Pallade Veneta - Viele Stars, keine Hollywood-Studios: Cannes-Festival beginnt

Viele Stars, keine Hollywood-Studios: Cannes-Festival beginnt


Viele Stars, keine Hollywood-Studios: Cannes-Festival beginnt
Viele Stars, keine Hollywood-Studios: Cannes-Festival beginnt / Foto: Loic VENANCE - AFP/Archiv

Viele internationale Stars und eine starke deutsche Präsenz prägen das diesjährige Filmfestival von Cannes, das am Abend mit einer Gala beginnt. Die französisch-malische Schauspielerin Eye Haïdara moderiert die Eröffnungsfeier, bei der der für seine "Herr der Ringe"-Trilogie bekannte neuseeländische Regisseur Peter Jackson eine Ehrenpalme verliehen bekommt.

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Unter den 22 Filmen, die im Wettbewerb um die Goldene Palme antreten, sind drei deutschsprachige: Die Regisseurin Valeska Grisebach stellt ihren Film "Das geträumte Abenteuer" vor, der in der Grenzregion zwischen Bulgarien, Griechenland und der Türkei spielt.

Die Österreicherin Marie Kreutzer hat für ihren Film "Gentle Monster" auch französische Stars wie Léa Seydoux und Catherine Deneuve gewonnen. Und der polnische Filmemacher Pawel Pawlikowski erzählt in seinem Schwarz-Weiß-Film "Vaterland" die Rückkehr des Schriftstellers Thomas Mann mit seiner Tochter Erika 1949 aus den USA nach Deutschland. Die Hauptrollen spielen Hanns Zischler, Sandra Hüller und August Diehl.

Der Schauspieler Lars Eidinger spielt gleich in zwei Filmen mit: Im Wettbewerbsfilm "Moulin" über den französischen Widerstandskämpfer Jean Moulin spielt er den Gestapo-Chef Klaus Barbie, und im Film "Heimsuchung" des Regisseurs Volker Schlöndorff, der Verfilmung eines Romans von Jenny Erpenbeck, ist er in einer der Hauptrollen zu sehen.

Obwohl die großen Hollywoodstudios dieses Mal fehlen, werden zahlreiche Stars aus den USA erwartet, unter ihnen Adam Driver, Demi Moore, Kristen Stewart und Barbra Streisand. Schauspieler und Hobbypilot John Travolta stellt seinen ersten Film als Regisseur vor, über den ersten Nachtflug eines Jungen, der zugleich den Beginn seiner Leidenschaft für das Fliegen erzählt.

Auf dem roten Teppich wird zudem viel internationale Prominenz erwartet, darunter Penélope Cruz, Marion Cotillard und Pedro Almodóvar. Der iranische Regisseur Asghar Farhadi hat für seinen Film "Histoires parallèles" (Parallele Geschichten) die Schauspielerinnen Isabelle Huppert und Virginie Efira verpflichtet. Sein Landsmann Jafar Panahi hatte im vergangenen Jahr die Goldene Palme für den Film "Ein einfacher Unfall" gewonnen.

Festivalchef Thierry Frémaux bekräftigte kurz vor Beginn des Festivals seine Ablehnung einer Frauenquote für die Wettbewerbsfilme. In diesem Jahr sind lediglich fünf der 22 Filme von Regisseurinnen, was Kritik ausgelöst hatte. Frémaux verwies darauf, dass zumindest die Jurys und die Festivalleitung paritätisch besetzt seien. Auf dem diesjährigen Festivalplakat ist eine Szene aus dem feministischen Roadmovie "Thelma und Louise" zu sehen, was das Kollektiv 50/50, das für die Gleichstellung der Frauen in der Filmindustrie eintritt, als heuchlerisch angeprangert hatte.

Das Fehlen der großen Hollywoodstudios wie Universal, Warner und Disney bei dem diesjährigen Festival erklären Experten mit einer abnehmenden Risikobereitschaft: Anstatt sich der Gefahr schlechter Festival-Kritiken auszusetzen, setzen die Studios zunehmend auf PR durch Influencer in Online-Netzwerken.

Zu dem internationalen Filmfestival, das bis zum 23. Mai an der südfranzösischen Côte d'Azur stattfindet, sind etwa 40.000 Teilnehmer angemeldet. Anders als auf der Berlinale sind die meisten Filme nur für registrierte Teilnehmer zugänglich. Als Eröffnungsfilm wird die französische Komödie "La Vénus Electrique" (Die elektrische Venus) gezeigt, die Ende der 20er Jahre in Paris spielt.

M.Romero--PV

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