Pallade Veneta - Brasilianischer Indigenen-Anführer Raoni auf Intensivstation verlegt

Brasilianischer Indigenen-Anführer Raoni auf Intensivstation verlegt


Brasilianischer Indigenen-Anführer Raoni auf Intensivstation verlegt
Brasilianischer Indigenen-Anführer Raoni auf Intensivstation verlegt / Foto: Evaristo Sa - AFP

Der brasilianische Indigenen-Anführer Raoni Metuktire ist offenbar schwer krank und wird nach Angaben seiner Ärzte auf der Intensivstation behandelt. Der Zustand des über 90 Jahre alten Umweltaktivisten sei "ernst", teilte die Klinik Dois Pinheiros in Sinop im Westen Brasiliens am Montag mit. Als Gründe nannten die Ärzte Veränderungen der Nierenfunktion. Zudem gebe es "Anzeichen, die auf einen schweren Infektionsprozess hindeuten".

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Raoni war nach Angaben der Ärzte am Sonntag in das Krankenhaus eingeliefert worden. Er war dort bereits im Mai wegen eines Leistenbruchs und Herzproblemen stationär behandelt worden.

Raoni Metuktire ist das Oberhaupt des Kayapo-Volkes und ein unermüdlicher Kämpfer für den Erhalt des Amazonas-Regenwaldes. Der Kayapo-Stammeschef ist nach Angaben seiner Ärzte 94 Jahre alt. Seit Jahrzehnten setz er sich weltweit gegen die Abholzung des Regenwaldes und für den Erhalt der Lebensbedingungen der indigenen Bevölkerung ein.

Trotz seines hohen Alters war Raoni, der an seiner Unterlippe eine hölzerne Platte trägt, in den vergangenen Monaten weiterhin aktiv, wenngleich er geschwächt wirkte. Im April nahm er am Free Land Camp teil - dem größten jährlichen Treffen indigener Völker in der Hauptstadt Brasília.

Bekanntheit erlangte der das Kayapo-Oberhaupt erstmals in den 1970er Jahren. Damals setzte er sich während der brasilianischen Militärdiktatur (1964-1985) gegen den Bau einer Fernstraße durch den Amazonas ein. Im Jahr 1989 traf Raoni im Amazonas-Regenwald den britischen Popstar Sting.

Die Begegnung war der Auftakt für weitere internationale Treffen, darunter mit Staats- und Regierungschefs, Monarchen und Päpsten. Seitdem reiste Raoni immer wieder um die Welt, um auf die Belange der indigenen Völker und die Auswirkungen des Klimawandels auf den Regenwald aufmerksam zu machen. Das letzte internationale Treffen, an dem der Indigenen-Anführer teilnahm, war die UN-Klimakonferenz COP30 im vergangenen November in seiner Heimat Brasilien.

J.Lubrano--PV

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