Pallade Veneta - Lauterbach und Verbände fordern umfassenden Corona-Schutz für Pflegebedürftige

Lauterbach und Verbände fordern umfassenden Corona-Schutz für Pflegebedürftige


Lauterbach und Verbände fordern umfassenden Corona-Schutz für Pflegebedürftige
Lauterbach und Verbände fordern umfassenden Corona-Schutz für Pflegebedürftige / Foto: John MACDOUGALL - AFP

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD), Krankenkassen, Verbände und Kommunen haben angesichts der erwarteten Corona-Welle im Herbst und Winter einen umfassenden Schutz von Pflegebedürftigen gefordert, um eine hohe Zahl von Sterbefällen zu vermeiden. Sie veröffentlichten am Donnerstag ein gemeinsames Konzept, um Bewohner und Beschäftigte von Pflegeeinrichtungen zu schützen. Es sieht ein flächendeckendes Impfangebot mit angepassten Impfstoffen, Hygiene- und Testkonzepte sowie einen einfacheren Zugang zu antiviralen Covid-19-Medikamenten vor.

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"Der Schutz der Pflegebedürftigen im dritten Corona-Winter bleibt für die Bundesregierung oberste Priorität", betonte Lauterbach. Ziel sei es, der Gefahr von Infektionen zu begegnen, "ohne die Pflegekräfte zu überlasten oder die Pflegebedürftigen auszugrenzen".

"Wenn wir das umgesetzt bekommen, können wir damit die Sterblichkeit in den Einrichtungen dramatisch absenken", sagte Lauterbach bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Verbandsvertretern in Berlin. Er verwies dabei auf immer wieder registrierte Ausbrüche in Heimen, bei denen teils dutzende Menschen gestorben seien.

Deshalb müssten einerseits Impflücken geschlossen und für Auffrischungsimpfungen geworben werden, sagte der Minister. Denn eine vierte Impfung reduziere nach jüngsten Studien das Risiko zu sterben "um 90 Prozent".

Er warb gleichzeitig für den verstärkten Einsatz des antiviralen Medikaments Paxlovid. Würden Menschen damit rechtzeitig versorgt, sinke die Sterblichkeit "um 80 bis 90 Prozent". Heime dürfen Lauterbach zufolge dafür fortan auch ohne Verschreibung Vorräte des Medikaments anlegen, um einen frühzeitigen Einsatz zu ermöglichen.

Würden Impfungen und der verstärkte Einsatz antiviraler Medikamente mit einem konsequenten Tragen von FFP2-Masken kombiniert, könne erreicht werden, dass "sehr wenige Menschen in den Pflegeeinrichtungen sterben müssen", sagte Lauterbach. Dies sei das Ziel der gemeinsamen Erklärung mit Verbänden, Kassen und Kommunen.

Generell forderte Lauterbach die Bundesländer auf, die Möglichkeiten im neuen Infektionsschutzgesetz zur Bekämpfung der Pandemie frühzeitig zu nutzen. "Die Länder zögern noch etwas", stellte der Minister fest. Es sei aber klar, dass die "Welle, die jetzt kommt, sich nicht von selbst begrenzen wird".

Forderungen aus einigen Bundesländern, die Isolationspflicht für Corona-Infizierte zu streichen, wies Lauterbach zurück. Er plane hier keine Veränderungen, sagte er. Denn dies würde angesichts der schon deutlich steigenden Fallzahlen nur "Öl in das Feuer gießen".

H.Lagomarsino--PV

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