Pallade Veneta - Antisemitismusvorwürfe: Musiker Ofarim wegen Verleumdung in Leipzig vor Gericht

Antisemitismusvorwürfe: Musiker Ofarim wegen Verleumdung in Leipzig vor Gericht


Antisemitismusvorwürfe: Musiker Ofarim wegen Verleumdung in Leipzig vor Gericht
Antisemitismusvorwürfe: Musiker Ofarim wegen Verleumdung in Leipzig vor Gericht / Foto: JENS SCHLUETER - AFP/Archiv

Mehr als zwei Jahre nach den von Gil Ofarim gegen einen Hotelmitarbeiter erhobenen Antisemitismusvorwürfen hat am Dienstag vor dem Landgericht Leipzig der Prozess gegen den Musiker begonnen. Ofarim ist wegen falscher Verdächtigung und Verleumdung angeklagt. Der 41-Jährige beharrte vor Prozessbeginn auf seinen Aussagen.

Textgröße ändern:

Hintergrund ist ein am 5. Oktober 2021 von dem Musiker in den sozialen Netzwerken verbreitetes Video. Darin gibt Ofarim an, er sei von einem Mitarbeiter des Leipziger Hotels "Westin" beim Einchecken aufgefordert worden, eine Halskette mit Davidstern abzulegen.

Das Video schlug damals hohe Wellen. Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft trug sich der von dem 41-Jährigen geschilderte Vorfall aber so nicht zu. Weil der Musiker seine Vorwürfe auch gegenüber der Polizei wiederholte und zur Anzeige brachte, muss er sich nun wegen falscher Verdächtigung und Verleumdung verantworten. In der "Welt am Sonntag" bekräftigte hingegen Ofarim seine Anschuldigungen. Er "habe, so wie es war, alles gesagt".

Die Ermittlungen gegen den von ihm beschuldigten Hotelmitarbeiter wurden im Frühjahr 2022 eingestellt. Die Staatsanwaltschaft sah keinen hinreichenden Tatverdacht gegen den Mann. Er nimmt als Nebenkläger am Prozess teil.

Abgesehen von den Verleumdungsvorwürfen ist Ofarim auch wegen falscher Versicherung an Eides statt angeklagt. Hintergrund sind zwei Anträge zum Erlass von einstweiligen Verfügungen, mit denen Presseveröffentlichungen untersagt werden sollten. Darin soll Ofarim wahrheitswidrig eidesstattlich versichert haben, er habe nie gesagt, dass das von ihm erstellte Video "viral gehen" solle. Die Staatsanwaltschaft hält dies für unwahr.

Dass die Anklage nicht wie üblich bei solchen Vorwürfen am Amtsgericht, sondern am Landgericht Leipzig erfolgte, wurde mit dem großen öffentlichen Interesse begründet. Ofarims Anwälte sprachen im Vorfeld hingegen von einem "Schauprozess". Für das Verfahren, in dem mehr als 20 Zeuginnen und Zeugen geladen sind, wurden zunächst zehn Verhandlungstage bis zum 7. Dezember angesetzt.

A.Rispoli--PV

Empfohlen

Berlin feiert traditionellen Karneval der Kulturen

In Berlin wird am Pfingstwochenende zum 30. Mal der Karneval der Kulturen gefeiert. Am Freitag (16.00 Uhr) beginnt das Straßenfest auf dem Kreuzberger Blücherplatz, am Sonntag (13.30 Uhr) findet der traditionelle Straßenumzug statt. Dieser führt das zweite Jahr in Folge nicht durch Kreuzberg und Neukölln, sondern durch Friedrichshain. Rund 4000 Performer in 67 Gruppen ziehen entlang der Frankfurter Allee und der Karl-Marx-Allee in Richtung Mitte.

Kommission billigt Bau von Trumps Triumphbogen in Washington

Eine Kommission hat die umstrittenen Pläne von US-Präsident Donald Trump für einen riesigen Triumphbogen in der Hauptstadt Washington gebilligt. Die Kommission der schönen Künste - deren Mitglieder im vergangenen Jahr von Trump gefeuert und dann durch Trump-Verbündete ersetzt worden waren - stimmte am Donnerstag einstimmig für den 76 Meter hohen Triumphbogen. Eine weitere Kommission wird sich am 4. Juni mit dem geplanten Denkmal befassen.

Filmemacher Almodóvar warnt vor "Monstern" wie Trump, Netanjahu und Putin

Der spanische Filmemacher Pedro Almodóvar hält es für eine "moralische Pflicht" von Künstlern, sich in Politik einzumischen. "Als Europäer sind wir verpflichtet, eine Art Schutzschild gegen Monster wie Trump, Netanjahu oder den Russen zu werden", sagte Almodóvar mit Blick auf die Staats- und Regierungschefs aus Israel, den USA und Russland, Donald Trump, Benjamin Netanjahu und Wladirmir Putin, am Mittwoch in Cannes. "Wir sind dazu verpflichtet, weil wir hier das Völkerrecht respektieren", fügte er hinzu.

Objekte aus Nachlass von Schauspieler Matthew Perry werden versteigert

Von Kunstwerken des Street-Art-Künstlers Banksy bis hin zu Drehbüchern der Erfolgsserie "Friends": In den USA werden im Juni mehr als 100 Objekte aus dem Nachlass des Schauspielers Matthew Perry versteigert. Es handelt sich um Erinnerungsstücke aus dem Berufs- und Privatleben des Schauspielers, wie Roberta Kramer vom Auktionshaus Heritage Auctions sagte. Neben Drehbüchern und Requisiten aus "Friends" und anderen Serien und Filmen seien auch "viele sehr persönliche Dinge" dabei.

Textgröße ändern: