Pallade Veneta - Fraktionsübergreifend Werben für Widerspruchslösung bei Organspende

Fraktionsübergreifend Werben für Widerspruchslösung bei Organspende


Fraktionsübergreifend Werben für Widerspruchslösung bei Organspende
Fraktionsübergreifend Werben für Widerspruchslösung bei Organspende / Foto: Christophe ARCHAMBAULT - AFP/Archiv

Rednerinnen und Redner unterschiedlicher Fraktionen haben am Donnerstag im Bundestag für die Einführung der so genannten Widerspruchslösung bei der Organspende geworben. Viele Menschen sterben, "weil das rettende Organ fehlt", sagte die CDU-Abgeordnete Gitta Connemann in der Orientierungsdebatte im Parlament. Sie betonte, auch bei der Widerspruchslösung bleibe "das Recht auf Selbstbestimmung unangetastet".

Textgröße ändern:

Organe dürfen derzeit nur entnommen werden, wenn der verstorbene Mensch noch zu Lebzeiten einer Organspende zugestimmt hat - etwa durch die Eintragung im Organspende-Register, durch einen Organspendeausweis oder eine Patientenverfügung. Liegt keine Entscheidung vor, müssen die Hinterbliebenen diese im Sinne des Verstorbenen treffen. Bei der Widerspruchslösung wird hingegen von einer Zustimmung zur Organspende ausgegangen, wenn jemand zu Lebzeiten dem nicht widersprochen hat.

Connemann sowie die SPD-Politikerin Sabine Dittmar wiesen darauf hin, dass mehr als drei Viertel der Deutschen sich für die Organspende aussprechen, der Anteil derjenigen, die sich tatsächlich als Spenderin oder Spender registrieren jedoch viel geringer sei. Daher sei es "überfällig, den nächsten Schritt zu gehen", sagte Dittmar. Sie wies auch darauf hin, dass die durchschnittliche Wartezeit auf ein Spenderorgan in Deutschland bei acht Jahren liege und dass "jeden Tag zwei bis drei Menschen sterben, während sie warten".

"Die Widerspruchsregelung führt zu einer klaren Zunahme der Spenderquote", verwies der Grünen-Politiker Armin Grau auf Erfahrungen in anderen Ländern. Er hob hervor, jeder Mensch könne etwa durch eine Erkrankung in die Lage geraten, auf ein Spenderorgan angewiesen zu sein. Julia-Christina Stange (Linke) warb "für die Bereitschaft, Verantwortung für sich selbst und andere zu übernehmen". Dafür sei eine Widerspruchsregelung die beste Lösung.

Mehrere Rednerinnen und Redner hoben hervor, dass die Widerspruchslösung keinen Zwang zur Organspende bedeute. "Ein einfaches Nein reicht, jederzeit", sagte Connemann, um eine Organspende nach dem Tod auszuschließen.

Gegen die Widerspruchslösung wandte sich unter anderem der CDU-Politiker Michael Brand. Derzeit warteten in Deutschland gut 8000 Menschen auf eine Organspende, verwies er auf die Statistik. "Darf der Rechtsstaat deswegen in die Selbstbestimmung von 80 Millionen Menschen eingreifen?", fragte er. Stattdessen solle man für mehr Organspenden auf freiwillige Lösungen und ein intensiveres Werben setzen.

Auf "das vom Grundgesetz garantierte Recht auf körperliche Unversehrtheit" pochte auch die AfD-Abgeordnete Christina Baum. Dies gelte auch "über den Tod hinaus". Weiter verwies Baum auf ihrer Ansicht nach mögliche "Wesensveränderungen" durch das Implantieren eines Spenderorgans.

Die Orientierungsdebatte soll die Grundlage für weitere Beratungen im Bundestag bieten. Frühestens im Herbst dürfte dann über einen konkreten Gesetzentwurf zur Widerspruchslösung abgestimmt werden.

D.Vanacore--PV

Empfohlen

Barmer-Umfrage: Fast jeder Fünfte verschweigt etwas beim Arzt

Viele Menschen in Deutschland trauen sich einer Umfrage zufolge oft nicht, offen mit ihrem Arzt zu sprechen. 18 Prozent der befragten Erwachsenen gaben an, beim Arztbesuch schon einmal Probleme aus Scham, Peinlichkeit oder Misstrauen verschwiegen zu haben, wie aus einer Umfrage der Krankenkasse Barmer laut Mitteilung vom Mittwoch hervorging. Demnach sind besonders Frauen und jüngere Menschen betroffen.

Bereits mehr als 2000 Tote durch Ebola-Epidemie in der Demokratischen Republik Kongo

Die offizielle Zahl der Todesopfer durch die Ebola-Epidemie in der Demokratischen Republik Kongo ist auf mehr als 2000 gestiegen. Von den 4381 bestätigten Infektionsfällen seien 2011 tödlich ausgegangen, teilten die kongolesischen Behörden am Dienstag mit. Damit nähert sich die Opferzahl derjenigen des bislang schwersten Ebola-Ausbruchs im Land, bei dem in den Jahren 2018 bis 2020 fast 2300 Infizierte gestorben waren.

Essstörungen: Klinikbehandlungen von Mädchen binnen 20 Jahren verdoppelt

Die Zahl der wegen Essstörungen im Krankenhaus behandelten Mädchen hat sich innerhalb von 20 Jahren mehr als verdoppelt. Kamen 2004 rund 2800 Mädchen zwischen zehn und 17 Jahren aufgrund von Magersucht und ähnlichen Störungen in eine Klinik, stiegen die Fälle bis 2024 auf knapp 6000, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Dienstag mitteilte.

Trump verstärkt Vorgehen gegen Impfungen

US-Präsident Donald Trump verstärkt sein Vorgehen gegen Impfungen: Er unterzeichnete am Montag im Weißen Haus ein Dekret mit neuen Impfempfehlungen. Darin wird unter anderem dazu aufgerufen, den Abstand zwischen Kindern verabreichten Impfungen zu vergrößern. Im Gegensatz zum Stand der medizinischen Forschung suggerierte Trump bei der Präsentation seines Dekrets zudem erneut mehrmals einen Zusammenhang zwischen Impfungen und Autismus.

Textgröße ändern: