Pallade Veneta - US-Verlag bringt im Oktober Memoiren von Kremlkritiker Nawalny heraus

US-Verlag bringt im Oktober Memoiren von Kremlkritiker Nawalny heraus


US-Verlag bringt im Oktober Memoiren von Kremlkritiker Nawalny heraus
US-Verlag bringt im Oktober Memoiren von Kremlkritiker Nawalny heraus / Foto: NATALIA KOLESNIKOVA - AFP

Mehr als ein halbes Jahr nach dem Tod von Kremlkritiker Alexej Nawalny werden in diesem Herbst dessen Memoiren erscheinen. Das Buch mit dem englischen Titel "Patriot" werde am 22. Oktober in die Läden kommen, teilte der US-Verlag Knopf am Donnerstag mit. Die Rechte wurden demnach bereits weltweit verkauft, geplant ist der Druck von zunächst 500.000 Exemplaren. Laut Nawalnys Witwe Julia Nawalnaja werden die Memoiren in zehn Sprachen erscheinen - auch auf Russisch.

Textgröße ändern:

Nach Angaben des Verlags erzählt "Patriot" Nawalnys komplettes Leben, "seine Jugend, seine Berufung zum Aktivismus, Ehe und Familie sowie seinen Einsatz für die russische Demokratie und Freiheit im Angesicht einer weltweiten Supermacht, die ihn zum Schweigen bringen will". Enthalten seien auch bislang unveröffentlichte Korrespondenzen aus der Zeit des Oppositionspolitikers im Straflager. Das Buch bringe Nawalnys absolute Überzeugung zum Ausdruck, "dass der Wandel nicht aufzuhalten ist und kommen wird".

Mit dem Schreiben seiner Memoiren hatte der Kremlkritiker nach einem Giftanschlag im Jahr 2020 begonnen, in dessen Folge er mehrere Monate lang in einem Krankenhaus in Berlin behandelt wurde. Im Jahr darauf kehrte Nawalny nach Russland zurück, wo er festgenommen und zu 19 Jahren Haft verurteilt wurde. Laut den russischen Behörden starb er am 16. Februar im Alter von 47 Jahren in einem Straflager in der Arktis.

"So habe ich mir die Biografie von Alexej überhaupt nicht vorgestellt", erklärte seine Witwe Julia Nawalnaja nun. "Ich dachte, wir wären dann in unseren Achtzigern und er würde an seinem Computer vor einem offenen Fenster sitzen und schreiben." Als Nawalny mit seiner Biografie begonnen habe, sei kaum mehr als die Hälfte seines Lebens vergangen gewesen. "Wie sich herausstellte, gab es keine zweite Hälfte mehr."

B.Cretella--PV

Empfohlen

Tilly zu Moskauer Urteil: Das ist "zusätzliche Motivation"

Der Düsseldorfer Wagenbauer Jacques Tilly hat gelassen auf seine Verurteilung in Abwesenheit durch ein russisches Gericht reagiert. "Solange das Grundgesetz hier in Deutschland gültig ist und ich nicht in Länder reise, wo es wirklich gefährlich werden kann, solange trifft mich das Urteil eigentlich nicht", sagte Tilly am Donnerstag dem Sender Phoenix. Das Urteil von achteinhalb Jahren Haft sei im Gegenteil auch "eine kleine zusätzliche Motivation".

Nachtflug nach L.A.: John Travolta stellt Regie-Debüt in Cannes vor

Der Filmstar und Hobby-Pilot John Travolta stellt seinen ersten Film als Regisseur beim diesjährigen Filmfestival in Cannes vor. Der Film erzähle die Geschichte eines Achtjährigen, der zum ersten Mal in einem Flugzeug reise, teilten die Organisatoren des Festivals am Donnerstag in Paris mit. Er basiere auf einem Buch, das Travolta 1997 veröffentlicht habe. Travolta hatte die Geschichte für seinen ältesten Sohn Jett geschrieben, der seit seiner Kindheit an Krampfanfällen litt und 2009 starb.

Social-Media-Verbot für Kinder: Indonesien verwarnt Google und Meta abermals

Wenige Tage nach Inkrafttreten eines Social-Media-Verbots für Kinder in Indonesien haben die dortigen Behörden die US-Tech-Giganten Google und Meta schon zum zweiten Mal wegen Nichteinhaltung des Gesetzes vorgeladen. Das Kommunikations- und Digitalministerium in dem südostasiatischen Land warnte die Mutterkonzerne von Plattformen wie Youtube und Facebook am Donnerstag vor "Sanktionen", sollten die beiden Unternehmen sich weiter nicht an das Gesetz halten.

US-Richter stoppt Trumps Ballsaal am Weißen Haus

Ein US-Bundesrichter hat einen Baustopp für den von US-Präsident Donald Trump geplanten Ballsaal am Weißen Haus angeordnet. Für das Projekt fehle dem Präsidenten die Zustimmung des Kongresses, urteilte der Richter Richard Leon am Dienstag in Washington. Trump sei "nicht der Eigentümer" des Weißen Hauses, schrieb Leon zur Begründung. Der Richter gab damit einer Klage der Nationalen Stiftung für Denkmalpflege statt.

Textgröße ändern: