Pallade Veneta - Gericht: Kasse muss Kosten wegen möglicher Lepraerkrankung in Brasilien nicht tragen

Gericht: Kasse muss Kosten wegen möglicher Lepraerkrankung in Brasilien nicht tragen


Gericht: Kasse muss Kosten wegen möglicher Lepraerkrankung in Brasilien nicht tragen
Gericht: Kasse muss Kosten wegen möglicher Lepraerkrankung in Brasilien nicht tragen / Foto: INA FASSBENDER - AFP/Archiv

Eine gesetzliche Krankenkasse muss die Kosten für eine telemedizinische Beurteilung einer möglichen Lepraerkrankung durch brasilianische Ärzte vorläufig nicht übernehmen. Ein Anspruch auf Krankenbehandlung besteht grundsätzlich nur innerhalb des Leistungskatalogs der gesetzlichen Krankenversicherung in Deutschland, wie das Landessozialgericht Niedersachsen-Bremen am Donnerstag in Celle mitteilte. Im Ausland können Leistungen nur in Ausnahmefällen beansprucht werden. (Az.: L 16 KR 221/26 BER)

Textgröße ändern:

Den Eilantrag stellte eine 45-Jährige, bei der im Herbst 2023 in Brasilien eine Lepraerkrnankung diagnostiziert worden war. Bei ihrer Krankenkasse beantragte sie die Übernahme der Kosten für Medikamente und eine später per Telemedizin erfolgten Behandlung samt Reisekosten.

Die Krankenkasse lehnte ab, weil es mit Brasilien keine zwischenstaatliche Regelung bei der Sozialversicherung gibt und der Anspruch der Frau auf Krankenbehandlung während ihres Aufenthalts dort ruht.

Ein erster Eilantrag wurde abgelehnt. Das Sozialgericht verpflichtete die Krankenkasse in zweiter Instanz im April dazu, die Kosten vorläufig zu übernehmen. Auf die Beschwerde der Krankenkasse hob das Landessozialgericht die vorherige Entscheidung nun auf und gab der Krankenkasse Recht.

Im Ausland könnten telemedizinische Leistungen nur in Ausnahmefällen in Anspruch genommen werden, entschieden die Richter. Das gelte, wenn eine Behandlung nur außerhalb der Europäischen Gemeinschaft und des Europäischen Wirtschaftsraums möglich sei.

Diese Voraussetzung war in diesem Fall laut Gericht nicht erfüllt. Eine Lepraerkrankung war nicht ausreichend sicher diagnostiziert worden, weil weder ein Tropeninstitut noch ein Bundeswehrkrankenhaus den Verdacht bestätigten. Tropenerkrankungen sind in tropenmedizinischen Instituten in Deutschland zudem behandelbar.

A.dCosmo--PV

Empfohlen

Übergewicht könnte für mehr als zehn Prozent von Krebsfällen verantwortlich sein

Übergewicht könnte für deutlich mehr Krebsfälle verantwortlich sein als bislang angenommen. Laut einer am Donnerstag veröffentlichten Studie des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) in Heidelberg sind vermutlich mehr als zehn Prozent aller Krebserkrankungen auf ein erhöhtes Körpergewicht oder Fettleibigkeit zurückzuführen. Das sind fast doppelt so viele wie nach bisherigen Schätzungen zu vermuten war.

Drogenbeauftragter Streeck warnt vor steigendem Kokainkonsum

Der Sucht- und Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Hendrik Streeck (CDU), hat vor dem steigenden Kokainkonsum in Deutschland gewarnt. "Kokain ist leider keine Randdroge mehr", sagte Streeck am Donnerstag im Radioprogramm NDR Info. Die Droge sei in der Mitte der Gesellschaft angekommen.

RKI-Analyse: Etwa jedes zehnte Vorschulkind ist übergewichtig

In Deutschland ist etwa jedes zehnte Vorschulkind zu dick. Nach einer aktuellen Analyse des Robert-Koch-Instituts (RKI) lag der Anteil der übergewichtigen oder fettleibigen Kinder im Alter von vier bis sieben Jahren zwischen 2006 und 2024 im Durchschnitt bei 10,3 Prozent. Besonders hoch war dieser Anteil während der Coronapandemie, wobei er danach wieder sank. Auch sind Vorschulkinder in sozial benachteiligen Regionen besonders häufig von Adipositas, also extremem Übergewicht, betroffen.

Eigenanteile für Pflege im Heim erneut gestiegen - Kritik an Reformplänen

Pflege im Heim wird immer teurer: Die Eigenanteile für Heimbewohnerinnen und -bewohner stiegen erneut an. Dies geht aus einer am Dienstag veröffentlichten Auswertung des Verbandes der Ersatzkassen (vdek) hervor. Demnach mussten Pflegebedürftige nach Stand vom 1. Juli im ersten Aufenthaltsjahr im Heim durchschnittlich 3364 Euro pro Monat aus eigener Tasche zahlen - 256 Euro mehr als im Vorjahr.

Textgröße ändern: