Pallade Veneta - Fall Haenel: Freiheitsstrafe für französischen Filmemacher Ruggia

Fall Haenel: Freiheitsstrafe für französischen Filmemacher Ruggia


Fall Haenel: Freiheitsstrafe für französischen Filmemacher Ruggia
Fall Haenel: Freiheitsstrafe für französischen Filmemacher Ruggia / Foto: Anne-Christine POUJOULAT - AFP

Wegen sexueller Nötigung der damals minderjährigen Schauspielerin Adèle Haenel ist der französische Regisseur Christophe Ruggia zu einer fünfjährigen Freiheitsstrafe verurteilt worden. Drei davon werden zur Bewährung ausgesetzt, die übrigen zwei soll der Filmemacher mit einer elektronischen Fußfessel verbüßen, wie die Berufungsrichter am Freitag in Paris entschieden.

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Ruggia wurde für schuldig befunden, sich zwischen 2001 und 2004 an Haenel vergangen zu haben, als diese zwischen 12 und 15 Jahre alt war. Der 24 Jahre ältere Regisseur lud die Schauspielerin nach den Dreharbeiten für den Film "Kleine Teufel", in dem er ihr ihre erste Rolle gegeben hatte, regelmäßig zu sich nach Hause ein.

Haenel sei noch vor der Pubertät in diese "Beziehungsfalle" geraten, urteilten die Richter. Sie habe sich "dem psychischen Druck nicht entziehen können". Die Strafe des Berufungsgerichts fiel um ein Jahr auf Bewährung mehr aus als in der ersten Instanz.

"Es war ein sehr belastendes Verfahren. Ich denke an alle Kinder, die Opfer sexuellen Missbrauchs geworden sind", sagte Haenel nach der Urteilsverkündung. Sie wolle allen Betroffenen sagen, dass sie nicht allein seien.

Ruggia lehnten einen Kommentar ab. Der Regisseur hatte bis zuletzt die Vorwürfe zurückgewiesen. Bei den nachmittäglichen Treffen habe er Haenel lediglich Kultur vermitteln wollen. "Ich habe mehr als 5000 DVDs und viele Bücher, wir haben über Bücher, Filme, Reisen gesprochen", erklärte er vor Gericht.

Haenel beschrieb vor Gericht, wie sie in dieser Zeit zahlreiche Samstagnachmittage bei Ruggia verbrachte, um mit ihm zusammen Filme anzusehen. Bei diesen Treffen habe er sie immer wieder bedrängt, ungefragt geküsst und unter ihrer Kleidung begrapscht.

Haenel hatte die Vorwürfe gegen Ruggia 2019 öffentlich gemacht und war damit zu einer Vorreiterin der MeToo-Bewegung in Frankreich geworden, die sich gegen Missbrauch im Filmgeschäft richtet. Ein Jahr später erregte Haenel Aufsehen, als sie bei einer Preisverleihung demonstrativ den Saal verließ, um gegen eine Auszeichnung des mit Missbrauchsvorwürfen konfrontierten Filmemachers Roman Polanski zu protestieren.

Haenel war mit Filmen wie "Die unerschütterliche Liebe der Suzanne" und "Porträt einer jungen Frau in Flammen" bekannt geworden. Sie wurde zwei Mal mit dem französischen Filmpreis César ausgezeichnet. In den vergangenen Jahren hat sie sich aus dem Filmgeschäft zurückgezogen.

H.Lagomarsino--PV

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