Pallade Veneta - Organspende-Diskussion: CSU-Gesundheitsexperte zieht Vergleich zu Corona

Organspende-Diskussion: CSU-Gesundheitsexperte zieht Vergleich zu Corona


Organspende-Diskussion: CSU-Gesundheitsexperte zieht Vergleich zu Corona
Organspende-Diskussion: CSU-Gesundheitsexperte zieht Vergleich zu Corona / Foto: Christophe ARCHAMBAULT - AFP/Archiv

In der Diskussion um neue Wege bei der Organspende hat der CSU-Gesundheitsexperte Stephan Pilsinger Vergleiche zur Corona-Krise gezogen. "Mich erinnert die Debatte teilweise an die Impfpflichtdiskussion während Corona", sagte der stellvertretende Vorsitzende des Bundestags-Gesundheitsausschusses der "Augsburger Allgemeinen" (Dienstagsausgabe). Der CSU-Politiker hat zusammen mit dem SPD-Abgeordneten Lars Castellucci eine Gegeninitiative zum fraktionsübergreifenden Gruppenantrag für eine Widerspruchslösung bei der Organspende eingebracht.

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"Man suggeriert mit einem weitreichenden Eingriff in die individuelle Freiheit eine einfache Lösung für ein komplexes Problem, ohne sicher belegen zu können, dass dieser Eingriff das versprochene Ergebnis überhaupt erzielt", begründete Pilsinger seinen Vergleich mit der Debatte um die Corona-Impfpflicht. Er äußerte zudem verfassungsrechtliche Zweifel bei einer Widerspruchslösung. "Nicht zu widersprechen kann niemals dasselbe sein wie zuzustimmen."

"Nicht jeder Mensch ist aufgrund seiner persönlichen, intellektuellen oder psychischen Situation gleichermaßen in der Lage, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen und aktiv zu widersprechen", sagte der CSU-Politiker weiter. "Gerade bei einem so höchstpersönlichen Eingriff darf der Staat Schweigen nicht als Zustimmung interpretieren."

Eine fraktionsübergreifende Gruppe von Abgeordneten hatte in der vergangenen Woche einen Gesetzentwurf für die sogenannte Widerspruchslösung bei der Organspende im Bundestag eingebracht. Jeder, der nicht aktiv widerspricht, würde damit zum Organspender. Bisher ist es andersherum: Nur wer ausdrücklich zugestimmt hat oder wessen Angehörige zustimmen, wird zum Organspender.

Den eingebrachten Gesetzentwurf für die Widerspruchslösung haben fast 250 Abgeordnete von Union, SPD, Grünen und Linke unterzeichnet. Ein erste Lesung könnte nach der parlamentarischen Sommerpause stattfinden, also ab September. Es gibt aber auch Widerstand im Parlament, unter anderem von Pilsinger.

C.Conti--PV

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