutz endlich priorisieren, sind keine Taten gefolgt."

Warken will Suizidprävention stärken - Verbände fordern zentrale Hilfe-Rufnummer

Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) will die Suizidprävention bundesweit stärken. Die dafür zuständigen Länder und Kommunen sollten besser unterstützt werden, heißt es in einem Gesetzentwurf, dessen Inhalte AFP am Freitag in Berlin in Auszügen vorlagen. Darin ist unter anderem die Schaffung einer "Bundesfachstelle für Suizidprävention" geplant. Mehrere Verbände drängten auf eine bundesweit einheitliche Krisendienst-Rufnummer.

Marburger Bund fordert besseren Hitzeschutz für Krankenhäuser

Angesichts anhaltend hoher Temperaturen hat der Ärzteverband Marburger Bund einen besseren Hitzeschutz für Krankenhäuser gefordert. "Die allermeisten Bereiche vom Krankenhaus sind nicht klimatisiert", sagte die erste Vorsitzende Susanne Johna am Freitag im ZDF-"Morgenmagazin". Klare Vorgaben gebe es nur für den Operationsbereich und für die Radiologie. Nur ein Drittel der Häuser habe klimatisierte Patientenzimmer.

Fraktionsübergreifend Werben für Widerspruchslösung bei Organspende

Rednerinnen und Redner unterschiedlicher Fraktionen haben am Donnerstag im Bundestag für die Einführung der so genannten Widerspruchslösung bei der Organspende geworben. Viele Menschen sterben, "weil das rettende Organ fehlt", sagte die CDU-Abgeordnete Gitta Connemann in der Orientierungsdebatte im Parlament. Sie betonte, auch bei der Widerspruchslösung bleibe "das Recht auf Selbstbestimmung unangetastet".

Textgröße ändern: