Pallade Veneta - Klüssendorf lehnt Rückgriff auf private Ersparnisse für Pflegekosten ab

Klüssendorf lehnt Rückgriff auf private Ersparnisse für Pflegekosten ab


Klüssendorf lehnt Rückgriff auf private Ersparnisse für Pflegekosten ab
Klüssendorf lehnt Rückgriff auf private Ersparnisse für Pflegekosten ab / Foto: Tobias SCHWARZ - AFP/Archiv

SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf hat einen zusätzlichen Rückgriff auf private Ersparnisse zur Abdeckung von Pflegekosten abgelehnt. Klüssendorf wandte sich am Dienstag in der Sendung "Frühstart" von RTL und ntv erneut gegen Vorschläge von Unions-Fraktionsvize Albert Stegemann, der auch ein Heranziehen selbstgenutzten Wohneigentums befürwortet. "Diese Mittel und Wege, dann immer wieder an die privaten Ersparnisse heranzugehen, auch in einem niedrigen Bereich schon, das ist etwas, was wir ablehnen", sagte dazu der SPD-Generalsekretär.

Textgröße ändern:

Es gebe zur Abdeckung der Pflegekosten "bessere Lösungen", betonte Klüssendorf. Eine normale Familie, die ihr Leben lang gearbeitet, Steuern gezahlt und sich das Ziel eines abbezahlten Eigenheims gesetzt habe, sei der falsche Fokus. In der Gesellschaft gebe es ganz andere Vermögenswerte, die momentan nicht herangezogen würden.

"Bei der Debatte dann über das Eigenheim nachzudenken, aber zum Beispiel bei der Erbschaftssteuer sich kategorisch allem zu verweigern, was einer gerechteren Besteuerung dann zuträglich ist, das verstehe ich nicht ganz", sagte der SPD-Politiker. "Es geht uns als SPD nicht um das Eigenheim der Leute, die sich was angespart haben, die über ihr Leben lang gearbeitet haben. Und ich glaube, das muss auch deutlich werden in der Reform", stellte er klar.

Klüssendorf drang zudem auf Korrekturen an dem Sparpaket von Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) für die gesetzliche Krankenversicherung. "Es geht uns ganz stark darum, dass vor allen Dingen die Patientinnen und Patienten, die Versicherten, am Ende nicht die Hauptlast tragen", hob er hervor. Sowohl bei der Familienmitversicherung, den geplanten höheren Zuzahlungen für Versicherte und den Zahnarztbehandlungen wolle die SPD daher noch einmal verhandeln.

Der vom Kabinett beschlossene Gesetzentwurf Warkens sieht vor, dass gesetzlich Versicherte, deren Ehepartnerin oder -partner bisher kostenlos mitversichert war, künftig einen Beitragszuschlag von 2,5 Prozent auf ihr eigenes beitragspflichtiges Einkommen zahlen müssen. Ob die SPD diesen Prozentsatz nur absenken oder ganz streichen wolle, ließ Klüssendorf offen. „Das wird jetzt miteinander zu besprechen sein. Da will ich jetzt keine rote Linie aufmachen", sagte er.

Viele Menschen ächzten bereits unter steigenden Kosten für Miete, Lebensmittel und Mobilität und die Belastungen könnten infolge des Iran-Krieges noch weiter zunehmen, warnte der SPD-Generalsekretär. "Und dann zu sagen, wir machen jetzt zusätzliche Belastungen für einen Großteil von Menschen – das ist mit uns schwer zu verhandeln", warnte Klüssendorf. Daher wolle die SPD an diesen Stellen im parlamentarischen Verfahren nachhaken.

H.Ercolani--PV

Empfohlen

Barmer-Umfrage: Fast jeder Fünfte verschweigt etwas beim Arzt

Viele Menschen in Deutschland trauen sich einer Umfrage zufolge oft nicht, offen mit ihrem Arzt zu sprechen. 18 Prozent der befragten Erwachsenen gaben an, beim Arztbesuch schon einmal Probleme aus Scham, Peinlichkeit oder Misstrauen verschwiegen zu haben, wie aus einer Umfrage der Krankenkasse Barmer laut Mitteilung vom Mittwoch hervorging. Demnach sind besonders Frauen und jüngere Menschen betroffen.

Bereits mehr als 2000 Tote durch Ebola-Epidemie in der Demokratischen Republik Kongo

Die offizielle Zahl der Todesopfer durch die Ebola-Epidemie in der Demokratischen Republik Kongo ist auf mehr als 2000 gestiegen. Von den 4381 bestätigten Infektionsfällen seien 2011 tödlich ausgegangen, teilten die kongolesischen Behörden am Dienstag mit. Damit nähert sich die Opferzahl derjenigen des bislang schwersten Ebola-Ausbruchs im Land, bei dem in den Jahren 2018 bis 2020 fast 2300 Infizierte gestorben waren.

Essstörungen: Klinikbehandlungen von Mädchen binnen 20 Jahren verdoppelt

Die Zahl der wegen Essstörungen im Krankenhaus behandelten Mädchen hat sich innerhalb von 20 Jahren mehr als verdoppelt. Kamen 2004 rund 2800 Mädchen zwischen zehn und 17 Jahren aufgrund von Magersucht und ähnlichen Störungen in eine Klinik, stiegen die Fälle bis 2024 auf knapp 6000, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Dienstag mitteilte.

Trump verstärkt Vorgehen gegen Impfungen

US-Präsident Donald Trump verstärkt sein Vorgehen gegen Impfungen: Er unterzeichnete am Montag im Weißen Haus ein Dekret mit neuen Impfempfehlungen. Darin wird unter anderem dazu aufgerufen, den Abstand zwischen Kindern verabreichten Impfungen zu vergrößern. Im Gegensatz zum Stand der medizinischen Forschung suggerierte Trump bei der Präsentation seines Dekrets zudem erneut mehrmals einen Zusammenhang zwischen Impfungen und Autismus.

Textgröße ändern: