Pallade Veneta - Behandlungsfehler: Techniker Krankenkasse verzeichnet Rekord an Verdachtsfällen

Behandlungsfehler: Techniker Krankenkasse verzeichnet Rekord an Verdachtsfällen


Behandlungsfehler: Techniker Krankenkasse verzeichnet Rekord an Verdachtsfällen
Behandlungsfehler: Techniker Krankenkasse verzeichnet Rekord an Verdachtsfällen / Foto: MARTIN BUREAU - AFP

Die Techniker Krankenkasse (TK) hat im vergangenen Jahr so viele Verdachtsfälle auf Behandlungsfehler registriert wie noch nie. 7540 Versicherte hätten sich 2025 bei der Kasse mit dem Verdacht auf einen Behandlungsfehler gemeldet, teilte Deutschlands größte Krankenversicherung den Zeitungen der Funke-Mediengruppe nach Angaben vom Samstag mit. Dies waren demnach 14 Prozent mehr als im Vorjahr.

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Etwa jeder dritte Fall erhärtete sich laut TK im Rahmen der Überprüfung so weit, dass Medizinrechtsspezialisten ein Verfahren einleiten konnten. Die Techniker Krankenkasse geht zudem von einer hohen Dunkelziffer unentdeckter Fälle aus.

Der TK-Vorstandsvorsitzende Jens Baas forderte angesichts der Zahlen eine offene Fehlerkultur im Gesundheitswesen: "Wir müssen dringend die Weichen dafür stellen, dass die unentdeckten Behandlungsfehler besser ermittelt werden können", sagt Baas. Fehler würden "bisher noch viel zu oft verschwiegen oder bagatellisiert, statt sie als Chance für Verbesserungen zu nutzen."

Mit 29 Prozent entfiel 2025 der größte Anteil der gemeldeten Verdachtsfälle auf chirurgische Eingriffe, gefolgt von Zahnmedizin und Kieferorthopädie mit 17 Prozent sowie Geburtshilfe und Gynäkologie mit elf Prozent.

Baas sprach sich für ein zentrales Melderegister aus. Nötig sei außerdem eine Meldepflicht für alle Gesundheitseinrichtungen. TK-Behandlungsfehler-Experte Jonas Petersen verwies auf eine weitere strukturelle Schwäche: "Selbst wenn wir in den Abrechnungsdaten klare Hinweise auf Behandlungsfehler sehen, dürfen wir die Versicherten aufgrund der aktuellen Gesetze nicht darauf hinweisen", sagte er den Funke-Zeitungen.

S.Urciuoli--PV

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