Pallade Veneta - Barmer-Analyse: Ohne bessere Patientensteuerung deutlich mehr Notfallbehandlungen

Barmer-Analyse: Ohne bessere Patientensteuerung deutlich mehr Notfallbehandlungen


Barmer-Analyse: Ohne bessere Patientensteuerung deutlich mehr Notfallbehandlungen
Barmer-Analyse: Ohne bessere Patientensteuerung deutlich mehr Notfallbehandlungen / Foto: Ronny Hartmann - AFP/Archiv

Ohne eine bessere Patientensteuerung könnte die Zahl ambulanter Notfallbehandlungen in Krankenhäusern laut einer Krankenkassenstudie bis zum Jahr 2040 von zuletzt 13 Millionen auf 15,7 Millionen steigen. Das wäre ein Zuwachs um rund 21 Prozent im Vergleich zum Jahr 2024, wie aus einer Analyse des Barmer-Instituts für Gesundheitssystemforschung hervorgeht, die der Nachrichtenagentur AFP am Donnerstag vorlag.

Textgröße ändern:

Zudem könnten Rettungsdiensteinsätze mit Patiententransport in derselben Zeitspanne um knapp 13 Prozent zunehmen - von 6,86 Millionen auf 7,74 Millionen. Haupttreiber sei unter anderem die alternde Bevölkerung.

Für die Analyse wurde die Inanspruchnahme der Notfallversorgung in bundesweit 984 Regionen untersucht. Wenn es gelänge, diese auf das Niveau der Regionen mit den heute niedrigsten Quoten zu senken, könnte die Zahl der ambulanten Notfallbehandlungen in Kliniken und der Rettungsfahrten bis zum Jahr 2040 demnach um mehr als 25 Prozent gesenkt werden.

"Das Notfallsystem muss entlastet werden", erklärte Barmer-Chef Christoph Straub. Durch eine gezielte Patientensteuerung könnten die Hausärzte und der ärztliche Bereitschaftsdienst verstärkt weniger dringliche Fälle übernehmen. "Nicht jeder vermeintliche Notfall ist tatsächlich einer", betonte Straub. Für eine möglichst passgenaue Versorgung sei daher eine verbindliche Ersteinschätzung elementar.

Regional entwickelt sich die Inanspruchnahme der Notfallversorgung laut der Analyse sehr unterschiedlich. In Sachsen-Anhalt könnte die Zahl ambulanter Behandlungen im Krankenhaus demnach um acht Prozent und die der Rettungsdiensteinsätze mit Patiententransport um gut fünf Prozent sinken. Grund dafür seien eine stabile hausärztliche Versorgung einhergehend mit Bevölkerungsrückgängen. In Baden-Württemberg könnten dagegen die Inanspruchnahmen um 29 Prozent beziehungsweise 18 Prozent steigen.

Im April hatte das Bundeskabinett den Entwurf eines Gesetzes zur Reform der Notfallversorgung beschlossen. Ziel ist es, die Zahl der in den Rettungsstellen der Krankenhäuser behandelten Menschen deutlich zu reduzieren, vor allem durch eine bessere Ersteinschätzung. Der Entwurf wird derzeit im Bundestag beraten.

M.Romero--PV

Empfohlen

Erkrankter stirbt nach Malariainfektion nahe Frankfurter Flughafen

Nach zwei nahe des Frankfurter Flughafens aufgetauchten Malariafällen ist einer der Erkrankten gestorben. Der Betroffene wohnte in unmittelbarer Nähe zum Flughafen, wie die Stadt Frankfurt am Main am Donnerstag mitteilte. Die Zahl der Toten im Zusammenhang mit der im Juli bekannt gewordenen Flughafenmalaria stieg damit auf drei.

Todesfall nach Malariainfektion nahe Frankfurter Flughafen

Nach zwei Infektionen mit Malaria nahe dem Flughafen von Frankfurt am Main ist ein Mensch an den Folgen gestorben. Der betroffene Mensch wohnte in unmittelbarer Nähe zum Flughafen, wie die Stadt am Donnerstag mitteilte. Die Zahl der Toten im Zusammenhang mit der im Juli bekannt gewordenen Flughafenmalaria stieg damit auf drei.

Studie: Impfquoten bei Kindern gehen in Europa seit Corona-Krise zurück

Nachdem die Impfquoten bei Kindern in Europa seit den 1980er Jahren deutlich gestiegen waren, sind sie seit der Corona-Krise einer neuen Studie zufolge in vielen Ländern wieder im Rückgang. Dadurch bestehe das Risiko, dass Infektionskrankheiten wieder aufleben, warnten die Forscher in der am Donnerstag in der Fachzeitschrift "The Lancet" veröffentlichten Studie.

RKI: Zahl von Hitzetoten etwas niedriger als bislang angenommen

Die Zahl der Hitzetoten in diesem Sommer ist offenbar etwas niedriger als bislang angenommen. Bis zum 6. September 2026 berechnete das Robert-Koch-Institut (RKI) rückwirkend 16.000 hitzebedingte Todesfälle, wie aus dem am Donnerstag veröffentlichten wöchentlichen RKI-Bericht hervorgeht. Damit korrigierte das RKI die Zahl um 300 Fälle nach unten.

Textgröße ändern: