Pallade Veneta - Balgrist bündelt Orthopädie und rekonstruktive Chirurgie in neuer Unit

Balgrist bündelt Orthopädie und rekonstruktive Chirurgie in neuer Unit


Balgrist bündelt Orthopädie und rekonstruktive Chirurgie in neuer Unit
Balgrist bündelt Orthopädie und rekonstruktive Chirurgie in neuer Unit

Die Universitätsklinik Balgrist behandelt komplexe Verletzungen und Defekte an Armen und Beinen seit Juni in einer eigenen Orthoplastics Unit.

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Die Universitätsklinik Balgrist hat ihre Zusammenarbeit zwischen Orthopädie und plastisch-rekonstruktiver Chirurgie seit Juni in einer eigenen Orthoplastics Unit gebündelt. Das Angebot richtet sich an Patientinnen und Patienten mit besonders komplexen Verletzungen und Defekten an Armen und Beinen.

Bei offenen Frakturen, chronischen Infektionen und großen Weichteil- oder Knochendefekten reicht die Stabilisierung eines Knochens häufig nicht aus. Für den Behandlungserfolg sind auch Durchblutung, Weichteile und die biologischen Voraussetzungen für eine Heilung entscheidend. Orthoplastische Chirurgie verbindet deshalb orthopädische und rekonstruktive Verfahren.

Wenn Gewebe schwer geschädigt oder infiziert ist, können Haut, Muskeln oder Knochen zusammen mit ihrer Blutversorgung transplantiert werden. Fortschritte in der Mikrochirurgie haben Rekonstruktionen ermöglicht, die früher nicht oder nur eingeschränkt möglich waren. Zum Spektrum gehören Spalthaut- und Kunsthauttransplantationen, lokale Lappenplastiken, freie vaskularisierte Transfers von Haut, Muskeln oder Knochen sowie nervenchirurgische Verfahren.

Geleitet wird die neue Einheit von Anita Hasler und Dominik Kaiser. Beide arbeiten sowohl in der Orthopädie als auch in der plastischen Chirurgie. Hasler zufolge können beide Fachrichtungen dadurch von Beginn an in schwierige Fälle einbezogen werden. Kaiser verweist auf kürzere Wege und die Möglichkeit, komplexe orthopädische und plastisch-rekonstruktive Behandlungen innerhalb derselben Klinik zu koordinieren.

Der orthoplastische Ansatz ist in den USA bereits verbreitet und etabliert sich auch in anderen Ländern. Nach Angaben der Klinik deuten Studien darauf hin, dass die enge Kooperation beider Disziplinen bei komplexen Extremitätenverletzungen die Behandlungsergebnisse verbessern kann.

Kaiser berichtet von einer Patientin, deren offener Unterschenkelbruch trotz zahlreicher Operationen über Jahre nicht heilte. Ein vaskularisierter Knochenspan sollte den Defekt überbrücken und bessere biologische Bedingungen schaffen. Nach dem Eingriff heilte der Knochen nach Angaben des Arztes innerhalb von sechs Monaten.

Hasler nennt den Fall eines Patienten, der als Kind bei einem Rasenmäherunfall einen großen Teil der Ferse verloren hatte. Mehrere Operationen hatten die Belastbarkeit des Fußes nicht ausreichend wiederhergestellt. Mit einer freien Lappenplastik wurde ein neues Weichteilpolster aufgebaut.

Fortschritte in Mikrochirurgie, Infektbehandlung und rekonstruktiver Chirurgie ermöglichen nach Einschätzung der Fachleute zunehmend den Erhalt von Gliedmaßen in Situationen, in denen früher eine Amputation erwogen wurde. Zugleich wollen auch ältere Menschen nach schweren Verletzungen möglichst aktiv und selbstständig bleiben.

Ziel der Unit ist deshalb eine langfristig gute Funktion der betroffenen Extremität im Alltag, im Beruf und im Sport. Hasler ist leitende Ärztin Orthopädie und Co-Leiterin der Unit. Kaiser ist leitender Arzt Orthopädie und Leiter der Einheit; er vertiefte seine Spezialisierung unter anderem bei A. C. Masquelet in Paris und L. Scott Levin an der University of Pennsylvania.

L.Barone--PV

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