Pallade Veneta - Rosenmontagszüge in Karnevalshochburgen gestartet: Spott für Putin aus Düsseldorf

Rosenmontagszüge in Karnevalshochburgen gestartet: Spott für Putin aus Düsseldorf


Rosenmontagszüge in Karnevalshochburgen gestartet: Spott für Putin aus Düsseldorf
Rosenmontagszüge in Karnevalshochburgen gestartet: Spott für Putin aus Düsseldorf / Foto: INA FASSBENDER - AFP

Mit beißendem Spott für die Politik haben in den rheinischen Karnevalshochburgen am Montag die traditionellen Rosenmontagszüge begonnen. In Köln setzte sich Deutschlands größter Rosenmontagszug um 10.00 Uhr in Bewegung. Die Blicke waren dieses Jahr insbesondere auf die Karnevalswagen in Düsseldorf gerichtet, die erneut Russlands Präsident Wladimir Putin satirisch darstellten. Wegen seiner Spitzen gegen Putin läuft in Moskau derzeit ein Prozess gegen den Düsseldorfer Chef-Wagenbauer Jacques Tilly.

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Der Kölner Rosenmontagszug zeigte sich derweil solidarisch mit Tilly. Im Kölner Zug hielt eine Gruppe des ukrainischen Hilfsvereins Blau-Gelbes Kreuz Plakate hoch, die frühere Putin-Darstellungen und Mottowagen von Tilly zeigten. Die Kölner Motivwagen beschäftigen sich selbst nicht mit Putin, stattdessen unter anderem mit den Umfragehochs der AfD und mit US-Präsident Donald Trump.

Auf einem der Wagen etwa ließ sich eine Männerfigur mit schwarz-rot-goldener Mütze von einer blauen Schlange mit pfeilspitzer roter Zunge hypnotisieren. Das Motiv greift die Umfragehochs der AfD auf und trägt den Schriftzug: "Mer dun et weil mer blauäugig sin." Ein weiterer Wagen zeigt Trump, dessen entblößter Hintern mit zahlreichen roten Lippenabdrücken bedeckt ist. Die Küsse sind unter anderem Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) zugeordnet.

Die ersten Wagen in Köln sollten nach fast vier Stunden das Ende der Zugstrecke erreichen. Auf die Feiernden warteten rund 300 Tonnen Süßigkeiten und etwa 300.000 Blumensträußchen. In der Stadt wird mit dem Sessionsmotto "ALAAF – Mer dun et för Kölle" gefeiert. Mit dem Motto will das Festkomitee nach eigenen Angaben den Fokus auf rund 200.000 Menschen richten, die sich in Köln ehrenamtlich engagieren.

Im Gegensatz zu Köln zeigten die Düsseldorfer Mottowagen auch in diesem Jahr wieder satirische Darstellungen von Putin. Einer der Wagen stellte ihn beim Steuern einer Drohne dar, die die AfD-Chefin Alice Weidel trägt und mit der Aufschrift "AfD: Die Landesverräter" unterzeichnet ist. Auf einem weiteren Wagen war Putin in Militäruniform zu sehen, der mit einem Messer einen Narren ersticht. Ein dritter Wagen zeigte ihn gemeinsam mit US-Präsident Donald Trump, während beide Europa verspeisen.

Seit Jahren schon nimmt der Karnevalskünstler Tilly mit seinen Wagen insbesondere den russischen Präsidenten und dessen aggressive Politik aufs Korn. Im vergangenen Jahr hatte ein russisches Gericht ein Strafverfahren gegen Tilly wegen seiner satirischen Spitzen eingeleitet. Der Prozess hatte zuletzt für viele Diskussionen gesorgt.

Der nordrhein-westfälische Landtagspräsident André Kuper (CDU) sprach Tilly seine Unterstützung aus. "Wir stehen hinter Jacques Tilly", erklärte Kuper am Montag. Das Strafverfahren in Russland zeige, dass nur Demokratien Freiheit und Rechtsstaatlichkeit garantieren könnten, betonte Kuper.

Am Vormittag setzte sich auch in Mainz der Rosenmontagszug in Bewegung. Entlang der Zugstrecke und in der Mainzer Innenstadt feierten laut Polizeiangaben hunderttausende Narren "friedlich und ausgelassen". Gefeiert wird in der rheinland-pfälzischen Hauptstadt unter dem Motto "Die Hofsänger im Gold'nen Mainz – seit 100 Jahr'n die Nummer 1".

Auf einem Wagen in Mainz kommt ein lüsterner Präsident Trump mit seiner Zunge der Freiheitsstatue sehr nah. Die Freiheitsstatue ist mit einem Maga-Schriftzug (Make America Great Again) geknebelt. Die Werte "Recht" und "Gesetz" liegen zertrümmert am Boden. Daneben behandeln weitere Wagen unter anderem den Fleischkonsum des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) und die Mainzer Lokalpolitik.

Rosenmontag ist traditionell der Höhepunkt des Straßenkarnevals, der mit Weiberfastnacht eingeläutet wird. Am Aschermittwoch ist dann alles vorbei - und die Karnevalisten müssen bis zum 11. November warten, wenn die nächste Session beginnt.

A.Graziadei--PV

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