Pallade Veneta - Oberammergauer Passionsspiele starten unter Eindruck des Ukraine-Kriegs

Oberammergauer Passionsspiele starten unter Eindruck des Ukraine-Kriegs


Oberammergauer Passionsspiele starten unter Eindruck des Ukraine-Kriegs
Oberammergauer Passionsspiele starten unter Eindruck des Ukraine-Kriegs / Foto: Christof STACHE - AFP

Unter dem Eindruck des Ukraine-Kriegs sind am Samstag die Passionsspiele im bayerischen Oberammergau eröffnet worden. Die Aufführung sei "in diesen Tagen gar nicht als reines Historienspiel" zu sehen, sagte der evangelische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm im ökumenischen Eröffnungsgottesdienst: "Viel zu sehr stehen uns die Passionen von heute direkt vor Augen. Menschen in der Ukraine, deren Leben durch einen sinnlosen und verbrecherischen Krieg zerstört wird."

Textgröße ändern:

Der Verzweiflungsschrei Jesu am Kreuz "hallt uns entgegen aus den Ruinen der Geburtsklinik in Mariupol, aus den Luftschutzkellern in Charkiw und – ja – auch aus den Häusern der Mütter der russischen Soldaten, die gerade die Todesnachricht ihrer gefallenen Söhne bekommen haben", sagte Bedford-Strom weiter. Der katholische Erzbischof von München und Freising, Kardinal Reinhard Marx, ergänzte: Seit Menschen auf der Welt seien, fügten sie sich Leid zu. "Immer wieder bricht das aus – das muss uns erschrecken."

Die Passionsspiele seien ein Aufruf, "die Gewalt zu überwinden, ihr nicht den letzten Platz zu geben in der Geschichte, sondern einen vorläufigen", sagte Marx. Wer diesen Gedanken aufnehme, nehme die Leidensgeschichte anders wahr, "auch als Auftrag, mitzuwirken, teilzuhaben an der Überwindung der Gewalt".

Die Passionsspiele in Oberammergau zeigen laut Marx "die größte Geschichte aller Zeiten". Sie seien ein großes Geschenk für viele Menschen.

Die Passionsspiele gehen auf ein Gelübde aus dem Jahr 1633 zurück. Damals gelobten die Oberammergauer, das Leiden, Sterben und die Auferstehung Christi aufzuführen, wenn niemand mehr an der Pest sterben sollte. Seitdem wird die Passion alle zehn Jahre aufgeführt.

Die diesjährigen 42. Passionsspiele finden wegen der Corona-Pandemie mit zweijähriger Verspätung statt. Bis zum 2. Oktober sind 103 Vorstellungen geplant. Jede Aufführung dauert rund fünf Stunden, hinzu kommt eine dreistündige Pause.

A.Graziadei--PV

Empfohlen

Filmemacher Almodóvar warnt vor "Monstern" wie Trump, Netanjahu und Putin

Der spanische Filmemacher Pedro Almodóvar hält es für eine "moralische Pflicht" von Künstlern, sich in Politik einzumischen. "Als Europäer sind wir verpflichtet, eine Art Schutzschild gegen Monster wie Trump, Netanjahu oder den Russen zu werden", sagte Almodóvar mit Blick auf die Staats- und Regierungschefs aus Israel, den USA und Russland, Donald Trump, Benjamin Netanjahu und Wladirmir Putin, am Mittwoch in Cannes. "Wir sind dazu verpflichtet, weil wir hier das Völkerrecht respektieren", fügte er hinzu.

Objekte aus Nachlass von Schauspieler Matthew Perry werden versteigert

Von Kunstwerken des Street-Art-Künstlers Banksy bis hin zu Drehbüchern der Erfolgsserie "Friends": In den USA werden im Juni mehr als 100 Objekte aus dem Nachlass des Schauspielers Matthew Perry versteigert. Es handelt sich um Erinnerungsstücke aus dem Berufs- und Privatleben des Schauspielers, wie Roberta Kramer vom Auktionshaus Heritage Auctions sagte. Neben Drehbüchern und Requisiten aus "Friends" und anderen Serien und Filmen seien auch "viele sehr persönliche Dinge" dabei.

Taiwanische Autorin Yang Shuang Zi erhält Booker-Literaturpreis

Der renommierte britische Booker-Literaturpreis geht in diesem Jahr an die taiwanische Autorin Yang Shuang Zi. Sie wurde am Dienstag von der Jury in London für ihren Roman "Taiwan Travelogue" ausgezeichnet. Yang ist die erste Taiwanerin, die den Preis gewinnt. Zudem wurde erstmals ein im Original auf Mandarin verfasstes Buch ausgezeichnet.

London hofft auf Einnahmen in Milliardenhöhe durch Konzerte von Harry Styles

London kann durch mehrere für den Sommer geplante Konzerte des britischen Popstars Harry Styles auf Mehreinnahmen in Milliardenhöhe hoffen. Die Fans könnten pro Kopf etwa 981 Pfund (umgerechnet 1130 Euro) für die zwölf geplanten Konzerte ausgeben, erklärte das britische Finanzunternehmen Barclays am Dienstag. Insgesamt seien dies mehr als eine Milliarde Pfund, die Fans in die Tickets sowie ihre Anreise, Unterkünfte, Outfits und Merchandise-Artikel stecken könnten.

Textgröße ändern: